1894 bekam die katholische Pfarrkirche ihren Turm

Aufnahme: 1894

1894 bekam die katholische Pfarrkirche ihren Turm

Davor hatte sie nur einen "Dachreiter", "der angeblich oft betrunken war, besonders an Festtagen, wenn kräftig geläutet wurde" (siehe Raum "Schriften", Chronik der Pfarrgemeinde Ittenbach).

Im Echo des Siebengebirges (24.4.1895) steht ein ausführlicher Bericht zur Einweihung des vom Königswinterer Architekten Franz Bachem entworfenen Kirchturms am 20. August 1895:

Heute fand hier die Einweihung des neu erbauten Kirchthurmes statt. Von der Pastorat aus wurde Herr Dechant Samans aus Küdinghoven, der schon Tags vorher sich hier eingefunden hatte, mit Herrn Pastor Franßen von dem Kirchenchor und dem Kriegerverein unter Vorantritt einer Musikcapelle in feierlichem Zuge zur Kirche geleitet. Vor dem Thurme hielt Herr Dechant Samans an die dort versammelte Gemeinde eine Ansprache und nahm dann den Einweihungsact vor. Hierauf wurde im Gotteshause ein feierliches Hochamt celebrirt. 

An die kirchliche Feier schloß sich ein Festessen im Saale des „Margarethenhofes“. Derselbe war sinnig geschmückt, die in ihm aufgestellte Papstbüste von Kränzen und Guirlanden umgeben. Für Tafelmusik sorgte bestens die Capelle der Gebrüder Dahm. Die Tafelrunde zählte etwa 50 Festgenossen, darunter 11 geistliche Herren. Die weltliche Behörde war durch Herrn Bürgermeister Kreitz vertreten. 

Den ersten Toast brachte Herr Pfarrer Franßen auf die geistlichen und weltlichen Vorsteher, die Herren Dechant Samans und Bürgermeister Kreitz, aus. Dann hob Herr Dechant Samans die Verdienste des Herrn Pfarrers Franßen um den Neubau des Thurmes hervor und ließ seine Ansprache in ein Hoch auf diesen und die Gemeinde Ittenbach ausklingen. 

Herr Bürgermeister Kreitz sprach seine Freude über die Vollendung des Kirchthurmes aus. Der Kirchthurm, der sich hoch empor zum Himmel hebe, zeige dadurch an, daß die Kirche der Ort sei, wo der Geist sich vom Irdischen loslösen und sich zum Himmel empor schwingen solle. Es sei auch freudig zu begrüßen, daß der Ort Ittenbach durch den Thurm um ein hübsches Bauwerk reicher geworden sei. Die Verdienste, die Herr Pastor Franßen sich um die Herstellung des Thurmes erworben, seien bekannt und auch mit Recht schon gewürdigt worden. Dem Herrn Pfarrer treu zur Seite habe der Herr Ortsvorsteher Michels gestanden. Wie derselbe früher schon für die Vergrößerung des Friedhofes Opfer gebracht, indem er ein Grundstück dazu hergegeben habe, so sei er auch mit allen Kräften für den Kirchthurmbau eingetreten. Das Hoch des Redners galt dem selbstlosen Wirken des Herrn Ortsvorstehers. 

Schließlich toastete noch Herr Pfarrer Franßen auf den Erbauer des Kirchthurmes Herrn Franz Bachem, der unentgeltlich den Plan zum Neubau entworfen und letztern auch kostenlos geleitet habe. Die Freude über das glücklich vollendete Bauwerk zeigte sich in der guten Stimmung, welche an der Festtafel herrschte. Küche und Keller des „Margarethenhofes“ verstanden es, diese Stimmung zu befestigen und zu heben.  Die Erbauung des ganz aus Hausteinen aufgeführten Thurmes hat einen Kostenauswand von 12 - 13000 M. verursacht.  

Damals hieß das "Margarethenkreuz" noch "Margarethenhof". Das Hotel Margarethenhof wurde erst 1903/1904 gebaut. Sein  Architekt war ebenfalls Franz Bachem, der Sohn von Carl Josef Bachem, der 1844 das "Gut Margarethenkreuzhof" auf der Margarethenhöhe gekauft hatte. 

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