Aufnahme: 1982
Grünanlage wurde ihrer Bestimmung übergeben
Schon um die Jahrhundertwende die Voraussetzungen geschaffen
Bürgermeister Hank: Ittenbach ist die Krone von Königswinter
Unter diesen Überschriften berichtete der Bonner General-Anzeiger:
"Ittenbach: (ül) Schon vor mehr als 80 Jahren, um die Jahrhundertwende, wurden die Voraussetzungen für die heutige Grünanlage „Im Tälchen" geschaffen. Damals, als die Steinbrüche im Siebengebirge geschlossen wurden um dem Naturschutz einen Tribut zu zollen, waren die Arbeitsplätze für die Ittenbacher Bürger knapp. Dennoch lehnten es die damaligen Gemeindevertreter ab, daß „Im Tälchen" Industriebetriebe angesiedelt wurden. So blieb dieses landschaftlich reizvolle Gebiet erhalten. Für den Fremdenverkehrsort Ittenbach war die damalige Entscheidung zukunftsweisend und von großer Bedeutung. Das erklärte der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins Ittenbach, Rolf Görres, als die neue Grünanlage ihrer Bestimmung übergeben wurde.
Als dann das Hotel „Margarethenhöhe" und weitere Fremdenhotels gebaut wurden, war der Weg für Ittenbach als Fremdenverkehrsort endlich frei. Auch nach dem Krieg waren Industriebetriebe daran interessiert sich im Gebiet des Tälchens" anzusiedeln. Doch der damalige Bürgermeister Karl Haaks und seine Gemeinderäte blieben hart und hielten der Versuchung stand. „Heute sind wir froh und glücklich darüber", führte Rolf Görres aus, „zumal der Stadtrat von Königswinter nach der kommunalen Neuordnung versuchte, die alten Pläne zu realisieren. Heute, nachdem entlang des Tälchens ein Kanalbegleitweg als Wanderweg angelegt worden ist, wird die Grünzone von den Bürgern und den Gästen als Wandergebiet und als Naherholungszone sehr gut angenommen."
Bürgermeister Günter Hank, der den angehenden Luftkurort Ittenbach als die „Krone der Stadt Königswinter" bezeichnete, eroberte sich die Herzen der Ittenbacher Bürger mit seiner humorvollen Ansprache wieder einmal im Sturm. „Ich komme mir vor wie ein Hirte", so Hank, „der aus dem nebligen Tal auf den Berg kommt und dort eitel Sonnenschein vorfindet." Hank hatte wegen der großen Hitze sein Jackett abgelegt und zollte den früheren Ittenbacher Ratsmitgliedern wegen ihre „weisen Entscheidung", im Tälchen keine Industrie anzusiedeln, uneingeschränktes Lob. Hank erklärte, daß der Bau eines Kanalsammlers auf einer Länge von 4,2 Kilometern mit einem Kostenaufwand von rund fünf Millionen Mark die Voraussetzungen für den Bau der Wanderwege gewesen sei. Wir wollen erreichen, daß eines Tages eine geschlossene Erholungszone zwischen Autobahn und Siebengebirge entsteht, wo sich unsere Bürger, vor allem aber unsere Senioren in Ruhe erholen können.
Hank, der neben der Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit auch dem „VVI" ein herzliches Dankeschön für seine Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit entbot, dankte vor allem den Ittenbacher Vereinen, die Ruhebänke für das Tälchen gestiftet zu haben. Besonderen Dank sagte Hank dem Ehepaar Dykerhoff, das als Neubürger eine Sitzecke im Zentrum der Wanderwege aufstellen ließ.
Nachdem Hank, assistiert von Rolf Görres, ein rot-weißes Band zerschnitten hatte, wurde das Erholungsgebiet offiziell seiner Bestimmung übergeben. Mehr als 200 Ittenbacher Bürger nahmen am sich anschließenden gemütlichen Beisammensein teil. Vor Beginn waren die Teilnehmer im Festzug, unter den Klängen des Ittenbacher Bläserkorps, anmarschiert. Später spielten die Bläser zur Unterhaltung auf. Die Ittenbacher Chöre erfreuten mit Lieddarbietungen. Gemeinsam mit dem Pfarrkirchenchor wurde das Ittenbacher Heimatlied gesungen.
Kinder der katholischen Grundschule verteilten unter dem Motto „Grün wird durch Bunt (Blumen) erst schön", als Elfen, Maikäfer oder Zwerge verkleidet, den weiblichen Festteilnehmerinnen rote Rosen im Namen des Vereins der Freunde und Förderer der Grundschule. Zur Freude der Ittenbacher starteten die St. Georgs-Pfadfinder auf einem Teil der Wanderwege ein Seifenkistenrennen. Kutschfahrten führten über die schönsten Stellen des Wanderwegenetzes. Zu den Gästen der Feierstunde zählte auch Ratsmitglied Peter Jungbluth und der Erste Beigeordnete der Stadt Königswinter, Erich Lichtenberg."
Mit Bier und Blasmusik wurde die Einweihung der Grünanlage „Im Tälchen“ gefeiert.
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