Aufnahme: 1862
Gemälde vom Königswinterer Künstler August Karstein vom Panorama am Margarethenhof
das die Gaststube des Margarethenkreuzes im Besitz der Familie Bachem über Generationen geschmückt hat.
Hier ein paar Informationen zu diesem Königswinterer Künstler:
August Karstein (gest. 1870) war Photograph und Zeichenlehrer und bekannt für seine beeindruckenden Bilder von Königswinter v.a. in den Jahren 1860 bis 1870 (Echo des Siebengebirges vom 27.9.1928). Seine Atelier hatte sich in der Klotzstraße befunden.
Franz Dreesbach, einer seiner ehemaligen Schüler, schrieb im Echo des Siebengebirges vom 3.9.1931 einen Artikel über seinen verehrten Lehrer, in dem es heißt:
"Manch älterer Königswinterer Bürger wird sich noch dieses stillen, lieben Menschen erinnern, der Ende der fünfziger Jahre im vorigen Jahrhundert, ein Bonner Kind, nach Königswinter übersiedelte, hier die Wwe. Davin heiratete und bis 1870, seinem Sterbejahre, lebte und immer nur schaffte. Er erreichte ein Alter von nur 39 oder 40 Jahren. Er war von Beruf Steinzeichner, Lithograph, mehr als das ein vielseitiger Künstler. Um niemals unbeschäftigt zu sein, verlegte er sich auch aufs Photographieren, urwüchsig, diese Kunst, verglichen mit der von heute. Damals wurde mit Kollodium, Jod, stets mit praller Sonnenbestrahlung gearbeitet. Er gab zu Hause Unterricht im Zeichnen. Auch Schreiber dieses war einst sein Schüler. Lange Jahre war Karstein als Zeichenlehrer an der höheren Knabenschule in Königswinter tätig. Auch da war ich sein Schüler. Ihm verdanke ich genaues Schauen, Erkennen kaum merkbarer Einzelheiten, überhaupt meine nicht unbedeutende Leistungen im Zeichenfache. Nach ihm übernahm Herr Friedrich Kniel, der Vater des Benediktiner-Paters Cornelius Kniel, Kunstmaler in Oberkassel, den Zeichenunterricht. Fast alle, die sich Bilder anfertigen liessen, gingen zu Karstein. Er war sehr beliebt im Orte. Im Jahre 1924 kam mir bei Michael Schoop eine umfangreiche Tafel (befindet sich jetzt im Heimat-Museum) zu Gesicht, worauf fast 500 Kopfbilder von, von ihm photographierten Königswinterer kunstvoll angeordnet zu sehen waren...
Fräulein Maria Karstein, die in Essen bei Krupp Handarbeitslehrerin war und im Winter 1930/31 gestorben ist, vermachte die in ihrem Besitze befindlichen Werke ihres Vaters dem Heimat-Museum in Königswinter. Es sind dieses Bilder ihrer Eltern, die Ansicht von Königswinter, vom Gasthof auf dem Drachenfels und von Oberwinter."
1937 wurde im Königswinterer Heimatmuseum ein Teil der Räume instandgesetzt und dabei "ein Raum für den Maler Franz Ittenbach und den Maler und Zeichner August Karstein eingerichtet, sowie ein Wolfgang-Müller-Zimmer", berichtete der General-Anzeiger für Bonn und Umgegend am 9.3.1937.
Weitere Werke von A. Karstein vom Drachenfelsplateau, von St. Remgius von 1850 und eine Farblithographie von Königswinter - siehe Link 1-3 unten.
Auf dem hier abgebildeten Weg vom Löwenburger Hof zur Margarethenhöhe ist eine Frau auf einem Reittier (Esel oder Pferd) im Damensattel unterwegs, der ein Mann auf einem Pferd folgt.
Wie die Bildunterschrift zeigt (siehe 3. Bild unten), war das Gemälde "Eigenthum" von Carl Josef Bachem, der die Gaststätte 1844 erworben hatte, und stammt von 1862, also aus dem Jahr, in dem Josef Peter Mülhens, der Besitzer vom Wintermühlenhof, die Fahrstraße von seinem Hof bis zur Maragarthenhöhe hatte ausbauen lassen. Schon 1854 hatte er sich einen Fahrweg von Königswinter bis zum Wintermühlenhof anlegen lassen.
Das 2. Bild unten zeigt einen Bildausschnitt mit dem damaligen "Margarethenhof", der später in "Margarethenkreuz" umgenannt wurde. Man sieht links hinter der Pferdedroschke noch den ursprünglichen Standort des Margarethenkreuzes am Ittenbacher Bittweg zum Petersberg, das der Margarethenhöhe ihren Namen verliehen hat.
Das unterste Bild zeigt das gerahmte und beschriftete Gemälde.
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