Aufnahme: 1994

150-jährige Geschichte des "Margarethenkreuzhofes" im Besitz der Familie Bachem

mit einer Zeichnung in der Ansicht von 1860 von Paul Bachem, der auch die Entstehungsgeschichte von Café und Restaurant Margarethenkreuz anlässlich dieses Jubiläums im Jahr 1994 aufgeschrieben hat.

Die u.a. verschriftlichte Erinnerung, die er 1998 handschriftlich ergänzt hat, befindet sich in: Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn, Bestand Verschönerungsverein für das Siebengebirge, A 150

Hotel Restaurant Margarethenkreuz
im Siebengebirge (Margarethenhöhe)
am 12. Februar 1994 150 Jahre im Besitz
der F a m i l i e  B a c h e m


"Carl Josef Bachem (1816-1896) Steinhauermeister und Steinbruchbesitzer zu Königswinter (Mitgründer des "Verschönerungs-Verein Siebengebirge" u. dessen erstes Ehrenmitglied) - kaufte 1844 das "Gut Margarethenkreuzhof" (Land- und Gastwirtschaft) bei Ittenbach vom derzeitigen Besitzer Johann Matthias Schmitz. Das Wohnhaus (Fachwerk) des Gutes stand direkt an der Landstraße Ittenbach-Königswinter und hatte im Erdgeschoß eine Gaststube. Dadurch lag es nahe, daß die Bauern, die ihre Erzeugnisse nach Königswinter zum Markt brachten, nach dem beschwerten Rückweg auf der Paßhöhe Rast machten. Das galt auch zu der gleichen Zeit, als die Fuhrleute die Basaltsteine vom Bruch auf dem Ölberg nach Königswinter fuhren. - Das alte Wohnhaus wurde für einen Neubau 1860 abgerissen. In diesem gab es dann zwei Gaststuben und er nannte es dann "Margarethenhof", was heute noch im Giebel oben zu lesen ist. Bachem blieb in Königswinter wohnen und verpachtete das Gut an Peter Görres aus Ittenbach. Behielt aber zwei Zimmer im Obergeschoß als Zweitwohnung. Diesen Zustand behielt auch nach seinem Tod (1896) sein Sohn Franz Bachem (1851-1907), Architekt zu Königswinter bei. Dieser ließ 1889 nach seinem Plan gegenüber den Gutsgebäuden eine ca 18 m lange Restaurationshalle in Fachwerk erbauen, die bis 1925 bestand. Dazu entstand auch eine große Gartenterrasse mit parkartigem Garten und Weiher. Bis zu dieser Zeit hatte sich der Margarethenhof durch weiteren Erwerb von Wald, Wiesen und Äcker beträchtlich vergrößert. --
Franz Bachem baute 1903-04 gegenüber dem Gut in die Parkanlagen das Hotel u. Pension Margarethenhof (50 Betten) nach seinen Plänen. Das Hotel verpachtete er an den Küchenmeister Adolf Stang, der es bis 1912 zu großer Beliebtheit führte. Das Wohnhaus am Gut wurde 1909 durch den Sohn Paul Hubert Bachem (geb. 1890) erweitert. Mit dem Hotelneubau wurden die Gasträume im alten Haus geschlossen und dienten als Büros. 1910 übernahm er als Diplomlandwirt das Gut und 1912 nach der Heirat mit Lilly Clarenbach vom Hotel Kölner Hof in Königswinter das Hotel. Sein Bruder Franz war mitbeteiligt. Nach dem frühen Tod seiner Frau Lilly 1919 und infolge des ersten Weltkrieges bzw. der schlechten Wirtschaftslage danach, wurde das Hotel durch die Gebrüder verkauft. -- Jetzt war Paul H. Bachem alleiniger Besitzer des Gutes und baute an der Westseite eine Restaurationshalle in Fachwerk (1921) und nannte sie zunächst "Meierei Gut Margarethenhof" und ab 1925 "Restaurant u. Café Margarethenkreuz" nach der alten Bezeichnung von 1844. Jetzt entstanden auch im Gutshaus Fremdenzimmer auf zwei Etagen. Die Landwirtschaft wurde reduziert. Anfang der dreißiger Jahe wurde das Restaurant erweitert und neuzeitlich eingerichtet. Mit dem Bau der Autobahn Köln-Frankfurt, die 1937 bis Ausfahrt Siebengebirge in Ittenbach fertig wurde, kam großer Touristenverkehr auf die Margarethenhöhe. Demzufolge wurde am Hotel ein großer Parkplatz angelegt. -- Nach dem Tode von Paul Hubert Bachem 1940 wurde das Hotel Margarethenkreuz bis zum Ende des zweiten Weltkrieges von seinem Sohn Paul und Tochter Lilly geführt.
1945 kehrte der Sohn Herbert (geb. 1917) aus dem Krieg zurück und heiratete Charlotte Unger. Aus dieser Ehe gingen eine Tochter Margitta 1952 und ein Sohn Paul Herbert 1954 hervor. Das Ehepaar nahm nun das Hotel u. Restaurant durch Erbteilung in Besitz. - In den 50er Jahren wurden die Restauranträume erweitert und neu eingerichtet, ebenso die Hotelzimmer. Familie Bachem führt seit 45 Jahren mit Erfolg das Hotel Margarethenkreuz bis zum Tode von Herbert Bachem im Januar 1992. - Frau Charlotte Bachem führt den Betrieb in gleicher Tradition weiter, sodaß wir der Feier des 150jährigen Jubiläums mit Zuversicht entgegensehen können!"

Handschriftlich fügte P.F.W. Bachem 1998 hinzu: PS Charlotte Bachem geb. Unger starb 1998.

Quelle
Album P.F.W. Bachem (oben)
Zur Verfügung gestellt von
Annette Hirzel (oben); VVS (unten)
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