Aufnahme: 2012
Ökumenische Kapellenwanderung
Die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott war Start der ökumenischen Kapellenwanderung.
Die Evangelische Kirchengemeinde Stieldorf-Heisterbacherrott hatte für Sonntag, den 13. Oktober 2013, zu einer ökumenischen Kapellenwanderung unter der Leitung des Künstlers Bruno Stephan eingeladen. Treffpunkt war um
15 Uhr an der Nikolauskapelle in Heisterbacherrott. Stephan stellte dort die Broschüre „Kapellenwanderung" vor, für die er die Aquarelle gemalt hatte. Nach einem spirituellen Impuls von Diakon Udo Casel begann die neun Kilometer lange Wanderung über die Kasseler Heide zur Kapelle „Mariae Heimsuchung" in Vinxel. Das Ganze war verbunden mit meditativen Gedanken von Pfarrerin Pia Haase-Leh. Nach einer Rast ging es durch das Lauterbachtal zurück zur Nikolauskapelle, wo die Wanderung gegen 18 Uhr endete.
Die Kapelle "Mariae Heimsuchung" in Vinxel war Ziel der ökumenischen Kapellenwanderung
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Die Kapelle wurde Mitte des 12. Jahrhunderts vom Kloster Schwarzrheindorf aus in romanischem Stil erbaut. Patron war der hl. Markus. Nach Beschädigungen im 30-jährigen Krieg erfolgte 1676 ein Umbau, verbunden mit dem Einbau einer Empore. Neuer Patron wurde der hl. Nikolaus. Mit der Säkularisierung 1803 gingen Kapelle und Fronhof (heute Haus Schlesien) in Staatseigentum über. Die Kapelle konnte aber weiterhin von der Kirchengemeinde genutzt werden.
Als die Kapelle für die wachsende Bevölkerung nicht mehr ausreichte und 1891 die katholische Kirche in Heisterbacherrott, St. Judas-Thaddäus, gebaut und 1892 geweiht worden war, blieb die Kapelle von diesem Zeitpunkt an ungenutzt. 1904 ging sie ins Eigentum der Kirchengemeinde über. Hiernach wurde sie von den Eigentümern/Pächtern des Fronhofes zeitweilig als Materiallager gebraucht.
1936 ist die Kapelle unter dem damaligen Pfarrer Helten wieder hergerichtet worden. Zugang und Umfeld blieben bis 1969 in Privateigentum. Renovierungen bzw. Restaurierungen erfolgten 1913, 1936, 1956, 1973-1976 und (umfassend) 2006-2008.
Das Hauptgebäude ist ein rechteckiger Saalbau aus Bruchsteinmauerwerk mit Satteldach. Der sich nach Osten anschließende kleiner gestaltete Chorraum erscheint wie ein Anbau. Das Bild wird durch einen Dachreiter mit leicht rund aufsteigendem Dach geprägt. Die Westfront ist durch ein Rundfenster in der Mitte und zwei darüber liegende rechteckige Fensterchen gestaltet. Das Wegekreuz an dieser Seite ist von der Petrusstraße hierher versetzt worden. Es wurde 1663 von den Eheleuten Contzen, Pächtern des Fronhofes, errichtet.
Die Südseite ist von zwei kleinen Fenstern unterbrochen. Am Westgiebel springt ein schmaler Anbau vor, in dem sich eine kleine Treppe versteckt. Im Chorraum ist, wie auch auf der gegenüberliegenden Seite, ein Fensterchen eingelassen. Im oberen Bereich des Chorraumgiebels führt von außen ein Türchen auf das Gewölbe. An der Nordseite, Richtung Weiher, befindet sich die Eingangstür, ein- kleines Fenster und links davon ein Rundfenster. In einer Nische ist eine Nikolausstatue mit Inschrift zu sehen. Die Glasfenster sind mit Motiven wie Weinranken, Blumen, Vögeln und Gartenfrüchten gestaltet. Das Bild hinter dem Altar stellt den heiligen Nikolaus dar. Zu den Füßen in einem Bottich sehen drei Figuren zu ihm auf; nach der Legende sind es gerettete Kinder.
Winfried Görres
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