Aufnahme: 1915
Pfarrer Dr. Johannes Kirschbaum
Sein Vater Peter Kirschbaum erbaute die Eisbacher Marienkapelle; dies hatte mit Johannes' Geburt und seiner Entscheidung, Priester zu werden, zu tun. Prälat Peter Buchholz erzählt:
"An der Stelle, wo sich oberhalb des Dorfes an einer Wegegabelung jetzt die Kapelle erhebt, stand schon vor mehreren hundert Jahren zwischen zwei mächtigen Kastanienbäumen ein Heiligenhäuschen mit einem Bild der Gottesmutter. Alte Leute berichten, daß neben dem Bilde Krücken hingen zur Erinnerung an Gottes und seiner heiligen Mutter Hilfe in mancher Not.
So fand auch - es war im Jahre 1844 - Peter Kirschbaum aus Eisbach in einem schweren Anliegen den Weg hierhin zur Gottesmutter. Seine Frau erwartete das erste Kind, und es stand bedenklich um Mutter und Kind. Da gelobte er der Gottesmutter, wenn seine Frau ihre schwere Stunde gut überstehen würde, wolle er hier zum Dank eine Kapelle bauen. Und wenn Gott ihm einen Sohn schenke und er brav und fromm bliebe und Neigung zum geistlichen Stande zeige, dann solle ihm kein Opfer zu schwer sein, um ihm das Studium zu ermöglichen und ihn als Priester Gott und seiner heiligen Mutter zuzuführen. Sein Beten wurde erhört! Seine Frau überstand wider Erwarten glücklich die schwere Stunde, und Gott schenkte ihm einen Sohn, der schon in frühen Kinderjahren durch seine Frömmigkeit alle erbaute ...
Als Zwölfjähriger gestand er den Eltern, daß er nichts sehnlicher wünsche, als Priester zu werden und sein Leben Gott und seiner heiligen Mutter ganz zu weihen. Die Eltern waren über diesen Entschluß ihres einzigen Sohnes überglücklich und ermöglichten ihm den Besuch des Apostelgymnasiums in Köln, von wo er nach glänzend bestandenem Abschlußexamen zur Absolvierung seiner philosophischen und theologischen Studien nach Rom ging und dort im Jahre 1869 im Deutschen Kolleg die heilige Priesterweihe empfing.
Unterdessen erstand unter schwersten finanziellen Opfern des alten Vaters Kirschbaum und mit Unterstützung von Nachbarn und Verwandten an Stelle des alten Heiligenhäuschens die Kapelle, die der Rosenkranzkönigin geweiht wurde. Als dann im Jahre 1870 bei Ausbruch des deutsch-französischen Krieges Johannes Kirschbaum als glücklicher Jungpriester von Rom in seine Heimat zurückkehrte, da konnte er zur größten Freude seiner Eltern und der übrigen Dorfbewohner sowie der ganzen Pfarre sein erstes heiliges Meßopfer in der Kapelle feiern, und konnte gleichzeitig die Kapelle ihrem heiligen Dienst geweiht werden. ...
Jahr um Jahr, bis seine Augen fast ganz erblindet waren, hat der ehrwürdige greise Pfarrer Dr. Kirschbaum die weite Reise von Büderich hierhin zum Rosenkranzfest gemacht und hat mit den tiefen Wahrheiten und Geheimnissen des Rosenkranzes seine Hörer für Christus und seine heilige Mutter zu begeistern verstanden. Während der Vorbereitungstage auf sein goldenes Priesterjubiläum berief der gute Hirte ihn (1919, Anm. d. Red.) in sein ewiges Reich."*
Die Kapelle ging dann in den Besitz der Familie Dahs, Jüngsfeld, über, die sie schließlich dem Prälaten Peter Buchholz vermachte.
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*Prälat Peter Buchholz in: Pfarrblatt Oberpleis vom 13. 10. 1957; vollständiger Text siehe Link unten.
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