Aufnahme: 2015
Die spätsommerliche Zeit mit Pflaumenkuchen und Grillabenden wird bisweilen empfindlich gestört.
Aber nicht alle Wespen sind aggressiv oder versessen auf Pflaumenkuchen und Schinken. Und sie sind prima Schädlingsvertilger, so der NABU.
Nur zwei der in Deutschland vorkommenden sog. "sozialen Wespenarten" können "lästig" werden, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, die zu den Kurzkopfwespen gehören. Sie bauen große Nester für bis zu 12000 Tiere und "stehen auf süße Getränke und Speisen sowie Grillfleisch und haben sich daher ihren schlechten Ruf eingehandelt. Des Weiteren fressen sie gerne die süßen Exkremente der Blattläuse sowie Fliegen, Mücken und andere Kleininsekten. Die Kohlenhydrate süßer Nahrung nutzen die Gemeine und Deutsche Wespe zu ihrer eignen Versorgung, die Proteine wie z.B. im Grillfleisch brauchen sie zur Aufzucht ihrer Brut. Der Lebenszyklus spielt sich von Mai bis Mitte Oktober und in Ausnahmefällen noch länger ab", heißt es in den NABU-Infos über Wespen.
"Der Bau eines Wespennestes beginnt ganz harmlos: Eine einzige Wespe fängt mit dem Bau des Wespennestes an. Es ist eine der Königinnen, die im Vorjahr in einem anderen Staat aufgewachsen ist, den Winter mithilfe einer Art Frostschutzmittel im Körper in Kältestarre überdauert hat und nun einen eigenen Staat gründet. Sie baut ein kleines Nest und legt die ersten Eier. Diese wachsen zu Larven und schließlich zu Arbeiterinnen heran und nehmen der Königin schließlich die Arbeit ab, indem sie die Larven versorgen und das Nest stetig vergrößern, so dass sich die Königin nunmehr ganz auf die Eiablage konzentrieren kann. Alle etwa 100 in Europa vorkommenden Wespenarten der Familie `Faltenwespen´ verwenden für den Nestbau eine papierartige Masse, die aus Holz, gemischt mit Speichel, besteht. Daher wird diese Familie auch `Papierwespen´ genannt", liest man auf www.wespendienst.de - siehe Link unten
Am ihren unterschiedlichen Speisevorlieben und ihren Nestern kann man Lang- und Kurzkopfwespen gut unterscheiden. Aber die äußere Unterscheidung zwischen Deutascher, Gemeiner oder Mittlerer Wespe ist ein Fall für Wespenspezialisten.
Leider fallen die kleineren Nester der harmlosen Mittleren Wespe, die nicht in Höhlen, sondern oft oft an exponierten Stellen in Büschen, Hecken oder unter Dachvorsprünge gebaut werden, oft aus Angst und Unwissenheit sinnloser Zerstörung zum Opfer.
Mehr Infos im Museum zur Mittleren Wespe in Datensatz 10020.
Der Ittenbacher Hobbyfotograf Rolf Kiesewetter hat eine Wespe fotografiert, die gerade Holz für ihren Nestbau abschabt.
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