Aufnahme: 2004

In Ittenbach ist Professor Selten nur selten

Bürgerverein hat den Nobelpreisträger zum Gespräch eingeladen. "Spieltheorien" sollen wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich machen. Psychologie und Botanik weitere Hobbies

Darüber berichtete der General-Anzeiger:

„Wir waren in Siegburg einkaufen, als ich den Nobelpreis bekam", erinnerte sich Professor Reinhard Selten. Der Ittenbacher, der 1994 für seine wirtschaftswissenschaftlichen „Spieltheorien" ausgezeichnet wurde, erzählte auf Einladung des Ittenbacher Bürgervereins (VVI) diese und viele andere Geschichten aus seinem Leben.
Normalerweise werden die Preisträger vor der Öffentlichkeit benachrichtigt. Da Selten jedoch nicht erreichbar war, überbrachte ihm die bereits vor seiner Haustür wartende Presse die frohe Kunde. „Wir möchten nicht nur den Wissenschaftler, sondern auch den Mitbürger und Nachbarn besser kennen lernen", sagte die VVI-Vorsitzende Annette Hirzel. Dabei war es für den VVI gar nicht so einfach, einen Termin mit dem berühmten Bürger zu finden. "Er ist immer noch viel in der Welt unterwegs", stellte Hirzel fest.
Der emeritierte Professor, der einen Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften in Bonn innehat, ist vielseitig interessiert: Mathematik, Psychologie und Botanik zählt er zu seinen Hobbies. Verschrieben hat er sich jedoch den „Spieltheorien“, die ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften sind. "Im Zentrum des Interesses stehen mathematische Beschreibungen von wirtschaftlichen Situationen", erklärte Selten. Der Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge soll zu deren Verständnis führen. "Ein breites Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen ist für eine Demokratie notwendig", fuhr Selten fort.
Als Berater beispielsweise für die Politik ist selten eher selten tätig. "Ich bin kein Wirtschaftspolitiker. Ich sage den Regierungen nicht, was sie tun sollen. Ich betreibe Theorie", so der Wissenschaftler.

Bildunterschrift: Auf eine interessierte Zuhörerschaft trifft Professor Reinhard Selten bei seinen Erzählungen in seinem Wohnort Itenbach.

Mehr Infos im Museum zur Person - siehe Link unten

Quelle
Bonner General-Anzeiger vom 01.07.2004
Zur Verfügung gestellt von
Annette Hirzel Infos zum Nobelpreisträger Prof. R. Selten
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