Aufnahme: 1939
Windbruch am Lohrberg
Manfred Wilhelmy erinnert sich:
Ein Sturm hatte um das Jahr 1939 herum an dem höchsten Punkt der Löwenburger Straße, im Bereich des später unter „Kaltluftschneise“ bekannten Geländes, den mit großen Fichten bestandenen Wald fast vollständig niedergelegt.
Die Aufforstung wurde unterhalb der Straße durch Douglasfichten vorgenommen. Oberhalb der Löwenburger Straße hat man Eichenbäume gepflanzt. Seitdem weiß ich, dass Fichten, insbesondere am Lohrberg, die Standfähigkeit nicht erreichten, um einem heftigen Sturm genügend Widerstand zu bieten. Die Fichten gehören nämlich zur Gattung der „Flachwurzler“. Ich sah damals, dass die Bäume keine Ballen gebildet hatten und nur mit einem flachen Wurzelwerk ausgestattet waren. Die Standhaftigkeit war zudem dadurch eingeschränkt, weil der Untergrund aus felsigem Gestein bestand.
Nach 30 Jahren, also 1970, hatten die Douglasfichten sich zu einem dichten Wäldchen entwickelt, wie das nachfolgende Foto belegt.
Der damals im Winter regelmäßig zu erwartende Schneefall hatte dafür gesorgt, dass der Weg derart zugeschneit war, dass die ersehnte Rodelpiste hier hergerichtet werden musste. Die am Waldrand beginnende Wiese war eingezäunt. Eine Öffnung des Zaunes gestattete im weiteren Verlauf eine Piste, die von der Löwenburger Straße bis zum Lahrring hin reichte.
- Die Rodelwiese unterhalb der Löwenburger Straße um 1970 -
Der Weidezaun verlief natürlich auch entlang der Straße, und eine breite Öffnung darin sorgte für leichten Zutritt zu der Weide. Es kam vor, dass Schlittenfahrer sich bei der benötigten Länge ihres Bremsweges bis zum Zaun verschätzten und dort ungewollt die Fahrt abrupt beendeten. Eine Möglichkeit sich davor zu bewahren bestand darin, dass man sich vom Schlitten fallen und diesen führerlos durch den Zaun sausen ließ. Den am Straßenrand trotz Parkverbot geparkten Autos bekam es schlecht, wenn sie im Bereich der Zielrichtung des auf sie zuschießenden Schlittens standen. Da es manchen Menschen zueigen ist, Schadenfreude auszukosten, gab es immer derart veranlagte Leute, die aus einem solchen Ereignis einen Erlebnisgewinn ziehen wollten. Der nach Vollendung des erwarteten Zusammenstoßes folgende Ausspruch „dat schad’ däm nix“ erzeugte dann schließlich bei den hämisch lachenden Zuschauern das wohlige Gefühl einer Genugtuung. Der geschädigte Autobesitzer aber hatte dem Ausspruch der Schadenfreudigen indes wohl keine buchstabengetreue Empfindung abgewinnen können.
Der Rat der Stadt Königswinter hatte einem Klimagutachten entsprechend beschlossen, Beeinträchtigungen (z.B. durch Baumaßnahmen) im Bereich der Wiese und auch weitergehend talwärts die Zulasssung zu verwehren. Das ist zumindest im Bereich der großen Wiese gegeben, da deren Eigentümer der VVS (Verschönerungsverein für das Siebengebirge) ist, ein Verein, der die Bewahrung der Natur in seiner Satzung festgelegt hat. Damit dürfte feststehen, dass z.B. für Kinder weiterhin eine der letzten vorhandenen Freiflächen zumindest im Winter erhalten bleibt. Desweiteren bietet der um die Weidefläche herum führende Fußweg Wanderern eine Möglichkeit, in den Wald und zur Löwenburg zu gelangen, ohne die Fahrstraße benutzen zu müssen.
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