Aufnahme: 1972
Bürgermeister i. R. Karl Haacks erhielt Bundesverdienstkreuz
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der "Alten Post" zu Ittenbach überreichte Landrat Lindlar dem letzten "ersten Bürger" von Ittenbach vor der kommunalen Neuordnung, Bürgermeister Karl Haacks, das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Landrat betonte in seiner Glückwunschansprache, nachdem er zunächst die vielen Ehrengäste begrüßt hatte, daß Karl Haacks die Ehrung wohl verdient habe.
"Karl Haacks gehört zu den Männern der ersten Stunde." So begann der Landrat seine Laudatio auf den Ordensträger. "Der Ausgezeichnetete war in den Anfangsjahren der Demokratie schon dabei. Bereits im Jahre 1924 wurde er in den Rat der Gemeinde Ittenbach und in die Amtsvertretung von Königswinter-Land berufen. Dann kam das Unglücksjahr 1933. Karl Haacks wurde aus seinen sämtlichen politischen Ämtern entfernt. Doch zwei Tage nach der Besetzung durch die Amerikaner, Siegburg und Hennef waren damals noch in deutscher Hand, wurde er vom amerikanischen Kommandanten wieder in die Politik zurückberufen. Bis 1969 gehörte Karl Haacks dem Rat der Gemeinde Ittenbach an. Auch in die Amtsverwaltung Königswinter-Land wurde Karl Haacks wieder berufen und gewählt. Von 1946 bis 1952 war er stellvertretender Bürgermeister und von 1952 bis zur kommunalen Neuordnung Bürgermeister von Ittenbach. Zwei Legislaturperioden bekleidete er auch den Posten eines Amtsbürgermeisters von Königswinter-Land. "Wenn man die Stunden zusammenzählt", so sagte der Landrat weiter, "die Karl Haacks für seine Heimat und seine Mitbürger kommunalpolitisch geopfert hat, so kommen Jahre heraus."
Aber auch in allen Vereinen wirkte Karl Haacks aktiv mit. Seit 1914 gehört er dem Turnverein „Germania“ an. Dort bekleidete er von 1924 bis 1938 den Posten eines ersten Vorsitzenden. Viele Jahre leitete er auch die örtliche Feuerwehr. Karl Haacks ist auch Mitbegründer des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Ittenbach. Seit der Gründung bis zum Jahre 1971 gehörte Haacks dem Vorstand des Verschönerungsvereins an. Auch war er viele Jahre im Vorstand der Spar- und Darlehnskasse.
In seiner weiteren Laudatio nannte Landrat Lindlar noch viele weitere Posten und Ehrenämter, die der Verdienstkreuzträger bekleidete. Nachstehend nennen wir noch die wichtigsten: Orts- und Bezirkslandwirt, Schöffe an den Amtsgerichten Königswinter, Siegburg und Bonn, viele Jahre Vorsitzender des Bezirks Siebengebirge des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Jagdvorsteher und Beiratsmitglied des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge. Landrat Lindlar überreichte nicht nur das Bundesverdienstkreuz, sondern verlas auch die entsprechende Urkunde. Gleichzeitig überbrachte Lindlar die Grüße und Glückwünsche der Landesregierung, des Regierungspräsidenten und der Kreisverwaltung.
Bürgermeister Hank hatte die Zeit des politischen Wirkens von Karl Haacks zusammengezählt. 33 Jahre war Haacks im Rat und 18 Jahre Bürgermeister. "Ihr Verdienst war es, aus dem kleinen verträumten Ort Ittenbach hinter den Sieben Bergen trotz des niedrigen Etats den schönsten Wohnplatz der neuen Stadt Königswinter zu schaffen. Sie, Herr Haacks, waren immer für den größeren Zusammenschluß und haben sich einer Vereinigung mit Königswinter nicht wiedersetzt." Hank sprach aber auch der Gattin des Ausgezeichneten den Dank aus. Sie haben ihren Mann immer laufen lassen, wenn es hieß, für die Gemeinde tätig zu sein." Nach den Worten des Stadtoberhauptes befindet sich die Familie Haacks nachweisbar seit 1747 in Ittenbach. „Aber vielleicht gab es vor 1747 auch schon Menschen mit dem Namen Haacks in Ittenbach. Sie, verehrter Herr Haacks, haben einen richtigen Ittenbacher Kopf."
Während Landrat Lindlar ein Blumenangebinde an Frau Haacks überreichte, gratulierte Bürgermeister Hank dem Ausgezeichneten mit einem Blumenangebinde in den Farben der Stadt und sechs Flaschen Königswinterer Wein. „Sie haben in ihrem Leben viele Enttäuschungen, aber auch eine schöne Zeit erlebt, die Ihnen viel Freude bereitet hat."
Die anwesenden Gäste schlossen sich mit Glückwünschen und Geschenken an. Der Feierstunde wohnten u. a. bei: Stadtbrandmeister Willi Gassen, Kreistagsabgeordneter Theo Potthast, die Vereinsvorsitzenden und einige Stadtverordnete.
Im Saale hatten sich die Blau-Weißen Funken aufgestellt und erfreuten Karl Haacks mit einem musikalischen Gruß. Obristwachtmeister Karl-Heinz Görres überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Korps und überreichte einen Blumenstrauß. "Wir sind mit Ihnen eng verbunden, haben Sie uns doch in unseren Anfangsjahren vor 20 Jahren alte ausgediente Feuerwehruniformen zur Verfügung gestellt. Von diesen Uniformen rührt auch unser Name."
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