Aufnahme: 1997
Montagstreff der Senioren / Chronik 1996 -1997
02.09.1996 Pfarrheim Oberpleis Da Fred Euskirchen Urlaub hatte, übernahm Fritz Neuhöfer die Programmgestaltung an diesem Tag. Er hielt einen Vortrag über die Presse. Dazu hatte er drei Zeitungen mitgebracht, die „Bild", als Boulevardblatt, den „Generalanzeiger" als Lokalzeitung und die „Frankfurter Allgemeine" als Weltzeitung. Er las verschiedene Artikel aus den einzelnen Zeitungen vor und kommentierte sie. Fritz vertrat die Ansicht, eine Zeitung wie die "Bild" kann man lesen, muß man aber nicht. Eine Lokalzeitung wie z.B. den „Generalanzeiger" sollte man unbedingt lesen um informiert zu sein. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" sei eine Zeitung für Geschäftsleute mit vielen Börsen- und Geschäftsberichten und somit für den Normalverbraucher weniger interessant.
09.09.1996 Pfarrheim Oberpleis An diesem Tag zeigte uns Fritz Neuhöfer einen Videofilm über Bali. In dem Film wurde über das Leben der Menschen in Stadt und Land berichtet. Es wurden die Menschen auf den Reisfeldern gezeigt. Die Schönheit der Städte von Bali und auch von Singapur bekamen wir zu sehen. Da Fritz schon sehr häufig in Bali war, konnte er als Ergänzung zu dem Film noch vieles erzählen und so manche Frage beantworten. Fred Euskirchen dankte Fritz für seine interessanten Ausführungen.
16.09.1996 Große Herbstfahrt nach Billerbeck im Teutoburger Wald Da alle rechtzeitig erschienen waren, konnten wir pünktlich um 8.00 Uhr in Oberpleis losfahren. Der erste Reiseabschnitt ging über die Autobahn bis zur Raststätte Lichtendorf. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bis Paderborn, wo wir die Autobahn verließen und schon um 11.30 Uhr kamen wir in unserem Hotel Linde in Billerbeck an. Nach dem Kofferauspacken bekamen wir ein sehr gutes Mittagessen in unserem Hotel und am Nachmittag ging die Fahrt weiter nach Driburg. Hier besichtigten wir eine historische Glasbläserei. Wir hatten Gelegenheit anzuschauen, wie eine Blumenvase und ein Schwan aus Glas hergestellt wurden. Nach der Besichtigung hatte man die Möglichkeit in dem dazugehörenden Laden Produkte aus der Glasbläserei zu kaufen. Anschließend ging es in das Cafe Heyse zum Kaffee trinken. Zum Abendessen waren wir wieder pünktlich im Hotel Linde.
17.09.1996 Nachdem wir gut gefrühstückt hatten fuhren wir mit dem Bus nach Höxter um die Abtei Marienmünster zu besichtigen. 1128 wurde das Kloster von Graf Widukind III von Schwalenberg und seiner Gattin Luitrud gestiftet. Die Blütezeit des Klosters war im 13. Jahrhundert. Die sehr wertvolle Orgel wurde 1736 - 1738 in die Kirche eingebaut und ist nach einigen Restaurierungen heute noch in Betrieb. Wir bekamen eine Tonbandaufzeichnung zu hören. Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung ging die Fahrt weiter nach Corvey. Hier besichtigten wir das Kloster Corvey welches von 822 - 875 erbaut wurde. Auch hier wurden wir ausführlich über die alten Bauwerke unterrichtet. Nach dem Mittagessen in Corvey ging es weiter nach Fürstenberg, zur Besichtigung der Porzellanmanufaktur. Zur Einführung gab es einen Videofilm über die Herstellung von verschiedenen Gebrauchsartikel zu sehen, z. Tassen, Teller, Schüsseln, Kaffeekannen, Vasen usw. Anschließend konnte man durch eine Ausstellung mit wunderbaren Porzellangegenständen gehen. Nach dem Kaffeetrinken, in den Weserbergterrassen in Fürstenberg, fuhren wir mit dem Bus zurück nach Billerbeck. Hier war um 19.00 Uhr das Abendessen gerichtet.
18.09.1996 Nach dem Frühstück ging die Fahrt zu den Externsteinen, ein gewaltiges Naturdenkmal. Riesige Steinblöcke, die über viel Stufen auch bestiegen werden können. Nachdem wir dieses Naturdenkmal besichtigt hatten und so manch einer die Steine auch erkletterte, ging es weiter zum Hermannsdenkmal. Das Denkmal wurde 1875 errichtet. Nach dem Aufstieg über 64 Stufen, hatte man einen herrlichen Ausblick, aber der Wind war recht kalt dort oben. Da tat ein warmes Mittagessen im Restaurant am Hermannsdenkmal richtig gut. Nachmittags stand dann die Besichtigung von Schloß Detmold auf dem Programm. Auch hier hatten wir wieder eine gute Führung durch das historische Schloß. In Filzpantoffeln ging es durch die vielen Räume mit einer riesigen Bücherei. Den Nachmittagskaffee gab es an diesem Tag im Hotel Linde. Nach dem Abendessen folgte der angekündigte „Rheinische Abend". Als Auftakt bekam jeder vom Wirt ein Schnäpschen spendiert, da er an diesem Tag Geburtstag hatte. Mit Musik und Tanz und vielen lustigen Einlagen wurde es ein wirklich gelungener Abend.
19.09.1996 Nach dem Frühstück ging die Reise zuerst nach Hameln. Bei einem Stadtbummel konnten wir viele sehr schöne Fachwerkhäuser mit ihren herrlichen Giebeln betrachten. Um 11.05 Uhr konnten wir den Klängen der Glockenspiele am Hochzeitshaus lauschen. Von da aus ging die Fahrt weiter zur Porta Westfalica. Zuerst nahmen wir im Restaurant am Denkmal unser Mittagessen ein. Gut gesättigt wanderten wir nun zum Kaiser Wilhelm Denkmal. Von dort aus hat man einen schönen Blick in die Umgebung. Leider konnten wir das Denkmal wegen Renovierungsarbeiten nicht besteigen. Dann ging es mit dem Bus weiter nach Lemgo. Hier gab es Kaffee und Kuchen im Cafe Ratskeller. Anschließend wurde das Hexenrathaus besichtigt. Dieses alte Fachwerkhaus, welches früher vom Bürgermeister bewohnt wurde, welcher sich an den Hexenprozeßen beteiligt hatte, nannte man deshalb Hexenrathaus. Im Keller wurden uns viele Folterwerkzeuge aus der Zeit der Hexenverfolgung gezeigt. Außerdem ist dort ein Museum untergebracht, mit Gegenständen des täglichen Lebens. Nach all diesen Besichtigungen ging es mit dem Bus zurück nach Billerbeck zum Abendessen und Kofferpacken.
20.09.1996 Nach dem Frühstück wurden die Koffer in den Bus verladen und die Fahrt ging nach Paderborn. Hier wurden wir in zwei Gruppen durch die Stadt geführt. Aber Hauptbesichtigungspunkt war der Dom. Der Dom ist die Bischofskirche des Erzbistums Paderborn. Er ist in seiner jetzigen Form von 1225 - 1270 entstanden und wurde nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg mit kleinen Veränderungen wieder aufgebaut. Der Dom hat eine Länge von 104 m und eine Breite von 52 m und ist 28 m hoch. Der Dom hat mit der Krypta 811 Sitzplätze. Erwähnenswert ist auch die Orgel. Sie besteht aus der Turmorgel mit 75 Registern, der Chororgel mit 49 Registern und der Kryptaorgel mit 15 Registern. Die drei Orgeln können zusammen von einem Spieltisch gespielt werden, aber auch einzeln. Die Orgel hat 10800 Orgelpfeifen. Die wertvollen Werke der Kirche wurden während des Krieges ausgelagert und besonders geschützt und haben so den 2. Weltkrieg unversehrt überstanden. Nach der Besichtigung gingen wir zum Mittagessen ins Kolpinghaus. Um 14.00 Uhr begann die Heimreise. Mit einer kleinen Pause in Lichtendorf und vielen Staus kamen wir gegen 18.15 Uhr in Oberpleis an.
23.09.1996 Pfarrheim Oberpleis An diesem Tag wurde der 85. Geburtstag von Jakob Krämer und der 91. Geburtstag von Josef Neuhöfer gefeiert. Ernst Bogdanski verlas die Geburtstagslitanei und Fred Euskirchen überreichte einen Frühstückskorb an Jakob Krämer. Nachdem wir uns mit Kartoffelsalat und einer Riesenbockwurst gesättigt hatten, sahen wir uns einen Videofilm über Eisenbahnen und Lokomotiven an. Von der ersten Eisenbahnfahrt von Führt nach Nürnberg bis zu den heutigen Zügen wurde alles gezeigt.
30.09.1996 Generalversammlung im Pfarrheim Oberpleis Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Fred Euskirchen las dieser den Jahresbericht vor. Fred erinnerte daran, daß der Montagstreff nun 12 Jahre besteht. Er bat die Anwesenden sich von den Sitzen zu erheben und der Toten des vergangenen Jahres zu gedenken. Der Montagstreff hat z.Z. 51 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von 77 Jahren. Jeder erhielt eine Chronik vom letzten Jahr und eine Liste in der alle Mitglieder aufgeführt sind. Es folgte nun der Bericht des 1. Kassierers Hans-Robert Mies und des 2. Kassierers Karl Buhr, sowie des Kassenprüfers Reinhard Meurer. Allen wurde von der Versammlung einstimmig Entlastung erteilt. Es zeigte sich, daß in der Kasse noch ein gutes Polster ist und wir weiter mit 1.- DM pro Nachmittag auskommen. Im Anschluß daran erfolgten die Neuwahlen. Der bestehende Vorstand wurde einstimmig wieder gewählt. Neu hinzugekommen ist je ein Vertreter für den zweiten Kassierer und den Schriftführer. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Ehrenvorsitzender Josef Neuhöfer
- 1. Vorsitzender Fred Euskirchen
- 2. Vorsitzender Fritz Neuhöfer
- 1.Kassierer Hans-Robert Mies
- 2. Kassierer Karl Buhr/Stellvertreter: Ernst Bogdanski
- Kassenprüfer Reinhard Meurer
- Schriftführer Wilfried Weber/Stellvertreter: Walter Waskowiak
Nachdem der neue Vorstand gewählt war, wurde über weitere Veranstaltungsthemen diskutiert. Fritz Neuhöfer wurde für seine vielen guten Vorträge gelobt, kritisiert wurde jedoch manchmal die Länge. Josef Neuhöfer sprach im Namen aller Fred Euskirchen seinen Dank für die gute Vorstandsarbeit aus uns die präzise Vorbereitung der Fahrt in den Teutoburger Wald.
07.10.1996 Pfarrheim Oberpleis Heute unterhielt uns ein Referent aus unseren eigenen Reihen. Karl Petersohn hielt einen sehr interessanten Vortrag über seine Wanderschaft als Geselle. Im Sommer 1937 zog er von Westerhausen mit 15 DM in der Tasche zunächst nach Düsseldorf zu seinem Bruder. Von dort nach Aachen, auch hier lebte ein Bruder. Dann ging es weiter durch die Eifel nach Schleiden und weiter bis in den Schwarzwald. Karl hatte ein Wanderbuch der Kolpingfamilie bei sich und übernachtete, wenn er die Gelegenheit hatte, im Kolpinghaus. Dort gab es einen Stempel in das Buch um die Anwesenheit zu dokumentieren. Karl mußte wenigstens 20 km gewandert sein, um im nächsten Kolpinghaus übernachten zu können. Vom Schwarzwald aus ging die Wanderung weiter bis Österreich und die Schweiz. Karl hat immer darauf geachtet, ein billiges Nachtlager und eine preiswerte Mahlzeit zu bekommen. Wurde das Geld aber einmal allzu knapp, suchte er einen Schreinermeister auf und fragte nach Arbeit. Nach kurzer Zeit zog es ihn jedoch immer wieder weiter in die Ferne. So wanderte er bis Südtirol. Karl war es zunächst gar nicht so recht bewußt, daß dies schon zu Italien gehörte. So wanderte er dann weit nach Italien hinein. Auch hier nahm er die Gelegenheit war, in einer Schreinerei zu arbeiten um Geld zu verdienen. Aber Karl sagte:" Das war eine so modern eingerichtete Werkstatt und da ich zu wenig Erfahrung hatte mit den modernen Maschinen , konnte ich dort nicht länger arbeiten." Obwohl es Karl in Italien sehr gut gefiel, zog er als der Winter kam wieder in Richtung Heimat. In Italien war er manchmal ohne einen Pfennig Geld in der Tasche, aber als er zu Weihnachten wieder in Westerhausen ankam, hatte er 20 DM in der Tasche. „Das war die schönste Zeit meines Lebens" sagte Karl.
14.10.1996 Pfarrheim Oberpleis Auch heute gab es beim Montagstreff wieder etwas zu feiern. Aus Anlaß der Goldenen Hochzeit von Gustav Peters und seiner Frau Christine gab es Bockwurst und Kartoffelsalat und anschließend belegte Brötchen. Fritz Neuhöfer erzählte über den Lebenslauf von Gustav, der durch die Einquartierung im Krieg nach Hasenboseroth kam und dort seine Christine kennengelernt hatte. Gleich nach dem Krieg heirateten sie. Zur Verschönerung des Nachmittages wurden noch einige Volkslieder gesungen. Allgemein bestand der Wunsch nach kürzeren nicht so langen Vorträgen.
21.10.1996 Pfarrheim Oberpleis Nachdem Fred Euskirchen einige Termine bekanntgegeben hatte, hielt Walter Waskowiak einen Vortrag über seine frühere Heimat Pommern. Walter wurde 1930 in Mauchen, einem kleinen Dorf mit ca. 3000 Einwohnern geboren. Seine Eltern bewirtschafteten dort einen kleinen Bauernhof. Durch den Vertrag mit Versailles wurde der Ort geteilt. Der Hof der Familie Waskowiak fiel auf die polnische Seite, die Felder die bearbeitet werden mußten lagen zum Teil auf der deutschen Seite. Es habe aber nie Probleme gegeben, wenn man über die Grenze mußte. Genauso problemlos ging es mit der Währung. Man konnte mit Sloti in Deutschland bezahlen und umgekehrt mit Reichsmark auf polnischer Seite. Walter berichtete, daß sein Vater vom polnischen Heer eingezogen worden war, aber nach kurzer Zeit wieder auf Ehrenwort entlassen wurde. Als 1939 die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte, wurde er von den Deutschen eingezogen und hatte auch hier das Glück, wieder nach kurzer Zeit auf Ehrenwort entlassen zu werden. Walter erzählte uns, daß ihm bei einem kürzlichen Besuch in seiner alten Heimat in der Kirche eine Gedenktafel aufgefallen sei, mit den Gefallenen der Kriege 1870 - 1871, 1914 - 1918 und den Namen der Gefallenen des letzten Weltkrieges. Die Tafel war neu restauriert und befestigt. Im Anschluß an den Interessanten Vortrag gab es eine lebhafte Diskussion.
26.10.1996 Ausstellung - Markt der Möglichkeiten Der Montagstreff vertrat die Pfarrgemeinde St. Pankratius bei der Ausstellung des Dekanats Königswinter in der Christopherusschule in Königswinter mit einem Stand. Wir hatten Bilder von Tagestouren, Besichtigungen, geselligem Beisammensein und den Jahresausflügen der letzten Jahre ausgestellt. Die Bilder waren beschriftet mit Erklärungen und hatten jedes eine rote und schwarze Nummer. Jeder Besucher erhielt nun ein Kärtchen mit einer schwarzen Zahl und mußte an der Bilderwand die rote Zahl dazu suchen. Bei richtiger Zahlenkombination gab es ein Geschenk. Die Geschenke waren von verschiedenen Oberpleiser Geschäften gestiftet worden. Weiterhin lagen Schriften aus über die Arbeit des Montagstreffs. Viele Besucher ließen sich genau über unsere Arbeit informieren. Hauptblickfang und viel bewundert war die von Heinrich Bennerscheid in Holz nachgebaute Oberpleiser Pfarrkirche.
29.10.1996 Besichtigungsfahrt ins Kannenbäcker Land Punkt 13.00 Uhr ging die Fahrt mit 36 Personen den Rhein aufwärts über Koblenz nach Höhr-Grenzhausen. Bei strömenden Regen konnten wir die schönen Rhein- und Weindörfer nur durch die Scheibenwischer des Autobusses sehen. Als wir am Zielort ankamen, hörte der Regen auf und wir wurden bereits erwartet. In zwei Gruppen aufgeteilt besichtigten wir unter Führung des Ehemannes der Inhaberin Elisabeth Dietz-Bläsner die Werkstatt „Töpferhof Mühlendyck". Bei der Führung stellte sich heraus, daß unser Führer ein Dollendorfer Junge war, der sein Handwerk in Königswinter (Töpferei Dietz) erlernt hatte. In der Werkstatt konnten wir die Entstehung eines Kruges und das Gravieren einer Rohvase beobachten. Im Anschluß an die Führung konnte, wer Interesse hatte, noch den Brennofen besichtigen, der außer Betrieb war. Danach wurden wir zum Einkauf der hergestellten Waren eingeladen. Im Anschluß an die Besichtigung hatten wir uns im Keramikmuseum Westerwald Höhr-Grenzhausen eingefunden. Unter Führung einer Dame wurde uns nun anhand von Museumsstücken der Werdegang der Keramik aus dem Kannenbäcker Ländchen erklärt. Zum Abschluß besuchten wir - wie immer - ein Cafe. Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß unsere Fahrt trotz Regen ein gelungener Ausflug war, wofür wir uns recht herzlich bei Fred Euskirchen bedankten, der den Ausflug organisiert hatte.
04.11.1996 Pfarrheim Oberpleis Pünktlich um 15.00 Uhr erschien Bürgermeister Hans Remig bei uns, in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Vereines gegen die Schnellbahn. Er sprach über die schwierigen Verhandlungen mit der Bahn AG. Herr Remig betonte gleich zu Anfang seines Vortrages, daß der Verein nicht gegen die Bahn und gegen moderne Technik sei, sondern für eine vernünftige Streckenführung, für eine Tieferlegung und besseren Schallschutz usw. Der ICE soll möglichst nah an der A 3 vorbei geführt werden. Vom Gelände her ist dies aber häufig nicht möglich, sodaß manchmal Zwischenräume von 35-170 Meter Breite zwischen ICE Trasse und A3 entstehen. Was mit diesen Flächen geschehen soll ist vollkommen ungeklärt. Herr Remig hat auf diese Probleme aufmerksam gemacht. Außerdem müssen beim Bau riesige Mengen Erdmasse bewegt werden, das gesamte Material für den Bau muß herangeschafft werden und dies mindestens 2 Jahre lang. Wehe dem, der an einer solchen Baustraße wohnt. Laut Herr Remig ist schon viel zur Verbesserung erreicht worden, aber es ist noch vieles, womit wir uns nicht zufriedengeben dürfen. Mit viel Beifall und manchen Fragen bedankten wir uns für die gute Unterrichtung der Lage.
11.11.1996 Pfarrheim Oberpleis Nachdem Fred Euskirchen nähere Angaben zu der bevorstehenden Fahrt nach Boppard am 25.11. gemacht hatte, sprach Herr Studienrat Eifler zu uns über die Gesamtschule. Er erklärte uns den Unterschied zwischen der heutigen Schulform, wonach die Kinder nach dem 4. Grundschuljahr die Schule wechseln, und der Gesamtschule in der die Kinder bleiben, da dort alle Schulformen vereint sind. Herr Eifler erklärte uns, daß bei diesem Schulsystem die Kinder bei weitem nicht so gefördert werden können wie bei dem bestehenden System. Vor allem wird die Gesamtschule von vielen Pädagogen gefordert, weit sie dann eine höhere Besoldungsgruppebekämen. Hier zeigt sich, daß bei solchen Entscheidungen nicht nur das Wohl der Kinder im Vordergrund steht. Nach diesem interessanten Vortrag zeigte uns Gerhard Reißner Dias vom Erntedankfest in Oelinghoven. Es ist erstaunlich was hier alles auf die Beine gebracht wird. Von der hl. Messe im Festzelt bis zum bunten Erntezug mit vielen Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen.
15.11.1996 An diesem Tag wurde unter großer Beteiligung des Montagstreffs unser Mitglied, der Senior Martin Leven zu Grabe getragen.
18.11.1996 Pfarrheim Oberpleis Nach der Begrüßung durch Fred Euskirchen, begann Walter Waskowiak mit einem Vortrag über den Fischotter. Der Fischotter gehört zu der Gattung der Baummarder und ist ein sehr scheues Tier. Der Otter hat ein braunes Fell und eine Länge von 63-83 cm und ein Gewicht von 6-15 kg. Er kommt fast nur nachts zum Vorschein und lebt an Flüssen und Seen wo reichlich Fisch für die Nahrung und Bäume und Sträucher zu seinem Schutz vorhanden sind. Der Fischotter braucht täglich etwa 2,5 kg Nahrung. Die Gewässerverschmutzung, das einstige Jagen mit Spürhunden und der Straßenverkehr haben zum rapiden Rückgang der Otterbestände geführt. In der Bundesrepublik gibt es nur noch ca. 800 Stück. Obwohl der Fischotter 1968 bei uns unter Schutz gestellt wurde, haben sich die Bestände noch nicht erholt. Der Fischotter darf heute noch nicht einmal fotografiert werden. Nach diesem guten Vortrag von Walter Waskowiak erzählte uns Josef Neuhöfer, da wir noch Zeit hatten, von seinen Kriegserlebnissen in Griechenland, wo er manchen guten Kameraden verloren hat. Josef regte an, auch die Anderen möchten einmal von ihren Erlebnissen erzählen.
25.11.1996 Fahrt nach Boppard am Rhein Bei Schneeregen begann um 8.30 Uhr unsere Fahrt ab Pfarrheim und führte uns über Königswinter, am Rhein entlang. In Koblenz fuhren wir auf die andere Rheinseite und weiter bis Boppard. Hier besuchten wir im Museum der Stadt Boppard die Thonet Ausstellung. Wir wurden von Herrn Kneie empfangen, der uns in einem 1 1/2 stündigen, zum Teil recht lustigen Vortrag über Michael Thonet und seine bekannten Stücke unterhielt. Thonet wurde 1796 in Boppard geboren. Er lernte Kunsttischler und bereits mit 23 Jahren machte er sich selbständig als Bau- und Möbeltischler in Boppard. Thonet fertigte Möbelteile aus Schicht- und Furnierholz, z.B. den berühmten Bopparder Stuhl. Dieser Stuhl entstand 1836 in Boppard. Thonet fertigte schließlich ganze, aus gebogenem Holz gefertigte Stühle. 1841 verlagerte Thonet auf Einladung von Fürst Metternich, dem damaligen Kanzler von Österreich, seine Fertigung nach Wien. Hier schaffte er prachtvolle Parkettfußböden und Sessel für das Palais Liechtenstein. Aus der Fertigung in Wien gingen viele Bugholzmöbel ins Ausland. Thonet errichtete eine weitere Fabrik in Mähren, Ungarn und Polen. In der Ausstellung waren viele wunderschöne Stühle, Schaukelstühle, Liegen und Sessel zu bewundern. Aber auch Werkzeuge die zum Biegen der Hölzer benutzt wurden, waren zu sehen. Michael Thonet starb 1871. Die fünf Söhne weiteten die Produktion aus und beschäftigten in den 70er Jahren fast 4500 Arbeiter. Sie produzierten täglich 2000 Möbelstücke. Nach diesem sehr interessanten Museumsbesuch ging die Fahrt zurück in Richtung Koblenz, wo wir im Restaurant der Königsbach Brauerei unser Mittagessen einnahmen. Von hier aus ging es mit dem Bus weiter zum Deutschen Eck. Hier konnten wir das Kaiser Wilhelm Denkmal betrachten. Leider war das Wetter zu trübe um eine gute Aussicht zu haben. Nachkurzer Wanderung durch die Altstadt von Koblenz mit ihrer schönen Weihnachtsbeleuchtung, ging es zum Kaffee trinken. In dem Cafe war es zwar eng, aber gemütlich. Um 17.00 Uhr ging die Fahrt in Richtung Heimat.
02.12.1996 Pfarrheim Oberpleis Heute feierten wir den 75. Geburtstag von Willi Otto und den 70. Geburtstag von unserem Vorsitzenden Fred Euskirchen. Wie üblich verlas Ernst Bogdanski die Geburtstagslitanei. Nachdem wir uns mit Brötchen und Kaffee gestärkt hatten, sprach Fritz Neuhöfer über die Ereignisse in der Zeit von 1921, dem Geburtsjahr von Willi Otto, bis zur heutigen Zeit. Fritz erläuterte kurz den Lebenslauf der beiden Geburtstagskinder. Josef Neuhöfer verlas einen Geburtstagsgruß von Hans-Robert Mies aus dem Urlaub. Josef überreichte Fred Euskirchen einen Karton mit erlesenen Weinen.
09.12.1996 Konstantiahaus Oberpleis Um 14.00 Uhr zelebrierte Herr Pastor Müller im Konstantiahaus eine hl. Messe für unser Verstorbenes Mitglieder Martin Leven. Es waren viele Mitglieder des Montagstreffs anwesend. Nach der Messe trafen wir uns im Pfarrheim zu unserer Nikolausfeier. Der Nikolaus, dargestellt von Thomas Lissek, kam heute ohne Bischofsstab, aber mit echtem Bart, den Herr Lissek extra hatte stehen lassen und einem Priestergewand, das wohl älter war als unser ältestes Mitglied, nämlich 100 Jahre. Herr Lissek sagte uns, daß in der Sakristei in Oberpleis noch mehrere sehr alte Meßgewänder aufbewahrt würden, die eine Besichtigung wert wären. Nach einer kurzen Ansprache über den hl. Nikolaus, verteilte Herr Lissek an alle Senioren einen großen Weckmann.
16.12.1996 Fahrt nach Maria Laach An diesem Montag fuhren wir wie schon öfter in die Eifel, nach Maria Laach. Erst schien es, daß dies nichts Neues sei, aber dann die Überraschung. Zuerst sahen wir dort einen Film mit einer Voransprache eines Mönches. Dann bekamen wir einen Einblick in das Klosterleben. Danach einen Überblick über das klösterliche Wirken im Sinne des „Geistigen Tuns" der Mönche . Viele von uns haben da die Ohren gespitzt. Was mich besonders gefreut hat war, daß nicht um Spenden gebettelt wurde. Eine kleine Spende am Ende des Filmes war jedoch erwünscht, aber nicht vorgeschrieben. Nach dem Film war es dann möglich, die Klostergärtnerei zu besichtigen, sowie die Buchhandlung und natürlich die Kirche. Da es kurz vor Weihnachten war und dazu noch Montag, hatten wir den Eindruck, daß Maria Laach nur für den Montagstreff geöffnet war. Nach einer guten Tasse Kaffee im Hotel Seeblick ging es dann mit dem Bus zum Naturkundemuseum. Hier angekommen sahen wir eine wunderschöne Ausstellung von heimischen Tieren. Den größten Anklang fand die „Großtrappe". Ein so schönes Tier hatten die meisten von uns noch nicht gesehen. Auch der Raum mit den großen Wildtieren, Löwen, Tiger, Eisbären usw. war sehr beachtenswert. Dieser Besuch war für uns alle ein schönes Erlebnis, das viele von uns nicht erwartet hatten. Um 17.00 Uhr traten wir die Heimreise an. Es war ein schöner Ausflug für den Montagstreff, der von unserem Mitglied Gerhard Reißner vorbereitet worden war.
23.12.1996 Pfarrheim Oberpleis Weihnachtsfeier beim Montagstreff. Die Tische waren festlich gedeckt mit reichlich Gebäck. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, spielte Paul Zens auf seiner Ziehharmonika Weihnachtslieder und alle sangen kräftig mit. Zwischen den Liedern las Frau Schmitz, die Schwester von Fred Euskirchen, alte Weihnachtsgeschichten vor. Währenddessen ließen wir uns die Süßigkeiten schmecken. Da am kommenden Montag das Pfarrheim von den Sternsingern belegt wurde, treffen wir uns erst wieder im Neuen Jahr und zwar um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche zum gemeinsamen Jahresgottesdienst.
03.01.1997 Beerdigung unseres Mitgliedes Josef Gossen. Wegen des kalten und schneereichen Winterwetters konnten nur wenige von uns teilnehmen.
06.01.1997 Jahresmesse Heute feierten wir mit Herrn Pastor Müller um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pankratius unsere Jahresmesse. Nach der Meßfeier führte uns Herr Lissek durch die um 1100 - 1220 erbaute Kirche, und erklärte uns die Kirchenfenster, welche nach dem Kriege von Herrn Pfarrer Wiehert angeschafft worden waren. Die Heiligenfiguren der Kirche, vor allem die Holzskulptur von St Pankratius aus dem 17. Jahrhundert und die Figur des Erzbischofs Anno aus dem 18. Jahrhundert sind besonders sehenswert. Dann wurde uns das bedeutendste Kunstwerk unserer Kirche, der Dreikönigsaltar erklärt. Die Herkunft dieses 3 teiligen Altars ist nicht bekannt. In der Mitte ist die Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Schoß dargestellt. Rechts sind die drei Erzengel als Boten des Himmels und links die drei Könige als Vertreter der Menschheit. Als nächstes zeigte Herr Lissek uns in der Sakristei die Meßgewänder. Wir bekamen Meßgewänder der neueren Zeit zu sehen, aber auch sehr alte, gestickte Gewänder. Mehrere dieser Gewänder waren noch von Tony Bachem gefertigt worden. Nach dieser interessanten Besichtigung gingen wir zum Pfarrheim. Hier erzählte uns Josef Neuhöfer die Geschichte über den Bau des Mathildenheimes - genannt die Villa - und über die verschiedenen Besitzer dieses Gebäudes in Oberpleis, bis in die heutige Zeit.
13.01.197 Pfarrheim Oberpleis Nach der Begrüßung durch Fred, wurde zunächst unserem Hans-Robert Mies ein Ständchen zu seinem Geburtstag gebracht. Anschließend schauten wir uns einen Film über das Colonia Duett an. Um 16 Uhr, als der Film zu Ende war, rüsteten wir den Raum um für einen Diavortrag über den Naturschutz in Deutschland. Gegen 16.20 Uhr begann mit etwas Verspätung der Referent Dr. Ulf Hauke mit seinem Referat. Er gab uns anhand von Dias einen Überblick und Einblick in die Deutschen Naturschutzgebiete, angefangen bei der Insel Rügen bis ins Berchtesgadener Land. Es war ein schöner Nachmittag, der bis 17.00 Uhr dauerte und da niemand vorzeitig gegangen ist, muß es allen gut gefallen haben.
14.01.1997 Heute wurde unser Mitglied Hans Körfer zu Grabe getragen. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren.
23.01.1997 Im hohen Alter von 90 Jahren verstarb unser Mitglied Anton Landsberg, er wurde unter großer Beteiligung, auch vom Montagstreff, beerdigt.
24.01.1997 Bildungsreise des Montagstreff Zu erzählen gäbe es viel, aber ich will nur das Wesentliche berichten. Wir fuhren um 12.40 Uhr ab Pfarrheim Oberpleis nach Bendorf/Rhein. Alle glaubten wir führen zur Schmetterlingsschau, aber falsch gedacht. Es wurde ein Ausflug in die Vergangenheit. Zuerst besichtigten wir die Hütte „Sayn". Dort konnten wir sehen, was unsere Vorfahren vor 150 Jahren schon alles machten. Da wurde von dem Architekten Karl Ludwig Althans im Jahre 1844 im Auftrag der preußischen Regierung eine Hütte gebaut. Die Fertigungshalle mit dem Hochofen hat eine Gesamtlänge von 43,40 Meter. Es handelt sich hierbei um einen dreischiffigen Bau, der ganz aus Gußeisen besteht. Die Hütte wurde in den zwanziger Jahren nach dem ersten Weltkrieg wegen Absatzschwierigkeiten und Erzmangel geschlossen. In den 70er Jahren wurde sie, hauptsächlich aus privater Hand, restauriert. Heute wird sie von einer Anlagen Bau-Firma als Fertigungshalle genutzt. Zu dem Architekten Althans ist noch zu erwähnen, daß er ein Bekannter des berühmten Architekten Schinkel war. Schinkel hat auch die Pläne der Hütte geprüft. Anschließend besuchten wir das Museum der Stadt Bendorf. Dort wurde uns gezeigt und erklärt wie die Bergleute und ihre Familien im 19. Jahrhundert gelebt haben. In einem weiteren Raum des Museums war eine Ausstellung von gußeisernen Öfen, die aber nicht in der Sayner Hütte, sondern von der Concordia Hütte gefertigt worden waren. Nach all diesen Besichtigungen bedankten wir uns bei unserem Mitglied Gerhard Reißner der diese Reise vorbereitet hatte.
27.01.1997 Pfarrheim Oberpleis Als Gast war heute Herr Rechtsanwalt Malberg bei uns. Herr Malberg hat eine Rechtsanwaltskanzlei in Bonn-Bad-Godesberg und ist Experte für die Bearbeitung von Verkehrsunfällen. Er sagte uns gleich zu Anfang, man solle sich hüten vor einem Anwalt der alles weiß, genau wie die Fachärzte gibt es auch Anwälte für bestimmte Fachgebiete. Herr Malberg erklärte uns manchen Fall aus seiner Praxis, gab uns gute Ratschläge und beantwortete viele Fragen. Fred bedankte sich mit einer Flasche Wein bei ihm.
30.01.1997 Schon wieder mußten wir ein Mitglied zu Grabe tragen. Willi Otzipka verstarb im Alter von 84 Jahren.
17.02.1997 Messe für die Verstorbenen Heute trafen wir uns um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche Oberpleis um mit Herrn Kaplan Nebel in der hl. Messe unserer verstorbenen Mitglieder Josef Gossen, Hans Körfer, Anton Landsberg und Willi Otzipka zu gedenken. Um 15.00 Uhr gab es im Pfarrheim wieder zwei runde Geburtstage zu feiern. Gustav Peters war 80 Jahre geworden und Hans Sölscheid gratulierten wir zu seinem 70. Geburtstag. Hans Sölscheid bekam eine Flasche Wein überreicht. Gustav Peters war schon zu Hause mit einem Frühstückskorb gratuliert worden. Bevor wir uns mit Brötchen stärkten, verlaß Fred Euskirchen die Geburtstagslitanei für Gustav Peters. Fritz Neuhöfer berichtete über die Ereignisse in den Geburtsjahren der Jubilare 1917 und 1927. Im Kriegsjahr 1917 litt die Bevölkerung großen Hunger und lebte vielfach von Rüben. Das Jahr 1927 war das Inflationsjahr. Wenn man seinen Lohn ausgezahlt bekam, mußte man gleich Lebensmittel kaufen, weil das Geld am anderen Tag nichts mehr wert war.
24.02.1997 Besichtigung des RWE Alle waren pünktlich erschienen, so konnte der Bus Punkt 8.00 Uhr starten. Unsere Fahrt ging über die A3/A4/A61 zum RWE Frimmersdorf. Hier wurden wir gleich mit einer Tasse Kaffee begrüßt. Herr Busch vom RWE hielt uns nach der Begrüßung einen Vortrag über den Tagebau der Braunkohle, er zeigte uns verschiedene Teile, die zum Abbau der Kohle gebraucht werden, z.B. ein Stück von einem Förderband, ein dickes Gummiband mit eingegossenen Stahlseilen. Wir bekamen einen Film gezeigt, über den Abbau der Kohle bis zur Umwandlung in elektrischen Strom. Seit 1914 wird im Rheinischen Braunkohlerevier aus Braunkohle Strom hergestellt. Anschließend bestiegen wir unseren Bus und die Fahrt ging unter Leitung von Herren Busch hinaus zu den riesigen Anbauflächen. Um an die Kohle heran zu kommen muß man heute bis 200 m Ton und Sandschicht abtragen. Dazu werden riesige Schaufelbagger eingesetzt. Der größte Bagger fördert bis zu 240.000 t täglich. Er ist 96 Meter hoch, 225 Meter lang und 13.000t schwer, wird aber nur von 5 Mann bedient. Wir hatten Gelegenheit mit unserem Bus ganz nahe an einen Bagger heran zu kommen, er war stillgelegt, weil die Achse vom Schaufelrad gebrochen war. Eine Reparatur würde 4-7 Millionen DM kosten, erklärte uns Herr Busch. Das ganze Abbaugebiet ist mit riesigen Förderbändern durchzogen, welche den Abraum in die ausgebeuteten Löcher befördert, oder die gewonnene Kohle in die Kohlenbunker transportiert. Von dort aus kommt die Kohle in die Trockenöfen wo ihre Feuchtigkeit von 55% auf 20% reduziert wird. In Schlagradmühlen wird sie zu Staub gemahlen und dann bei 1000 C verbrannt, um in großen Kesseln Wasser zu energiereichem Dampf zu erhitzen. Dieser treibt dann Turbinen an, welche mit dem Strom erzeugenden Generator verbunden sind. Nachdem wir den Außenbetrieb besichtigt hatten, wurden wir in zwei Gruppen geteilt und mit Kopfhörer und Schutzhelm ausgestattet, bevor wir die riesigen Maschinenräume betraten. Auch hier bekamen wir die verschiedenen, großen Anlagen erklärt, was ohne die Kopfhörer bei dem Lärm gar nicht möglich gewesen wäre. Zum Schluß wurden wir in die Kantine begleitet und zum Mittagessen eingeladen. Im Kraftwerk Frimmersdorf arbeiten 1900 Menschen, davon ca. 80 Diplom Ingenieure. Fred Euskirchen dankte Herrn Busch für seine sehr aufschlußreiche und interessante Führung. Nach dem Essen ging unsere Fahrt weiter nach Grevenbroich. Hier war ein Stadtbummel eingeplant. Aber mittlerweile hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und es blieb uns nur der Besuch eines Cafes. Um 16.30 Uhr begann die Heimfahrt. Diese schöne Fahrt hatte Walter Waskowiak vorbereitet und organisiert. Er hat selbst 16 Jahre in diesem Kraftwerk gearbeitet. Wir bedankten uns herzlich bei Walter Waskowiak.
03.03.1997 Pfarrheim Oberpleis Auch heute gab es beim Montagstreff einen sehr interessanten Vortrag. Herr Rechtsanwalt Wenning erklärte uns das Erbrecht, die Testamenterstellung und die Steuerfragen. Vor allem hat sich bei der Vererbung von Immobilien einiges geändert. Früher wurde die Erbschaftssteuer nach dem Einheitswert berechnet. Nach dem neuen Gesetz wird der Verkehrswert zugrunde gelegt. Im Gegenzug sind die Freibeträge bei der Erbschaftssteuer wesentlich erhöht worden. So steht dem überlebenden Ehepartner ein Freibetrag von 600 000 DM und den Kindern je 400 000 DM zu. Herr Wenning informierte uns weiter über die verschiedenen Möglichkeiten einer Testamenterstellung, sowie über den Pflichtanspruch der Kinder und des überlebenden Ehepartners. Er empfahl jedem von uns, ein Testament zu machen, welches deutlich zum Ausdruck bringt, was wer bekommen soll. Im Anschluß an den Vortrag gab es eine lebhafte Diskussion und es wurden viele Fragen gestellt. Fred Euskirchen bedankte sich bei Herrn Wenning mit einer Flasche Wein für seinen interessanten Vortrag.
10.03.1997 Pfarrheim Oberpleis Den 70. Geburtstag von Hans Sölscheid feierten wir heute bei Brötchen und Bier nach. Fred las die Geburtstagslitanei vor. Als alle gesättigt waren, bekamen wir einen Videofilm über den Honigdachs zu sehen. Es wurde sehr deutlich dargestellt, wie der Dachs in den Bau von wilden Bienen eindringt um an den Honig zu kommen. Obwohl der Honigdachs viele Stiche durch die Bienen bekam, die auch für ihn tödlich sein können, machte er immer wieder einen neuen Angriff, bis er schließlich den größten Teil der mit Honig gefüllten Wabe erbeutet hatte. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Geduld solche Tieraufnahmen gemacht werden.
17.03.1997 Pfarrheim Oberpleis Zu Gast beim Montagstreff war heute Herr Schol, er steht im Polizeidienst und hält Vorträge über Verkehrssicherheit in Kindergärten und bei Senioren. Herr Schol wird in nächster Zeit noch einige Male bei uns sein. Er stellte uns sein Programm folgendermaßen vor. Neues aus Technik, Fahrzeugausstattung, Zubehör und Konsequenzen für die Fahrpraxis. Rechtsvorschriften im Straßenverkehr und ihre Bedeutung für das persönliche Fahrverhalten Medizinisch-psychologische Aspekte der Verkehrsteilnahme. Er forderte uns ältere Autofahrer dazu auf, zügiger zu fahren und kein Schwätzchen mit dem Beifahrer zu halten. Andererseits sei zu bedenken, daß das Reaktionsvermögen im Alter nachlasse. Zur Technik sagte Herr Schol, daß beim Autokauf nicht immer alles stimmt was die Werbung verspricht. z.B. ein ABS ausgerüstetes Auto kommt beim Bremsen nicht schneller zum Stehen, als ein Wagen ohne ABS, es bleibt bei einer starken Bremsung jedoch lenkbarer. Nach dem Vortrag kam es zu einer recht lebhaften Debatte und Herr Schol mußte viele Fragen beantworten.
24.03.1997 Pfarrheim Oberpleis Nach der Begrüßung durch Fred Euskirchen hielt Fritz Neuhöfer einen Vortrag über das aktuelle Thema der „Castor Transporte" und den abgebrannten Brennstäben aus Atomkraftwerken, also praktisch den Atommüll, der in ein Zwischenlager geschafft werden soll. Viele Atomgegner versuchen diese Transporte mit allen möglichen Mitteln zu verhindern. Sie unterhöhlen Straßen und Gleise und beschädigen Oberleitungen der Bahn. Um solche Transporte also sicher durchzuführen, ist ein sehr großes Polizeiaufgebot notwendig, welches wiederum viel Geld kostet, das der Steuerzahler aufbringen muß. Nach Ansicht von Fachleuten seien die Transportbehälter absolut strahlensicher. Die Castor Behälter werden nach Gorleben in ein stillgelegtes Salzbergwerk transportiert. Was allerdings später einmal damit geschehen soll, weiß heute noch niemand zu sagen. Man hofft mit den Jahren eine Lösung zu finden.
08.04.1997 Fahrt in das Neandertal Mit unserer Fahrt ins neu errichtete Neandertal-Museum bekamen wir einen Einblick in die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Neandertal Menschen. Es war schon interessant, wie uns die Dame bei der Führung durch das Museum, über einen Zeitraum von 60 Millionen Jahren einen Einblick in die Entwicklung der Menschheit gab, vom Neandertaler bis zu den heutigen Menschen. Nehmen wir nun zu diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Schöpfungsgeschichte der Bibel und die des Forschers Charles Darwin hinzu, werden wir feststellen, daß 60 Millionen Jahre doch nicht so lange her sind. Es war nicht nur ein schöner, sondern auch ein interessanter Ausflug, wofür wir uns bei Fred Euskirchen bedankten.
14.04.1997 Pfarrheim Oberpleis Da Fred Euskirchen nicht da war, hatte Fritz Neuhöfer den Vorsitz des heutigen Treffens. Es gab auch wieder etwas zu feiern. Heinz Völz war 80 Jahre und Karl Jürgens 75 Jahr alt geworden. Nachdem wir mit Brötchen bewirtet worden waren, sprach Fritz über unseren Besuch im Neandertal und der Entstehung der Menschheit durch Evolution. Dazu laß nun Fritz einige Stellen der Schöpfungsgeschichte aus der Bibel, wonach Adam und Eva als Ursprung der Menschheit zu sehen sind. Hans Wald meldete sich zu Wort und sprach sich für die Geschichte der Bibel aus, nach der Gott Adam erschuf und Eva aus dessen Rippe. Dies löste eine lebhafte Diskussion aus, was letztendlich unsere Montagnachmittage so interessant macht.
21.04.1997 Pfarrheim Oberpleis Beim Montagstreff war heute wieder Verkehrsunterricht. Herr Schol hielt seinen zweiten Vortrag über Verkehrssicherheit für ältere Menschen. Zuerst zeigte er uns zwei Filme wo verschiedene Verkehrssituationen dargestellt waren, man konnte sehen, wie schnell es zu Unfällen kommt. Danach bekam jeder von uns zwei Broschüren „ältere aktive Kraftfahrer" überreicht. Hier heißt es z.B. daß sich bis zum Jahr 2000 die männlichen Führerscheinbesitzer, die älter als 60 Jahre sind, verdoppelt haben werden. Die Zahl der weiblichen Kraftfahrerinnen wird sich verdreifachen. Dennoch rechnet man nicht mit einem Anstieg der Unfälle bei dieser Altersgruppe, weil ältere Menschen Umsichtiger und vorsichtiger fahren und an weniger Alkoholdelikten beteiligt sind. Herr Schol verteilte Zettel auf denen Fragen zu Verkehrsproblemen notiert werden konnten, damit er sich auf seinen nächsten Vortrag vorbereiten könne. Auch an diesem Nachmittag gab es viele Fragen an Herrn Schol und einen regen Austausch untereinander.
28.04.1997 Pfarrheim Oberpleis Bei geringer Besucherzahl (21 Personen) gab Herr Schol heute wieder Verkehrsunterricht. Vor allem besprach er mit uns die neuen Regeln an Bushaltestellen. Wenn der Bus vor einer Haltestelle die Warnblinkanlage einschaltet, darf nicht mehr überholt werden. Wenn ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle in der Haltebucht steht, darf nur im Schrittempo überholt werden (höchstens 7 km). Auch wenn ein Bus auf der anderen Fahrbahnseite mit eingeschalteter Warnblinkanlage steht darf nur im Schrittempo überholt werden. Herr Schol versorgte uns auch diesmal mit Fachliteratur.
05.05.1997 Pfarrheim Oberpleis Da unser Vorsitzender unterwegs war, um unsere Herbsttour vorzubereiten und Fritz Neuhöfer unser zweiter Vorsitzende in Urlaub war, übernahm Karl Buhr den Vorsitz. Er gab unserem Ehrenvorsitzenden Josef Neuhöfer das Wort. Josef hielt uns einen Vortrag über Oberpleis im Jahr 1912. Er schilderte uns nach alten Forschungen von Wilhelm Weber, daß Oberpleis früher keine direkte Zufahrtsstraße hatte. Mit Pferdefuhrwerken wurde z.B. von Zweikreuzen am Heiligenhäuschen vorbei, wo eine Pferdetränke gewesen ist, über Jüngsfeld nach Rott oder Siegburg gefahren. 1912 wurde in Oberpleis eine neue Schule gebaut. Das war ein wesentlicher Schritt für die Entwicklung von Oberpleis. Als Oberpleis immer mehr erschlossen wurde, war es von drei Seiten durch Lindenalleen zu erreichen. Die Dollendorfer Str. von der Kannenfabrik bis zum Bürgermeisteramt, die Herresbacher Str. vom Eigenacker bis zur Post und die Siegburger Str. vom Bahnhof bis etwa zum Hause Bürling. Josef schilderte uns nun die einzelnen Häuser, die um 1912 schon standen, wer dort wohnte und welchen Beruf er hatte. Ein sehr interessanter Vortrag von Josef Neuhöfer. Allgemeines Echo war, so etwas öfter zu machen.
12.05.1997 Pfarrheim Oberpleis Da Fred Euskirchen und Herbert Schäpertöns unsere geplante Herbsttour nach Golling vorgefahren waren, berichteten sie nun davon. Wir freuen uns auf diese Reise. Anschließend zeigte uns Herr Schol mehrere Filme von der Verkehrswacht. Es ging heute um die Beschleunigungskraft und um die Bremskraft, sowie den Bremsweg. Die Aufprallkraft bei einem Unfall wurde uns deutlich gezeigt. Bei Testautos mit eingebauten Dummys wurden Auffahrunfälle in Zeitlupe gezeigt. Es war genau zu erkennen was mit den Testpuppen geschah wenn sie angeschnallt und wenn sie nicht angeschnallt waren. Sehr deutlich war auch zu sehen, wie gefährlich Gegenstände wie Regenschirme oder Kameras sind, wenn sie auf dem Rücksitz liegen. Bei einem Unfall fliegen sie wie Geschosse nach vorne durch die Windschutzscheibe oder noch schlimmer, an den Kopf von Fahrer oder Beifahrer. Nach der anschließenden Diskussion bedankte sich Fred Euskirchen mit einer Flasche Wein bei Herrn Schol.
20.05.1995 Fahrt nach Bendorf Sayn Im vollbesetzten Bus beginnt die Fahrt um 13.00 Uhr ab Pfarrheim über die A3 und A48 nach Bendorf-Sayn. Hier besuchten wir den Garten der lebenden Schmetterlinge im Schloßpark. In großen Glashallen fliegen hunderte von wundervollen Schmetterlingen frei herum. Alle Schmetterlinge stammen aus tropischen Ländern. Eine Traumlandschaft mit künstlichen Teichen, exotischen Pflanzen und Gewächsen ist aufgebaut, wo sich die Schmetterlinge an Nektar laben können. Aber dies reicht nicht zur Ernährung aus. So wurden Futterplätze mit Bananen und Apfelsinen hinzugefügt. Sehr beeindruckend war der Puppenkasten, hier hingen sehr viele Schmetterlingspuppen die allmählich ausschlüpften und nach einer Stunde Ruhezeit als neugeborene Schmetterlinge zu fliegen begannen. In den Glaspavillons beträgt die Tagestemperatur im Durchschnitt 26 C, die Luftfeuchtigkeit etwa 70%. Der größte Schmetterling war der Atlasfalter mit einer Flügelspannweite von 25 - 30 cm. Weiter gab es Karpfen, Schildkröten und Chinesische Zwergwachteln zu bewundern. Durch die Führerin wurden wir bestens informiert. Nach dieser sehr schönen Besichtigung erreichten wir nach kurzer Busfahrt die Hein's Mühle. Hier wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die eine Gruppe ging zuerst zum Kaffee trinken, und die andere zur Mühlenbesichtigung. Die Hein's Mühle ist eine Wassermühle, die um 1550 als Oelmühle gebaut wurde. 1603 wurde sie zur Getreidemühle umgebaut, dient jedoch heute als Museum. Nachdem der Führer das Mühlrad in Gang gesetzt hatte, führte er uns durch die Mühle und erklärte uns alle Vorgänge. Sogar eine alte eingerichtete Werkstatt, da der Müller die anfallenden Reparaturen selbst machen mußte. Es folgten Wohn- und Schlafräume und die Kammer für den Müllerburschen. Nach der Besichtigung wurden die Gruppen getauscht und es gab Kaffee für die andere Gruppe. Diese schöne Fahrt hatte Gerhard Reißner organisiert, wir dankten ihm dafür.
02.06.1997 Pfarrheim Oberpleis Heute feierten wir die Goldhochzeit von Franz und Mia Bellinghausen. Nachdem wir dem Goldhochzeitspaar gratuliert hatten, gab es Kartoffelsalat und Würstchen. Jeder bekam anschließend ein Liederheft und wir sangen schöne Volkslieder. Josef Neuhöfer berichtete, daß Franz immer sein Nachbar war und in dem Haus geboren wurde, in welchem Josef heute lebt. Josef erzählte zum Staunen der Jubelbraut, daß er mitschuldig sei, daß Franz geheiratet habe. Er habe Franz als Trauzeuge zu seiner Hochzeit eingeladen, da sei dieser auf den Geschmack gekommen und habe auch geheiratet.
09.06.1997 Pfarrheim Oberpleis Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden feierten wir den 70. Geburtstag von Paul Gossen. Nachdem wir belegte Brötchen gegessen hatten, zeigte Josef Neuhöfer Dias von einer Ballonfahrt über Oberpleis, die er mitgemacht hatte. Es wurde der Aufstieg gezeigt, große Teile von Oberpleis aus der Luft und weiter ging die Fahrt über Ruttscheid, Keth und Ittenbach. Man konnte den Ölberg aus der Luft betrachten und die Fahrt über das Siebengebirge sehen. Nach einer schönen Fahrt landete der Ballon mit seinen Insassen in der Nähe von Rheinbreitbach. Dies war wieder ein schöner Vortrag von Josef Neuhöfer
16.06.97 Pfarrheim Oberpleis Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So ergeht es Fritz Neuhöfer, der seine Tochter, die in Bali verheiratet ist, besuchte. Er flog vom Flughafen Köln-Bonn ab, landete dann in Frankfurt, wo er umsteigen mußte um über Singapur nach 13 stündigem Flug in Bali anzukommen. Von zu Hause aus war Fritz 38 Stunden unterwegs. Er berichtete uns nun über das Leben der Menschen in Bali. Das Land ist reich an Bodenschätzen und ist technisch hochentwickelt. Trotzdem gibt es neben vielen reichen Leuten auch noch viel Armut. Fritz erzählte uns wie sein Schwiegersohn bei einem Anbau an sein Haus eine 175 qm große Decke gegossen hat. Ein Pumpwagen wie bei uns gibt es zwar auch, aber der konnte die enge Toreinfahrt nicht passieren. So wurden 20 Arbeiter angeheuert, die den Beton mischten und mit einer Eimerkette in 17 stündiger Arbeit die Decke gössen. Ein Vorgang, den man sich bei uns kaum noch vorstellen kann. Weiter erzählte uns Fritz, daß selbst die Beamten so schlecht bezahlt würden, daß sie praktisch gezwungen sind Schmiergelder anzunehmen. So bekommt man auf keinem Amt eine Bescheinigung ohne Bestechung.
23.06.1997 Fahrt nach Duisburg Um 8.10 ging die Fahrt los über die A3 bis nach Duisburg. Am Rathaus holten wir unseren Stadtführer ab, dieser fuhr in unserem Bus mit, gab dem Fahrer die Richtung an und erklärte uns die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte von Duisburg. Die Stadt ist 1100 Jahre alt und hat 540000 Einwohner. Sie liegt an der Mündung der Ruhr in den Niederrhein. Ca. 2 Stunden dauerte die Stadtrundfahrt. Wir bekamen viele Reihenhäuser zu sehen, die von den großen Kohle- und Stahlwerken für die Arbeiter gebaut wurden. In Duisburg gibt es keine Straße ohne Bäume. Die Stadt erlebte einen gewaltigen Aufschwung durch die Zusammenballung von Kohle und Eisenwirtschaft im 19. Jahrhundert. Nach der Stadtrundfahrt ging's zu einem guten Mittagessen in die Gaststätte „Im Bienenkorb". Der zweite Teil unserer Tour begann um 14.00 Uhr mit einer Hafenrundfahrt mit Kaffee und Kuchen. Die Duisburger Häfen haben eine Wasserfläche von über 1000 ha und rund 48 km Kaianlagen mit mehr als 40 Millionen Tonnen Gesamtumschlag. Dies ist somit der größte Binnenhafen Europas. Während der zweistündigen Hafenrundfahrt, die sehr gut erklärt wurde, gab es auf beiden Seiten viel zu sehen. Um 17.00 Uhr begann die Heimfahrt, sodaß wir um 18.30 Uhr zu Hause ankamen. Diese schöne und interessante Fahrt hatte Walter Waskowiak organisiert, ihm dankten wir herzlich.
30.06.1997 Pfarrheim Oberpleis Mit einiger Verspätung kam heute ein junger Mann von der Telekom zu uns. Er sollte uns über D1 und D2 Handy's informieren. Da er von seiner Dienststelle nicht richtig unterrichtet war, was er bei uns sollte, hatte er keine Unterlagen dabei. Aber trotz allem wurden wir über viele Möglichkeiten und Unterschiede der Handy's unterrichtet. So ein Handy ist handlich, wiegt ca. 235 Gramm und man ist überall erreichbar. Außerdem kann man von überall her telefonieren. Die Gebühren werden direkt bei der Telekom gespeichert und berechnet. Der Nachteil sind die hohen Gebühren, sodaß sich ein solches Gerät für den Privatmensch gar nicht lohnt.
07.07.1997 Pfarrheim Oberpleis Am heutigen Nachmittag hatte uns Fritz Neuhöfer wieder ein sehr aktuelles Thema ausgesucht. Nämlich die hohe Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik. Fritz zählte allerlei Gründe für die Arbeitslosigkeit wie Automatisierung, hohe Lohnnebenkosten, was viele große Betriebe verleite im Ausland zu produzieren. Viele werden arbeitslos, weil der Arbeitgeber aufgibt oder Pleite macht. Fast täglich wird in den Medien berichtet, daß eine Firma hohe Gewinne macht, die Auftragslage gut ist, aber der Personalabbau weiter geht. Hier kann man wirklich sagen, der Mensch zählt nicht mehr, nur der Gewinn, Fritz war der Ansicht, daß unsere Politiker auch keine Ideallösung haben, vor allem wenn die Industrie nicht mitzieht. Natürlich kam es bei so einem heiklen Thema zu einer lebhaften Debatte, wo viele Ansichten vertreten wurden.
14.07.1997 Heini-Fest Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir alle Heinriche in unserer Mitte gratulieren und auf ihr Wohl anstoßen. Paul Zenz zapfte wieder Bier und wie im vorigen Jahr wurden Würstchen und Schnitzel von Hans-Robert Mies gegrillt. Bei dem schönen Wetter lief das Bier, aber auch so manch ein Klarer die Kehle herunter. So kam die gute Stimmung ganz von selbst. Als Ehrengäste konnten wir Herrn Pastor Müller und Herrn Kaplan Nebel begrüßen. Ein besonderer Dank gilt allen fleißigen Helfern. Karl Buhr hatte sein Auto zum Lieferwagen umfunktioniert und so konnten problemlos alle Getränke, Teller, Bestecke und Gläser vom Pfarrheim nach Eisbach und zurück transportiert werden.
21.07.1997 Pfarrheim Oberpleis Eigentlich sollten wir an diesem Tag ein Vortrag über den Flugplatz in Eudenbach hören, aber der Referent hatte kurzfristig abgesagt. So war es sehr lobenswert von Frau Eifler, sich schnell bereit zu erklären kurzfristig einzuspringen. Frau Eifler ist 1. Vorsitzende des Vereines der Freunde und Förderer des Projektes Miteinander Wohnen in Oberpleis. Sie wohnt in Niederbuchholz und erzählte uns, daß sie dort ein Haus gebaut haben und es sich dort auch schön wohnen läßt. Aber ohne Auto ist man schon arm dran. Und was geschieht, wenn man älter wird und selbst nicht fahren kann? Durch diese Überlegungen kam der Gedanke in Oberpleis ein Haus zu bauen, wo ältere Menschen wohnen können und soweit das möglich ist, sich gegenseitig helfen. Es soll keine Wohngemeinschaft sein, sondern jeder soll eine eigene Wohnung haben. Zum Essen, Feiern oder Spielen soll es Gemeinschaftsräume geben. Gesucht wird nun ein preiswertes Grundstück in Oberpleis und finanzkräftige Spender. Über das Projekt waren wir geteilter Meinung, aber dankbar über die Information durch Frau Eifler.
28.07.1997 Pfarrheim Oberpleis Heute feierten wir zwei Geburtstage, Toni Siebenmorgen war am 8.7.80 Jahre geworden und Heinz Lindlar am 16.07. 75 Jahre. Nach der Geburtstagslitanei gab es für jeden ein halbes Hähnchen. Nach einer Stunde als wir alle gesättigt waren, sprach Fritz Neuhöfer über die Hochwasserkatastrophe in Frankfurt Oder. Dort ist ein riesiges Gebiet seit 2 Wochen überschwemmt. Durch lang anhaltende Regenfälle traten die Flüsse über das Ufer. Vor ca. 225 Jahren ließ Friederich der Große gewaltige Deiche bauen, um die Oder in ein reguliertes Bett zu bringen. Zu dieser Arbeit holte er die Hugenotten aus Frankreich. Nun sind diese Deiche vor allem im Oderbruch mit Wasser vollgesogen wie ein Schwamm. Tausende von Helfern sind Tag und Nacht im Einsatz. Bundeswehr, Grenzschutz und viele Hilfsorganisationen bemühen sich die alten Deiche zu reparieren oder neu anzulegen. Taucher untersuchen die Deiche auf neue Schäden. Nur mit großer Mühe war es gelungen die Schäden einzugrenzen. Ganze Ortschaften, Geschäfte, Fabriken standen unter Wasser. Der Wasserstand war bis dahin nur wenige Meter gefallen, er muß aber wenigstens 1,5 Meter fallen, um Entwarnung geben zu können. Nach dieser Zusammenkunft fuhr noch eine kleine Gruppe mit Privatwagen nach Spich um dort die neue Postsortieranlage zu besichtigen. Hier kommen alle Briefe aus der näheren und weiteren Umgebung an und werden automatisch nach Postleitzahlen sortiert und weitergeleitet. Abends wird die Maschine durch einen Knopfdruck umgeschaltet und die Post, welche am Tag verteilt werden soll, wird in Kästen für die einzelnen Briefzusteller aufgeteilt.
04.08.1997 Stadtanzeiger Köln Um 13.00 Uhr ging die Fahrt ab Pfarrheim los. Mit etwas Verspätung kamen wir beim Kölner Stadtanzeiger an. Hier wurden wir von Frau Hardt empfangen. Sie erklärte uns kurz den Ablauf des eineinhalbstündigen Programms. In einem Kinosaal bekamen wir einen Film über die Entstehung der Zeitung und deren Fertigung bis in die heutige Zeit zu sehen. Frau Hardt und zwei Kolleginnen beantworteten uns unsere Fragen. Der Kölner Stadtanzeiger ist eine unabhängige Zeitung und überparteilich. Die Zeitung besteht seit 1802. Selbst Konrad Adenauer als ehemaliger Oberbürgermeister von Köln ist es nicht gelungen die Zeitung für seine Partei zu gewinnen. Die Zeitung hat im Laufe der Jahre viele Standorte in Köln gehabt. Sie mußte meistens aus Platzmangel wieder umziehen. Heute ist man dabei ein großes neues Haus für 160 Millionen DM in Köln Niel zu bauen. Ein imposantes Bauwerk mit viel Glas, welches in diesem Jahr noch bezogen werden soll. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt und durch den Betrieb geführt. Auch hier wurde uns alles bestens erklärt. Als erstes sahen wir wie der „Expreß" entsteht, und wie die Reklameblätter beigefügt werden. Ein Negativ in Zeitungsgröße wurde gerade auf Helligkeit überprüft. Für die Mitarbeiter, die den ganzen Tag am Computer arbeiten war extra ein kleiner Innenhof mit Grünpflanzen angelegt, den sie ab und zu aufsuchen können um ihre Augen zu schonen. Die Führung ging weiter zu den riesigen Druckerpressen, die eine Länge von 70m haben. Leider war zur Zeit keine Maschine in Betrieb. Die Druckerpressen werden vom Computer überwacht und gesteuert. Überall sah man die großen Papierrollen zum Drucken der Zeitungen stehen, so eine Rolle wiegt eine Tonne. Nach dieser sehr interessanten Führung wurden wir mit Kaffee, Teilchen und Schnittchen bewirtet. Um 17.00 Uhr begann unsere Heimfahrt.
11.08.1997 Pfarrheim Oberpleis Am heutigen Montag zeigte Toni Wertenbroich einen Videofilm über die Wanderung der roten Landkrabben auf den Weihnachtsinseln im Indischen Ozean. Millionen rote Krabben wandern jedes Jahr über die Insel zur Küste um hier ihre Eier zu legen. Dabei kennen sie praktisch kein Hindernis um an ihr Ziel zu gelangen. Sie wandern durch Wohnhäuser, Schulen und überall wo man hinschaut nur Krabben. Ihr größtes Problem ist es, dafür zu sorgen, daß sie in der Hitze nicht austrocknen. Darum suchen sie zum Schlafen schattige Plätze aus. Es müssen zwar viele Krabben auf der langen Reise ihr Leben lassen, sei es, daß sie auf der Straße überfahren werden oder die Steilhänge an der Küste herabfallen, aber bei der großen Menge macht dies nur wenige Prozent aus. Nach diesem Naturfilm zeigte Toni uns ein Musikvideo welches er von dem Musiksender N2 aufgenommen hatte. Hier wurde uns ein erstklassiges Konzert mit gutem Bild und Ton geboten. Die allgemeine Meinung war, das war wirklich ein Genuß. Fritz Neuhöfer wollte nun noch in der letzten viertel Stunde über die Osterinseln diskutieren, die Mehrheit der Anwesenheit waren aber dagegen. Da Fred Euskirchen zu Beginn nicht anwesend war, hatte Fritz Neuhöfer den Vorsitz übernommen und hielt spontan einen Vortrag über die Bundesregierung. Er sprach über die Schwierigkeiten die die Regierung hat, ein beschlossenes Gesetz den Bundesrat passieren zu lassen, da die Opposition hier die Mehrheit hat. Dies wirkt sich bei der geplanten großen Steuerreform besonders schlimm aus. Beide Seiten, Regierung und Opposition wollen die Steuerreform, aber man kann sich nicht einigen. Natürlich kam auch die miserable Finanzlage der Regierung zur Sprache. Im Anschluß an den Vortrag verteilte Fred die Teilnehmerliste für die große Herbstfahrt nach Golling.
25.08.1997 Pfarrheim Oberpleis Leider war die Teilnahme heute gering. Das lag wohl an den sehr hohen Temperaturen an diesem Tag. Wir hatten heute einen Gast vom Bundesgrenzschutz. Herr Braun war dienstlich in Thailand eingesetzt zur Bewachung der deutschen Botschaft. Bei seinen Urlaubsreisen durch Thailand hatte er mit der Zeit 6000 Dias zusammengestellt. Hiervon hatte er 600 Stück mitgebracht um sie uns zu zeigen. Thailand hat 5 Millionen Einwohner. Wir bekamen Bilder von wunderbaren Tempeln und Denkmälern zu sehen. Vor allem Bangkok, die Hauptstadt von Thailand, ist eine sehr bunte Stadt, aber auch viel Autoverkehr. Sport wird dort groß geschrieben und jeder macht mit, so gut er kann. Wir bekamen aber nicht nur die Städte gezeigt, sondern auch die Umgebung und das Land mit vielen Reisfeldern. Die Behausungen sind vielfach primitiv. Die Häuser stehen meistens auf Pfählen und unten sind die Schweineställe. In den Städten gibt es ganze Straßenzüge mit Märkten, wo Händler alles Mögliche anbieten. Immer wieder gibt es Stände mit Lebensmittel, sodaß man jederzeit unterwegs etwas essen kann. Die Lebensmittel sind alle sauber und Hygienisch in Folie verpackt, daher wird zu Hause nur selten gekocht. Die Thailänder halten keine drei vollen Mahlzeiten wie wir, sondern essen immer wieder kleine Portionen. Thailand ist ein demokratisches Land mit buddhistischem Glauben. Es gibt sehr viele buddhistische Klöster und jeder Thailänder sollte in seinem Leben einmal Mönch gewesen sein und sei es nur für zwei Monate. 18.08.1997 Pfarrheim Oberpleis.
08.09.1997 Pfarrheim Oberpleis Auch heute gab es beim Montagstreff wieder einen guten Vortrag. Frau Fielenbach von der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Rhein-Sieg erklärte uns ihre Arbeit anhand von Dias. Wie gestaltet man eine Wohnung alters- und behindertengerecht. Die Meisten möchten im Alter nach Möglichkeit in Ihrer Wohnung und dem bekannten Umfeld bleiben. Das erfordert aber oft ein Umgestalten der Wohnung. Hier beginnt die Arbeit von Frau Fielenbach. Sie kommt in die Wohnung und macht Vorschläge zur preiswerten Umgestaltung. Beim Bad hilft häufig schon ein Haltegriff um besser in die Badewanne zu kommen. Besser ist allerdings eine Bodengleiche Dusche. Auch die Küchenarbeit kann im Alter schwieriger werden. Hier gibt es verschiedene Hilfsmittel welche die Arbeit erleichtern. Frau Fielenbach berät nicht nur über die mögliche Veränderung, sondern auch über die Finanzierung und evtl. Zuschüsse. Hans Wald hat seine Wohnung schon altersgerecht umgestaltet, dies will er uns demnächst einmal zeigen.
15.09.1997 Pfarrheim Oberpleis Jahresversammlung beim Montagstreff Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Fred Euskirchen gab er den Jahresbericht bekannt. Im letzten Jahr hatten wir sechs Todesfälle zu beklagen: Dies sind Pfarrer Josef Weyler, Martin Leven, Josef Gossen, Hans Körfer, Toni Landsberg und Willi Otzipka. Ausgetreten sind Johann Behr und Ernst Bogdanski. Danach hat der Montagstreff 46 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 76,09 Jahren. Nun folgten der Bericht des 1. Kassierers Hans-Robert Mies, des 2. Kassierers Karl Buhr und des Kassenprüfers Reinhard Meurer. Nach der Entlastung des Vorstandes war als nächstes die Neuwahl des gesamten Vorstandes an der Reihe. Ehrenvorsitzender Josef Neuhöfer, der die Versammlung leitete, schlug vor, darüber abzustimmen, ob der gesamte Vorstand auf einmal gewählt werden sollte statt Einzelwahl. Dem wurde von der Versammlung einstimmig zugestimmt. So wurde der gesamte Vorstand komplett einstimmig wieder gewählt. Eine Ausnahme gab es allerdings, der 2. Kassierer Karl Buhr bekam einen neuen Stellvertreter und zwar Toni Wertenbroich. So setzt sich der neue Vorstand folgendermaßen zusammen:
- Ehrenvorsitzender Josef Neuhöfer
- 1. Vorsitzender Fred Euskirchen
- 2. Vorsitzender Fritz Neuhöfer
- 1. Kassierer Hans-Robert Mies
- 2. Kassierer Karl Buhr / Vertreter Toni Wertenbroich
- Schriftführer Wilfried Weber / Vertreter Walter Waskowiak
- Kassenprüfer Reinhard Meurer
- Vertr. Lichtenberg- Fonds Kurt Petrikowski
Unter dem Punkt „Verschiedenes" klagte Fred darüber, daß es sehr schwer sei, für jeden Montag einen Redner zu bekommen. Für die monatlichen Besichtigungsfahrten etwas zu finden sei wesentlich einfacher. Darum bat er die Anwesenden um ihre Mithilfe. Es wurden auch einige Vorschläge gemacht und Anregungen gegeben. Hoffentlich werden auch einige Sachen in die Tat umgesetzt.
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Chronisten: Wilfried Weber, Walter Waskowiak
Hinweis: Ob das Foto tatsächlich aus dem Jahre 1997 stammt, ist nicht sicher.
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