Aufnahme: 2026
Das Rebhuhn wurde unter großer Beteiligung zum Vogel des Jahres 2026 gewählt
Ältere Generationen werden sich noch gut und gern daran erinnern, dass das zur Familie der Glattfußhühner gehörende Rebhuhn noch häufig auf Feldern oder in Büschen, oft in Gruppen, zu sehen und zu hören war. Das ist leider längst Vergangenheit. "Als Kulturfolger können die Rebhühner mit der modernen intensiven Landwirtschaft nicht mithalten. Durch die Ausräumung der Landschaft und den hohen Pestizideinsatz mangelt es ihnen an Lebensraum und Nahrungsmöglichkeiten. Die wenigen verbliebenen Habitate sind anfällig für Fressfeinde und werden zusätzlich durch den Menschen bejagt", heißt es auf nabu.de.
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Ähnlich wie die "Krammetsvögel" (siehe Datensatz 8352 im Museum), die Wacholderdrosseln, wurden auch die Rebhühner bei uns in großen Mengen bejagt. Auch sehr kalte Winter und zu nasse Sommer setzen den scheuen Tieren zu, deren Bestand heute stark gefährdet ist.
Unmengen der taubengroßen grau-braun marmorierten Vögel standen früher auf dem Speisezettel auch bei öffentlichen Veranstaltungen. Zum Beispiel bei der Einweihung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald, so teilt das Echo des Siebengebirges am 26. September 1883 mit, wurden "bei einem Lieferanten in Nauheim nicht weniger als 6000 Stück Rebhühner lieferbar zum 26. d.M., bestellt".
Auch schon damals gab es warnende Stimmen. Im Echo des Siebengebirges liest man am 28.10.1887 folgenden Artikel:
(Ist das Feldhuhn dem Landwirth nützlich oder schädlich?) Darüber spricht sich die Zeitschrift nassauischer Landwirthe wie folgt aus: Wie so mancher Vogel wird auch das Rebhuhn in seinem Nutzen verkannt. Untersucht man Magen und Kropf eines Rebhubnes, so findet man darin gar manderlei Würmer, Schnecken, Kohlraupen, Unkrautsamen u. s. w., je nach der Zeit des Todes des Thieres. Berechnen wir nun eine Schaar von 15-20, wie sie sich oft zusammen finden oder zusammengenistet sind, so mag der Magen der Thiere für unsere Aecker gewiß in die Augen fallen. An Körnern verzehren sie nur die ausgefallenen oder bei der Saat zu Tage liegenden, die für den Landmann keinerlei Bedeutung mehr haben können. Aufrechte Aehren greifen sie nie an; dieser Diebstahl ist ein Privilegium des Sperlings.
Es ist dennoch unbegreiflich, wie man diesem nützlichen und niedlichen Vogel nachstellen, seine Eier ausheben und die Nester zerstören kann, theils aus Egoismus und Unverstand, theils aus Bosheit gegen die Jagdpächter. Was den Sommer und Herbst glücklich überlebt, wird im Winter auch durch Schlingen und Netze vernichtet. Es dürfte neben dem Rebhuhn kaum ein zweiter Vogel zu nennen sein, bei dem die Jnteressen des Landmannes und Jägers so zusammentreffen. Weid- und Landmann sollten deshalb im strengen Winter dieser gefiederten Lieblinge, die ich ihre Mitarbeiter nennen möchte, gedenken. Wie leicht ist es ihnen durch einfache Hütten von Fichtenzweigen Schutz gegen Raubvögel und Unwetter zu bieten und an diesen Stellen einen gedeckten Tisch zu bereiten.
Foto: Jan Piecha/NABU
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