Aufnahme: 1982

"Reichlich Weihwasser" bei der Einweihung der Wahlfelder Antoniuskapelle

Bei der ersten Messe regnete es in Strömen.

Wahlfeld: (ül) Große Freude bei den Bewohnern des kleinen Königswinterer Ortsteils Wahlfeld: Ihre alte Fachwerk-Kapelle wurde mit einem Gottesdienst, den der Oberpleiser Pfarrer Willi Müller zelebrierte, ihrer Bestimmung übergeben. Die im Volksmund so genannte „Schreckenberg-Kapelle" hatte früher in Uthweiler gestanden. Dort mußte sie von einem Privatgrundstück weichen. Die Wahlfelder Bürger und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus Uthweiler bargen das wertvolle Holz der Kapelle und sorgten mit zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden für den Wiederaufbau.

Es habe zwar Jahre gedauert, bevor ein Standort in der Nähe des Bönnschen Hofs gefunden worden sei, so hob einer der Initiatoren hervor, dafür habe man aber ein historisch wertvolles Schmuckstück erhalten.

Für den ersten Gottesdienst war gegenüber der Kapelle ein Zelt errichtet worden. Das erwies sich als vorteilhaft, denn am Einweihungstag regnete es in Strömen. Pfarrer Willi Müller, der den Gottesdienst ebenfalls unter einem kleinen Zeltdach zelebrierte, meinte, Petrus hätte „reichlich Weihwasser geschickt", um die wieder erstandene Kapelle zu segnen. Es sei das zweitschönste Gotteshaus in der katholischen Kirchengemeinde Oberpleis, hob der Pfarrer hervor.

Die Eucharistiefeier, an der mehr als 250 Bürger teilnahmen, wurde vom Kapellenchor aus Uthweiler unter Leitung von Paul Radermacher und einer Bläsergruppe musikalisch gestaltet. In seiner Festansprache erklärte Pfarrer Müller, daß der Tag der Einweihung der St. Antonius-Kapelle mit dem Diaspora-Tag der katholischen Kirche zusammenfalle.

Auch in Oberpleis sind die Katholiken fast eine Minderheit geworden, so daß man auch dort die „Gemeinschaft im Glauben" suchen müsse. Die Wahlfelder hätten diese Gemeinschaft schon gefunden, indem sie die Kapelle wieder errichtet hätten. „Wir finden hier zwei Tische", so der Pfarrer. Ein Tisch stehe in der Kapelle, um Gott zu dienen. Ein anderer, aus einem alten Mühlstein geschaffen, auf dem Vorplatz in den Anlagen bei der Kapelle, wo sich die Bürger abends zum Gespräch treffen könnten. „Möge die Kapelle eine Stätte des Glaubens und der Gemeinschaft bleiben“, sagte Pfarrer Müller zum Schluß seiner Ansprache.

Daß die wieder aufgebaute Kapelle als Stätte der Begegnung anerkannt wird, bewies die Teilnahme der Vertreter des Stadtrates und der Stadtverwaltung. Der „Motor" des Wiederaufbaus, Felix Bäsgen, konnte die Fraktionsvorsitzenden Franz Riscop (MdL) CDU, Jakob Koll UBG, Ilse Kehren FDP, zahlreiche Ratsmitglieder, die Kreistagsabgeordneten Hans-Georg Gilka und Gerd Kehren, den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Karl Schulte-Beckhausen und den Ersten Beigeordneten der Stadt Königswinter als Ehrengäste begrüßen.

Quelle
Archiv Heinz Hübbers / GA vom 17./18.6.1982
Zur Verfügung gestellt von
H.H. / General-Anzeiger Bonn, Redaktion Siebengebirge (5/2020)
Räume & Galerien
Kapellen Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
Aufrufe
211

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.