Aufnahme: 1981

Hohe Auszeichnung für Emil Siebertz

Der Bundespräsident hat dem Ittenbacher Bürger Emil Siebertz die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Überreichung nahm im Sitzungssaal des Rathauses in der Altstadt Landrat Dr. Franz Möller vor. Im Alter von 25 Jahren, im Jahre 1929, begann Emil Siebertz seine Tätigkeit als Maschinenschlosser im Hotel „Petersberg". Man vertraute ihm die Wartung und Überwachung aller Maschinen und elektrischen Anlagen an. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten hatte er wie kein anderer die Möglichkeit, den Werdegang dieses berühmten Hauses über dem Rhein mitzuerleben. Landrat Dr. Möller erinnerte in seiner Laudatio an die Zeit des schrecklichen zweiten Weltkrieges. Während dieser Zeit war das Haus geschlossen, dafür wurden die Rheinterrassen geöffnet. Nach dem Kriege wurde das Hotel von englischen und später von belgischen Truppen belegt, bis im Jahre 1949 die alliierten Hohen Kommissare in das Haus einzogen. Anfang der 50er Jahre hatte das Publikum wieder Zugang zu den Rheinterrassen und 1954 stand das Petersberghotel den Gästen aus aller Welt wieder offen. Das Jahr 1970 setzte der langen Tradition des Hauses als Hotel ein Ende, die Pforten sollten sich jedoch nur vorläufig schließen. Jetzt baut die Bundesregierung die Räumlichkeiten in ihrem Gästehaus aus. In all diesen Jahren, den schönen und auch den düsteren, war der neue Ehrenträger dem Haus auf dem Petersberg treu geblieben. Siebertz erfüllte stets mit großem Verantwortungsbewußtsein die ihm anvertrauten Aufgaben. Dr. Möller: Wie sehr Sie mit dem Haus verwachsen waren zeigt sich darin, daß Sie auch in der Zeit Ihrer Dienstverpflichtung während des Krieges bei den Lemmerzwerken an den freien Tagen im Hotel nach dem Rechten sahen. Auch nach der Schließung des Hotels im Jahre 1970 und während der noch andauernden Umbauarbeiten betreuten und überwachten Sie trotz Ihres hohen Alters die gesamte Hotelanlage. Nach dieser langen Zeit der treuen Pflichterfüllung kann man sagen, daß Sie zum unersetzlichen Teil, zum festen Inventar dieses bekannten Hauses geworden sind."

Siebertz hat im Laufe der Jahre viele hochstehende Persönlichkeiten, darunter auch gekrönte Häupter, aus- und eingehen sehen.
„Sie waren der gute Hausgeist des Hotels und es war für Sie wohl ein schlimmer Tag, als die Einrichtung versteigert wurde", meinte Bürgermeister Günter Hank. Königswinter verdanke Emil Siebentz noch viel mehr, denn er sei es gewesen, der den Museumsleuten jene Grabungsstellen zeigte, unter denen man die alte romanische Kirche gefunden hat. Hank gratulierte und überreichte ein Buch über den Drachenfels.
Dieter Streve gratulierte im Namen der Familie Mülhens-Streve, mit der Emil Siebertz seit vielen Jahren verbunden ist. Er würdigte die stille und doch humorvolle Art des Ausgezeichneten und überreichte ein Goldstück: denn das waren Sie auch für alle".

Weitere Informationen im Museum zu Emil Siebertz finden Sie im Link unten

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 12 vom 21.03.1981
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt Mehr Informationen zu Emil Siebertz
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