Aufnahme: 2026

Nachruf auf Dr. Helmut Herles

der am 11. Januar 2026 im Alter von 85 Jahren gestorben ist

Im General-Anzeiger schreibt Chefredakteur Helge Matthiesen unter der Überschrift: 

Er prägte den GA in den Jahren des Umbruchs

"Helmut Herles wird kaum geahnt haben, wie schwierig die Zeiten werden würden, als er am 1.?Mai 1991 die Aufgabe des Chefredakteurs des General-Anzeiger Bonn übernahm. Wenige Wochen später fiel die Entscheidung für Berlin. Bonn verlor den Sitz von Regierung und Parlament mit allen unabsehbaren Folgen für die damals in der Hauptstadt erscheinende Regionalzeitung. Herles führte die Redaktion bis 1999 durch bewegte und unsichere Jahre. Am vergangenen Sonntag ist er mit 85 Jahren verstorben. Sein Geburtsort liegt in Böhmen und hieß 1940 Komotau, heute Chomutov in Tschechien. Als Kind erlitt er die Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland, über Thüringen kam er nach Westdeutschland. Er studierte in Bonn, Wien und Frankfurt Germanistik, Russisch und Volkskunde. 1969 wurde er an der Philosophischen Fakultät in Frankfurt promoviert."

Zum vollständigen Artikel im General-Anzeiger - siehe 1. Link unten

Seine Liebe zu Ittenbach, wo er seit 1978 zuhause war, hat er dokumentiert unter der Überschrift "Mein Ittenbach" in der Festschrift des VVI 2009, zu der er auch noch weitere Artikel beigetragen hatte - siehe 2. Link unten

Dort heißt es: Dr. Helmut Herles, Jahrgang 1940, Journalist und Schriftsteller, lebt seit 1978 in Ittenbach am Oelbergringweg. Er war 1975 als F.A.Z.-Korrespondent nach Bonn gekommen und wohnte zunächst an der Mertenbitze in Thomasberg. 1991 wechselte er als Chefredakteur zum General-Anzeiger und wurde 2000 dessen Chefkorrespondent mit Büros in Bonn und Berlin, um den Ortswechsel des Bundestages unmittelbar zu erleben. Dabei hielt er bis heute an seiner Wohnung bei uns fest. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher. Darunter über Bundestag und Bundesrat und zur deutschen Einheit, den dreisprachigen Bildband "Schönes Bonn" (Verlag Ellert und Richter Hamburg) und das Lesebuch "Von den Geheimnissen und Wundern des Caesarius von Heisterbach" (Bouvier Verlag Bonn, 4. Auflage 2007). Schreibt nach wie vor politische Leitartikel und ebenso gern lokale Glossen.

In der VVI-Festschrift finden Sie auch seinen Bericht aus dem Jahr 2009 anlässlich 60 Jahre "Verkündung des Grundgesetzes und Ausrufung der Bundesrepublik" 1949 in Bonn, an der der ehemalige Ittenbacher Lehrer Harry Schillings mit allen Schulkindern teilgenommen hatte.

Schon 1984 hatte er über den Umzug der Naumann-Stiftung in den Margarethenhof einen Artikel in der FAZ geschrieben, den Sie im Museum im Datensatz 6291 nachlesen können.

In Ittenbach war Dr. Helmut Herles kein Unbekannter. Im Bürgerverein VVI hat er schon vor Jahrzehnten Vorträge gehalten u.a. über die Entwicklung der beiden Städte Bonn und Berlin nach dem Umzug der Regierung und über sein Spezialthema "Caesarius von Heisterbach". Noch 2016 gab er zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden Manfred Stützer in Oberpleis eine kabarettreife Kostprobe seines Humors. In den letzten Jahren hinderte ihn sein Gesundheitszustand daran, am Dorfleben aktiv teilzunehmen, was er lange Jahre sehr genossen hatte. 

Einen Überblick über sein Leben finden Sie auch auf Wikipedia - siehe 3. Link unten.

Bild oben: Helmut Herles bei einer Rede im Jahr 2012. Foto: MLH/Horst Müller 

Bild unten: Dr. Herles bei einer Führung vor der Mantelmadonna an der Klosterruine Heisterbach im Jahr 2006

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