Aufnahme: 1966
Kreuzaltar aus dem 18. Jahrhundert in der Kapelle in Quirrenbach
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Quirrenbach: zu Füßen des Hühnerberges!
Südwestlich von Oberpleis, zu Füßen mächtiger Basaltsteinbrüche, liegt der liebliche Ort Quirrenbach, zum Amtsbezirk Oberpleis und zur Kirchengemeinde Eudenbach gehörend. Große geschichtliche Ereignisse haben sich hier in Quirrenbach nie abgespielt, Denkmäler und kunstvolle Bauten sind hier nicht zu finden, und doch führt uns unser Weg heute in dieses stille Dorf.
Dies hat zwei gute Gründe: Einmal feiert der Männer - Gesang - Verein Quirrenbach, der weit im Siebgebirgsraum bekannt ist, sein 60. Stiftungsfest, und zum anderen wurde die schlichte, jedoch sehr schöne Kreuzkapelle, die inmitten des Ortes ihren Platz hat, renoviert und festlich ausgeschmückt. Diese Kreuzkapelle war schon immer der ganze Stolz der Quirrenbacher Bürger.
Mit Liebe und Begeisterung hängen sie an ihr, und ihre Jahrhunderte lange Geschichte gibt ein beredtes Zeugnis für den Opfermut und Opfersinn der Quirrenbacher. Am 29. August 1734 ließen die beiden Quirrenbacher Einwohner Peter Quirrenbach und Johann Jakob Limbach in Oberpleis ein großes Missionskreuz einsegnen. Wie aus dem Kirchenarchiv hervorgeht, haben dann „die beiden wohl achtbaren Nachbarn Limbach und Quirrenbach ihre Mitbürger angemahnet, um eine Beisteuer zu einem Bau um das hl. Kreuz die Andacht bei verdrießlichem Wetter im Regen und Winter verhinderlicht zu halten, also ein jeder Nachbar nach seinem Vermögen und Belieben eine Beisteuer geleistet auch Vorschläge getan um eine Kapelle zu bauen“.
Dieser Aufruf wird großen Erfolg gehabt haben, denn am 29. November 1734 wurde in Anwesenheit der Nachbarschaftsdörfer Hühnerberq, Neuenhof, Quirrenbach, Rostingen und Gratzfeld der Rohbau der Kapelle vollendet und die Kapelle zu Ehren vom heiligen Kreuz benannt. Aber damit nicht genug, diese Kapellengemeinde ruhte nicht eher, bis sie den Altar durch zwei schön geschnitzte Engel an jeder Seite des Kreuzes aufgestellt, bis sie einen Tabernakel und ein Glöckchen, welches "Meister Engelbert Joseph Fuchs aus Köln" goss, angeschafft hatte. Dann holten sie "Anno 1742, den 6. September" beim Generalvikariat in Köln die Erlaubnis zum Messelesen ein.
Danach vergingen Jahre und Jahrzehnte, und an Quirrenbachs Kreuzkapelle machten sich allmählich die Schäden der Zeit bemerkbar. "Nach wiederholten Reparaturen, deren wichtigste zur Franzosenzeit der Rheinlande ausgeführt wurde", so liest man in einer Beilage der Kölnischen Rundschau aus dem Jahre 1948, "diente die Kapelle noch bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts den Quirrenbachern als gottesdienstliche Stätte. 1893 wurde dann ein neuer Bauverein für die Kreuzkapelle gegründet, wie in alten Zeiten leisteten die Nachbarn Hand- und Spanndienste zum Bau unentgeltlich und schenkten aus ihren Waldungen zum notwendig gewordenen Neubau Eichen, Fichten und Rottannen. Die Steine fürs Fundament schenkte wiederum ein Limbach aus Rostingen. Sand kam von Sassenberg, Kalk aus Niederdollendorf.
Am 4. und 5. Juni 1894 brachen dann sämtliche Junggesellen der Kapellengemeinde die alte Kreuzkapelle ab, und fleißige Handwerker errichteten einen neuen Steinbau. So sehr liebten die Quirrenbacher ihren alten Kreuzaltar aus dem 18. Jahrhundert, dass sie seine Aufstellung in der neuen Kapelle auch gegen den Willen ihres Rektors durchsetzten."
Im zweiten Weltkrieg erlitt die Kreuzkapelle wiederum schwere Beschädigungen. Hier setzte sich nun nach Kriegsende der in der Bevölkerung sehr beliebte und unvergessene Pfarrer Grotenrath aus Eudenbach intensiv für eine Renovierung ein. Leider hat er nicht mehr die vollständige Instandsetzung erleben können, da er inmitten seines Einsatzes für dieses kleine und schlichte Gotteshaus in die Ewigkeit abberufen wurde.
Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung seitens der Denkmalpflege, des Erzbischöflichen Generalvikariats in Köln und der Gläubigen der Kapellengemeinde konnte unter der Leitung des Architekten Rick, Bad Godesberg, die Kapelle renoviert werden. Am Sonntag, dem 3. Mai 1959 zelebrierte Hochw. Pfarrer Kreuser aus Eudenbach erstmalig wieder nach vielen Jahren ein feierliches Hochamt in der Kreuzkapelle. Seit dieser Zeit wird regelmäßig am 1. Sonntag im Monat in der Kapelle das hl. Messopfer gefeiert. Nunmehr hat das Gotteshaus einen neuen Außenanstrich erhalten, der Vorplatz wurde erweitert und mit einer schönen Bruchsteinmauer eingefasst, um am kommenden Wochenende beim 60jährigen Jubelfest des MGV Quirrenbach im festlichen Kleide zu erstrahlen.
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