Aufnahme: 1987
Der Sonnenberger Hof
"Ebenfalls als Hof erhalten ist dieses dritte bei Oberpleis gelegene Gut der Abtei Heisterbach. Nach einem Protokoll über die Verhandlungen mit den Pächtern der abteilichen Güter über die Ablösung der schmalen Pächte war der Pächter des Sonnenberger Hofes ein Wilhem Reuter .(340) Die Angaben des Realstatus von 1802 beziffern die Pachtabgabe auf 12 Malter Korn und 2 Malter Weizen, was umgerechnet einen Pachtertrag von rund 280 FF ergäbe. Am 14. März 1812 wurde der Hof neu zur Pacht versteigert. Ein Matheis Reuter erhielt beim Gebot von 530 FF den Zuschlag. Mit dem Pachtvertrag vom 29. April 1812 wurde der Hof mit einer Größe von 104 Morgen von 1813 bis 1821 an den Meistbietenden steuerfrei verpachtet.(341) In der Liste von 1813 ist er ebenfalls mit der Pachtsumme von 530 FF erwähnt. Ebenso finden wir ihn in der Liste der 1821 noch unveräußerten Güter mit einem Wert von 5130 Rtlr. und einem Areal von nun 124 Morgen-(342) Somit war er zwar nicht der größte, wohl aber der teuerste der noch zu veräußernden Klostergüter des Jahres 1822.
Im vorigen Jahrhundert soll dieser Hof durch Erbteilung zersplittert und unter sechs Geschwistern der Familie Reuter aufgeteilt worden sein. Dies setzt freilich voraus, dass die Familie Reuter nach 1821 in den Besitz des Hofes kam. Wir können daher auch bei diesem Hof von einem später abgelösten Erbpachtvertrag ausgehen. 1882 wird ein Michael Weyler, der 1847 auf dem Hof geboren wurde, als Besitzer des Sonnenberger Hofes mit 20 ha (! 1813: 124 Morgen = 31,64 ha) genannt. Die übrigen Hofteile sind wohl im Besitz der Erben Reuter geblieben. Das Erbteil der Anna Reuter, eine der Geschwister Reuter, die den Hof teilten, ging später an ihren Sohn Ferdinand Schmitt. Dieser erwarb 1913 zu seinem Erbteil die übrigen Parzellen und die Gebäude des Hofes hinzu, der Hof befand sich wieder in einer Hand und wurde 1951 von seinem Sohn Heinrich übernommen. Er begann mit der Anlage von Obstplantagen, die bis heute einen wichtigen Wirtschaftszweig des Sonnenberger Hofes ausmachen."(343)
Anmerkungen
"340 HStAD IB II 6359, Prot. vom 17.12.1803.
341 HStAD GhB 8461, Prot. vom 14.3.1812; ebd. Pachtvertrag vom 29.4.1812.
342 HStAD Gen.Gouv.Berg 605; HStAD Reg. Köln 3925, Nr. 15.
343 Margarete Reisner, Stieldorf – aus der Geschichte von Gemeinde und Dorf, 17, Bonn 1984."
Mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer Markus Hoitz und der Stadtverwaltung Königswinter: "Die Aufhebung der Abtei Heisterbach" in: "Königswinter in Geschichte und Gegenwart", Heft 3, 1987.
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