Aufnahme: 1967
Luftkurort ITTENBACH
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Ittenbach im Siebengebirge wird als fränkische Siedlung urkundlich schon vor mehr als tausend Jahren im Jahre 922 erwähnt. Nach Gründung der Zisterzienser-Abtei Heisterbach dieser zugehörig, war es später eine Filiale von Königswinter, bis es im Jahre 1667 zur selbständigen Pfarre erhoben wurde.
Die erste Kirche (1660 erbaut) musste wegen schlechten baulichen Zustandes im Jahre 1827 abgebrochen und konnte erst im Jahre 1894 durch eine neue ersetzt werden. Die Erbauung des Kirchturmes im Jahre 1894 gab diesem Bauwerk seinen vorläufigen Abschluss. Der schlichte, architektonisch schöne romanische Turm, weit sichtbar von Nord und Ost, hebt Kirche und Dorf wirksam aus der Landschaft heraus. Mehrfach wurde die Kirche erweitert, zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg durch Anbau der Gnadenkapelle, die der Verehrung der Schmerzhaften Mutter geweiht ist.
Seitdem Königswinter im Jahre 1870 die Stadtrechte erworben hat, bildet Ittenbach als selbständige Gemeinde mit der Gemeinde Aegidienberg das Amt Königswinter-Land. Um die Jahrhundertwende war Ittenbach ein kleines und armes Bauern- und Arbeiterdorf. Viele Tagelöhner sahen sich durch die Stilllegung der Steinbrüche im Siebengebirge gezwungen, nach neuen Arbeitsmöglichkeiten auszuschauen.
Allmählich aber entwickelte sich seit Erbauung des Margarethenhofes in den Jahren 1903/04 der Fremdenverkehr. Nach und nach entstanden weitere Gehöfte, und wohlhabende Familien aus den benachbarten Städten begannen mit der Errichtung zahlreicher Villenbauten. Entscheidend für die Entwicklung Ittenbachs war der Ausbau der Straße Königswinter — Margarethenhöhe Ittenbach — Oberpleis im Jahre 1928 und später der Bau der Autobahn mit Ausfahrt zum Siebengebirge. Dadurch wurde Ittenbach in ganz ungeahnter Weise für den Fremdenverkehr aufgeschlossen.
Die natürliche Schönheit seiner Lage inmitten von Gärten und Wiesen, seine malerischen schwarzweißen Fachwerkbauten, der hübsche Villenkranz auf den Höhen, der weite Marienplatz mit seiner barocken Mariensäule aus Heisterbach, das stimmungsvolle Kriegerdenkmal und nicht zuletzt seine wohlgepflegten Gaststätten machen Ittenbach zu einem beliebten Ausflugsziel von fern und nah.
Der benachbarte Soldatenfriedhof ist wohl einer der besuchtesten Westdeutschlands. Verlockend ist auch ein Gang durch das nahe gelegene Wildgatter vom Laagshof, ein Waldgebiet von mehreren hundert Morgen.
Die gesunde ozonreiche Luft der mittleren Höhenlage (ca. 300 m) und bequeme Waldspaziergänge mit vielen Ruhebänken bieten einer immer ansteigenden Zahl von Erholungssuchenden sichere Gewähr für gute Entspannung.
In zahlreichen Hotels, Gasthöfen, Pensionen und blitzsauberen Privathäusern ist für beste Aufnahme und liebevolle Betreuung gesorgt.
In der Tat, Ittenbach macht seinem jungen Ruf als Luftkurort alle Ehre.
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