Aufnahme: 2025

Wie kam es zur Ittenbacher Kreiselskulptur "Tor zum Siebengebirge"?

In seiner Jubiläumsausstellung "25 Jahre Atelier Meerkatze" widmet der Königswinterer Künstler Kurt Volkert einen ganzen Raum seiner Ausstellung der Entstehung des "Tor zum Siebengebirge" mit seinen 7 Bögen aus Cortenstahl, das im September 2006 am McDonald´s Kreisel aufgestellt wurde und seitdem von unzähligen Autofahrer/innen bewundert wird.

Zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Freund Wolfgang Sahlmann hatte er das Kunstwerk entworfen.

Seine Erinnerungen hat der ehemalige Journalist im Vietnam-Krieg und Künstler vom Atelier Meerkatze in der Meerkatzstraße, der zusammen mit seiner Frau Gisela im Jahr 2000 die Altstadt von Königswinter um dieses Kleinod bereichert hat, aufgeschrieben und zum Nachlesen gerahmt.

In der Galerie "Skulptur Tor zum Siebengebirge" in diesem Museum finden Sie viele weitere Bilder und Eindrücke.

Hier die Erinnerungen von Kurt Volkert:

Wie kam's zum „Tor zum Siebengebirge"?

Und so kam's zum „Tor Siebengebirge" am Ittenbacher Kreisel. Im Jahr 2004 beauftragte Bürgermeister Wirtz den Sprecher der Lokalen Agenda 21 Kunst und Kultur, Königswinter, Herrn Uwe Meier, einen Wettbewerb zu starten. Der künstlerische Entwurf des Siegers sollte als Vorlage für eine Skulptur aus Metall für den Ittenbacher Kreisel dienen. Bedingung war, der Entwurf sollte einen deutlichen Bezug auf Königswinter haben. Die Maler Wolfgang Sahlmann und Kurt Volkert fühlten sich nicht angesprochen, weil sie von der Metallbildhauerei wenig Ahnung hatten.

Eines Tages kamen die beiden von einem ausgiebigen Lunch gutgelaunt in die „Meerkatze“ zurück, sahen eines der Modelle eines Kandidaten, schüttelten die Köpfe und sagten sich, das können wir besser, obwohl sie mit dem Wettbewerb nichts am Hut hatten. Wir, Sahlmann und Volkert, machten uns mit einigen ersten Entwürfen zu schaffen und kritzelten so vor uns hin.

7 Bögen machten eventuell das Rennen. Volkert baute ein kleines Modell, etwas klein, aber die Bögen waren klar erkennbar. Zufällig kam Uli Meier, die Gattin des Sprechers der Lokalen Agenda 21 vorbei, um das oben genannte Modell eines der Bewerber abzuholen. Dann sah sie unser Modell, die 7 Bögen. Sie war sofort Feuer und Flamme und nahm unser kleines Modell mit. „Garantieren kann ich nichts aber vielleicht kann ich Euer Modell noch rechtzeitig unterbringen" waren ihre Worte, denn wir glaubten, wir hätten als späte Außenseiter eigentlich die dead line schon verpasst.

Tage vergingen.

Wir hatten die Angelegenheit, die wir in unserem angeheiterten Zustand wie einen lustigen Ausrutscher sahen, schon halb vergessen als uns Uli die freudige Nachricht brachte, wir hätten den ersten Preis gekriegt. Der Rest ist vielleicht bekannt. Das Fundament der Bögen wurde beispielhaft von der Stadt mitfinanziert. Bürgermeister Wirtz und der Stadtkämmerer, der Verwalter der städtischen Finanzen, waren dafür verantwortlich. Sahlmann und ich halfen kräftig dabei, das was über der Erde war, die Bögen, selbst zu finanzieren. Wir und weitere engagierte Bürger, wie der brummige Werner Tegen, genannt „Der Tegenator“, sammelten über 20 000 Euro. Der Zweimetermensch war Kunstsammler und ein großer Freund. Ein Rentner steuerte seine letzten 50 Euro bei. „Sagt bloß nix meiner Alten.“ Ein wohlhabender Zahnarzt weigerte sich einen Pfennig beizusteuern. Uns hat er das letzte Mal in den Mund geschaut.

Bürgermeister Wirtz leitete mit Geschick eine geglückte Versteigerung von Kunstwerken. Viele Künstler trugen mit ihren künstlerischen Arbeiten zum Erfolg der Versteigerung bei. Ein solider Ertrag kam dabei raus. Für Gottes Lohn errechnete Manfred Stützer die statischen Werte, Frau Hirzel vom Ittenbacher Bürgerverein, unterstützte das Projekt bis zum Ende. Es gab noch einigen Ärger - was denn sonst - mit irgendwelchen Bedenkenträgern des Amtes zuständig für Straßen- und Autobahnen in NRW, bis an meinem 70. Geburtstag das Tor errichtet wurde, nachdem die Bögen in mühevoller Schweißarbeit von Rainer Sieben, einem athletisch gebauten Schmied aus Eitorf, angefertigt worden waren. Vielleicht hat der tapfere Mann seine Arbeit mit dem Leben bezahlt. Ein halbes Jahr später war Rainer Sieben tot. Möge er in Frieden ruhen. Das vollendete Tor ist sein Vermächtnis. Mit Genugtuung sah ich, wie ein Riesen-Verkehrsstau bei Errichtung des Tores am 27. September 2006 die Zufahrtstrassen zum Kreisel blockierte. Die Menschen, die das Tor errichteten, brauchten Ruhe und Platz.

Vielleicht werden die Ittenbacher den Kreisel mal vergessen, der Stau wird evtl. lange in ihrer Erinnerung bleiben. Das Tor aus Cortenstahl wird noch in 100 Jahren stehen, es sei denn ein wild gewordener Fahrer versucht DURCHS Tor zu rasen. Er würde es nicht überleben.

Einen Bericht über die Jubiläumsausstellung im Dezember 2025 finden Sie auch im General-Anzeiger - siehe Link unten

Räume & Galerien
Kreatives Schaffen Siebengebirge
Aufrufe
126

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.