Kapelle Mariae Heimsuchung in Vinxel

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Aufnahme: 2022

Kapelle Mariae Heimsuchung in Vinxel

Vinxel wurde bereits 1173 urkundlich erwähnt. Die Kapelle wurde 1348, wahrscheinlich als Hofkapelle des ursprünglichen Hobshofes (heute Gaststätte „Zum alten Hobshof') erbaut. Sie wird itn Volksmund auch liebevoll „Veußeler Dom" genannt. Vermutungen besagen, dass es bereits zur Zeit des Cäsarius von Heisterbach (um 1200) in Vinxel eine Kapelle gab.

Die wechselvolle Geschichte des Ortes Vinxel in seiner Frühzeit wie auch die des kleinen Gotteshauses ist nicht detailliert dokumentiert.Im Jahre 1550 wird die Kapelle als verfallen bezeichnet. 1672 heißt es, sie sei zerstört - vermutlich als Folge des Dreißigjährigen Krieges.

Der heutige Bau wurde 1758 errichtet bzw. wieder aufgebaut. Darauf weist eine Inschrift über der Eingangstür hin. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort Vinxel mitsamt der Kapelle stark zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte bereits 1947. Es wurden die heute noch existierenden schlichten Buntglasfenster eingesetzt.

Am 2. Juli 1948 feierte Vinxel das 600-jährige Bestehen der Kapellengemeinde. Pfarrer Julius Palm zelebrierte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein feierliches Hochamt.

Altar und Weihwasserbecken der Kapelle sollen aus dem Kloster Heisterbach stammen. Eine Besonderheit ist die stehende Madonna „Mutter Gottes mit Kind" vom Typus einer „Maria lactans" (nährende Gottesmutter)  mit entblößter rechter Brust. Das Original befindet sich als Leihgabe im Siebengebirgsmuseum.

Bei einer Restaurierung erfolgte eine Datierung auf Anfang  1600. Früher gehörten zum Vermögen der Kapelle vier Morgen Land, das Vinxeler Bürger, zum Unterhalt der Kapelle gestiftet hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Kapelle und das Land als Gemeindegliedervermögen (Sondervermögen zur Unterhaltung der Kapelle) in den Besitz der Gemeinde Stieldorf. Durch die
Gebietsreform  1969 fielen Kapelle und Land an die Stadt Königswinter. Nach dem Verkauf des Landes hat die Stadt die Verpflichtung zum Unterhalt der Kapelle übernommen.

2009 erfolgte eine umfangreiche Renovierung. Über der Eingangstür wurde ein Vordach als Regenschutz angebracht. Aus dem kirchlichen und weltlichen Leben ist der „Veußeler Dom" nicht wegezudenken. Die Kapelle ist heute das Wahrzeichen des Ortes Vinxel. Sie ist Bestandteil des Dorfwappens, ziert die Briefköpfe der Vinxeler Vereine und ist auch Motiv der alten Schwenkfahnen des Junggesellenvereins.

Bernd Stahlhoven

 

  Innenansicht der Kapelle Mariae Heimsuchung in Vinxel.

Zur Verfügung gestellt von
Judith Effing: Foto; Bernd Stahlhoven: Bericht Kapellenwanderung Rauschendorf/Vinxel
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