Aufnahme: 1974
VVI - 25 Jahre nach dem Kriege
Unter dieser Überschrift berichtete die Siebengebirgs-Zeitung anlässlich des 25. Jahrestages der Wiedergründung des VVI:
Der Festabend des Verschönerungsvereins Ittenbach war ausgezeichnet besucht. Ittenbachs Bevölkerung erwies am Samstagabend einem Verein die Reverenz, der maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des Ortsbildes in über vier Jahrzehnten genommen hat. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein des Ortes feierte sein 45jähriges Bestehen und das 25. Jahr der Wiedergründung nach dem Kriege mit einem "Ball für Jedermann". Zum Tanz spielten die "Ritas" auf. Es wurde ein geselliger Abend. Dafür sorgten eine Reihe von Überraschungen.
VVI-Vorsitzender Dr. Gerhard Krause hatte den Abend mit einer Grußansprache eröffnet. Ein herzliches Willkommen galt Bürgermeister Günter Hank und zahlreichen Ehrengästen. Dr. Krause dankte allen, die durch ihre Mitgliedsbeiträge und Spenden dem VVI die Möglichkeit gaben, seinen Beitrag zur Verschönerung des Ortes zu leisten. Auch künftig werde der Verein auf diesem Gebiete aktiv bleiben.
Bürgermeister Günter Hank hielt dem Jubiläumsverein eine gebührende Laudatio und nannte Ittenbach eine Perle der Stadt Königswinter". Er versprach, sich dafür einzusetzen, daß im Jahre 1975 am Marienplatz eine Wartehalle errichtet wird.
Dem Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Ittenbach, Karl Haacks, überreichte Hank für seine vieljährigen Verdienste um die damalige Gemeinde eine Silbermedaille der neuen Stadt Königswinter und einen Blumenstrauß. VVI-Vorsitzender Dr. Gerhard Krause erhielt einen Wimpel der Stadt Königswinter.
Mit Urkunden zur Ehrenmitgliedschaft, die von Mitglied P. Bachem ausgeführt wurden, bedachte der Vorstand des VVI die Mitbegründer Karl Haacks und Heinrich Schmitz, beide seit 1929 aktiv. Eine Urkunde und zwei Schallplatten mit Melodien von Tschaikowski erhielt Alois Bollig, der seit 25 Jahren Geschäftsführer des Vereins ist. Dr. Krause dankte in seiner Ansprache der Stadt Königswinter für ihre Unterstützung. Der Vorsitzende lobte auch das Verhältnis zu den anderen Ittenbacher Vereinen. Dank sagte Dr. Krause weiter den Forstbehörden für ihre wohlwollende Unterstützung. Mit dem Verkehrs- und Verschönerungs- verein Siebengebirge bestehe ebenfalls ein guter Kontakt, was sich bei der Koordinierung von Wanderwegen und dem Bau von Schutzhütten immer wieder gezeigt habe. Zu den Gästen des Abends gehörten auch Verkehrsamtsleiter Heinz Hoffmann und der Vorsitzende des VVS, Dr. Richard Faßbender. Viel Spaß brachte die Tombola des Abends, als der Spender des Hauptpreises, ein Kofferradio, dieses selbst wieder zurückgewann. Er stellte das Radio wieder zur Verfügung. Es wurde dann amerikanisch versteigert. Der Erlös kam dem VVI zugute. Nebenbei zog der Spender des 1. Preises auch die Losnummer für den 2. Preis.
Die Ziele des Verkehrs- und Verschönerungsvereins haben sich seit seiner Erstgründung vor 45 Jahren kaum verändert: Werbung für den Ort, den künftigen Luftkurort Ittenbach, und Verschönerung des Ortsbildes. Unter großen Anstrengungen wurden vor dem Kriege Wanderwege geschaffen, die ersten Bänke aufgestellt und gemeinsam Prospekte für die Gastronomie gedruckt. 1933 wurde der Arbeit des VVI ein Ende gesetzt.
Am 12. Oktober 1949 besann man sich wieder des Vereins. Der damalige stellvertretende Bürgermeister Haacks lud zu einer Zusammenkunft ein. 23 Wirte, Gewerbetreibende und andere am VVI Interessierte kamen. Es wurde ein bescheidener Jahresbeitrag von DM 6,- festgelegt, der auch nach 25 Jahren noch in dieser Höhe besteht. In den Jahren 1949 bis 1952 wurde der erste Prospekt aufgelegt, ein Faltblatt, denn die Mittel waren knapp. Wanderwege und Wegweiser wurden auf Natursteinen beschriftet.
Im Jahre 1952 zählte der VVI schon 70 Mitglieder. Dank des Vorstandes wurde eine Verbesserung der Busverbindungen erreicht und eine erste Wartehalle am Marienplatz aufgestellt. Der VVI ließ an den Wanderwegen Bänke und Papierkörbe aufstellen. So wurden beispielsweise allein für die Aufstellung von rd. 100 Bänken und ihre Instandhaltung über 15 000,-- DM aufgewendet. Die Sauberkeit des Ortes ließ sich der VVI etwa 3 000,— DM kosten. Für diesen Betrag brachte man eine große Zahl von Papierkörben an. Unter tatkräftiger Mithilfe des Vereins entstanden Anlagen im Ortsbereich, so am Döttscheider Weg, an der Linde, an der Ecke Bergstraße und am Olbergring, aber auch außerhalb des Ortskerns, wie auf der Margarethenhöhe. Diese Aufgaben ließ sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein runde 29 000,- DM kosten.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Werbung. Auch dabei unterstützte der Verein die Arbeit der Wirte und der Gewerbetreibenden mit einem Betrag von bisher rd. 12 000,- DM. Im Laufe der Jahre wurde es zur Tradition, daß der VVI Jubiläen im Ort verschönert, seien es Goldhochzeiten oder kirchliche Festlichkeiten. Dafür wurden rd. 7 000,- DM aufgewendet. Der VVI zählt heute an die 170 Mitglieder. Sie alle trugen durch Spenden maßgeblich dazu bei, und das dürfte einmalig sein, daß 77 000,- DM für die Verschönerung Ittenbachs und für den Fremdenverkehr investiert werden konnten.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.