Aufnahme: 1959
Blick auf das Siebengebirge vom Rodderberg aus
im Aufsatz "Naturschutz, Landschaftsschutz und Naturdenkmale im Siegkreis", abgedruckt in den Heimatblättern des Siegkreises vom Juni 1959.
Leidenschaftlich bricht der Autor, Herm. Jos. Gerlachs, eine Lanze für die Notwendigkeit von Schutzgebieten durch Schaffung von Naturschutzparken, in die auch das bestehende Naturschutzgebiet Siebengebirge einbezogen werden soll. "Nur auf diese Weise können seltene Tier- und Pflanzenarten - Kleinode in der Natur - der Nachwelt hinterlassen werden."
Unumstritten ist dieses Vorhaben auch damals nicht. "Um den großartigen Plan ... verwirklichen zu können, müssen wir alle, die wir unsere Heimat lieb haben, diese Idee tatkräftig unterstützen, denn es sind bei einem solchen Projekt eine Menge Schwierigkeiten zu überwinden, deren Meisterung vor allem das rechte Verständnis und die Einsicht der Bevölkerung voraussetzt."
Ein durchaus aktuelles Thema, die "Verschmutzung und Verschandelung durch den Menschen", spricht der Autor in seinem Aufsatz vor über 60 Jahren deutlich an: "Die Landschaft ist kein Müllschlucker! ... daß man Schutt und Abfälle nicht einfach in eine Mulde kippen oder an eiem Abhang abladen darf, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die aber aus Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit oder Bosheit immer wieder mißachtet wird. Die Sauberhaltung der Landschaft ist oberstes Gebot und kann als primitivste Forderung an jeden einzelnen von uns gestellt werden".
Das werden die zupackenden Mitglieder des VVS auch heute sicher unterstreichen.
Gerlachs erinnert daran, dass die ersten Schutzmaßnahmen zur Rettung des Siebengebirges bis auf das Jahr 1828 zurückgehen, als das Preußische Innenministerium jeden weiteren Abbau auf der Westseite des Drachenfelses wegen der "schweren Gefährdung für Gegend und Arbeiter" untersagt hatte. "Durch Ministerial-Polizeiverordnungen in den Jahren 1922 und 1930 wurde das Siebengebirge zum Naturschutzgebiet erklärt und seine Grenzen festgelegt. Es galt, die erdgeschichtlichen Besonderheiten dieses rheinischen Mittelgebirges vor der drohenden Vernichtung durch die Hand der Steinmetze zu retten."
Glücklicherweise war der besonders gefährdete Drachenfels schon 1836 nach mehrfachem Besitzerwechsel in Staatsbesitz übergegangen. Dem 1870 gegründeten Verschönerungsverein für das Siebengebirge, der weitere gefährdete Gebiete ankaufen konnte, "und seinen tatkräftigen Mitgliedern verdanken wir die Erhaltung des Siebengebirges vor rücksichtsloser Ausbeutung, ein wahrhaft segensreiches Erbe für uns und unsere Nachwelt" (aaO).
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