Aufnahme: 1991
Erstes Kinderparlament tagte
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
st. In der Aula des Schulzentrums Oberpleis tagte das „Erste Königswinterer Kinderparlament". Veranstalter war der Stamm Oberon der Pfadfinder mit Stammesführer Björn Seelbach. Alle Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtgebiet waren eingeladen. Rund 70 waren gekommen, 12 von ihnen wurden in das „Kinderparlament" gewählt. Sie bildeten (je 3 Kinder) eine Fraktion, die Fraktion der 1. und 2. Klasse, der 3. und 4. Klasse, der 5. und 6. sowie der 7. bis 12. Klasse. Die Fraktionen formulierten Wünsche und Anträge an das Plenum, und dann wurde die zweistündige „Ratssitzung" mit Präsidentin Miriam Hardt von Björn Seelbach eröffnet.
Bürgermeister Herbert Krämer, der zunächst neben seiner „Kollegin" Miriam Platz nahm, begrüßte die Einrichtung des Kinderparlamentes und fand die Idee der Pfadfinder großartig. Nun würden sich auch die jüngsten Bürger der Stadt mit den Problemen der Erwachsenen in der Stadt Königswinter beschäftigen. „Es ist gut, für seine schöne Heimatstadt zu arbeiten." Dem Kinderparlament wünschte er viel Erfolg und nahm dann unter den Zuhörern Platz. „Präsidentin" Miriam stellte sodann die Beschlussfähigkeit des Kinderparlamentes fest und gab die Diskussion frei. Die Kleinen hatten eine Menge Wünsche. So wünschten sie sich eine Sportfläche für Skateboardfahrer. „Aber eine richtige Anlage und nicht nur so ein Platz, wo man ein bisschen hin und her rutschen kann", meinte ein Dreikäsehoch aus Vinxel, der sich auch ganz energisch für Kinderspielplätze einsetzte.
Eine weitere Forderung der kleinen Parlamentarier war die Abgrenzung von Spielplätzen und Wiesen für Hunde, „damit die da nicht draufmachen können". Berghausener und Oberpleiser Kinder wünschten sich Spielmöglichkeiten in diesen Stadtteilen. Größere Jugendliche setzten sich für die Herrichtung von Abenteuerspielplätzen sowie Bolzplätzen ein und fanden Spielmöglichkeiten mit Schaukeln „blöd". Viele der Kinderanträge waren schon recht interessant. So hatte ein „Abgeordneter" die Idee, man möge doch irgendwo einen festen Platz für funkgesteuerte Autos einrichten. Doch dies wird etwas schwierig sein, denn solche Plätze müssen betoniert sein, zumindest einen festen Untergrund haben.
In dem umfangreichen Wunschkatalog der Kinderparlamentarier waren auch Wünsche anderer Art enthalten: längere Öffnungszeiten der Bäder, ein Verkehrsübungsplatz, Kinos für Kinder, Einrichtung von Spielstraßen (wo es keine Spielplätze gibt), mehr Spielgeräte auf den Plätzen, eine Videothek für Schüler, eine Rutsche im Hallenbad, ein Wellenbad, mehr Fahrradwege, eine Kinderdisco und sogar die Sauna kam zur Sprache. Unterstützt wurden die jüngsten Politiker der Stadt von den Fraktionen im Rat, so von Lutz Wagner von den Grünen, Dr. Renate Heck (SPD), Andrea Milz (CDU) und Ilse Kehren (FDP). Und Ilse Kehren war es auch, die sich zur Geschäftsordnung meldete und vorschlug, dass die gemachten Vorschläge zusammengefasst und als Bürgerantrag von den Pfadfindern an den Hauptausschuss gerichtet werden.
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