Aufnahme: 2022

Donatuskapelle Rauschendorf

Pilger unterstützen im Siebengebirge mit Solidaritätsaktion den Wiederaufbau des Gotteshäuschens in Walporzheim.


Die erste Rauschendorfer Kapelle stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie befand sich in der Nähe des Dorfbrunnens.Im Volksmund wurde die jeweilige Kapelle im Dorf auch „Heiligenhäuschen" genannt. Von wem und wann die erste kleine Kapelle erbaut wurde, ist nicht mehr feststellbar.

Nach dem heutigen Wissensstand war es die Hauskapelle des ehemaligen Propsthofes. Als die alten Gebäude des Propsthofes Anfang des 20. Jahrhunderts entfernt wurden, ist vermutlich auch die Hauskapelle dem Abbruch zum Opfer gefallen. 1927 war die Erbauung des neuen Propsthofes abgeschlossen. Vor jener Zeit, aber nach dem 1. Weltkrieg, hat man nahe des heute noch existierenden Dorfbrunnens  eine  neue  Kapelle  errichtet.

Auf einer Gedenktafel wurden am Altar die Namen der im Krieg gefallenen Soldaten aufgeführt. Jahre später wurde das Glockentürmchen aufgesetzt. Die Glocke hat man bei Feuer, Unwetter und Tod eines Dorfbewohners geläutet. Bei der Landreform 1953 bis 1954 musste die zweite Kapelle weichen. Ein Ortsausschuss, der die Aufgabe hatte, einen Kapellenneubau zu planen, wurde gebildet. Der Kulturausschuss der Gemeinde Stieldorf wies  einen gemeindeeigenen Platz auf dem ehemaligen Gelände des Propsthofes aus. Beim Abbruch der Kapelle hat man alle brauchbaren Steine gesichert und beim Neubau wieder verwendet.

Im Juli 1961 vollzog Pfarrer Bolten von der kath. Kirchengemeinde  Sankt Margareta zu Stieldorf die Einweihung. Im gleichen Jahr erwählte  der pensionierte Pfarrer Weuster, Rauschendorf zu seinem Ruhesitz. Im Altarstein wurde 1962 eine Reliquie des hl. Donatus eingebettet. Regelmäßige Messen und Andachten erfreuten bis 1974 die Dorfgemeinschaft, besonders die ältere Generation.    

Am 23. September 1974 verstarb Pfarrer Weuster. Ab 1976 erklärten sich die Stieldorfer Pfarrer bereit, einmal im Monat in der Kapelle eine hl. Messe zu feiern. In der Kapelle befindet sich eine Figur des hl. Donatus. Sie wurde einem Bild aus dem Kloster Zülpich-Marienborn nachempfunden. Ein unbekannter Künstler aus Niederpleis hat sie gefertigt. Wilhelm Schmitz hat sich während der Bauzeit und später bis 1979 verdienstvoll um die Kapelle gekümmert. Danach hat der jeweilige Vorstand des Bürgervereins die Kapelle betreut. Für  die Reinigung, Ausschmückung und die Dienste am Altar hat sich Ursula Sterzenbach über 40 Jahre mit Leib und Seele eingebracht. Hierfür  erhielt  sie  am IV.XII.MMI (4.12.2001) den päpstlichen Orden PRO ECCLESIA ET PONTIF CE.

1986 wurde der Bürgerverein Eigentümer der Kapelle. Sie findet in Wort und Bild eine  Erwähnung  in dem  1985  veröffentlichten  Buch von  Pater  Gabriel  Busch „Kapellenkranz um den Michaelsberg". Der Bürgerverein Rauschendorf-Scheuren e.V. hat seit der Übernahme bis heute umfassende Renovierungen durchgeführt.

Robert Simon

Zur Verfügung gestellt von
Judith Effing: Foto; Robert Simon: Bericht Donatuskapelle Rauschendorf
Räume & Galerien
Kapellen
Aufrufe
209

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.