Burgherren und Burgfräulein als Dreigestirn beim Rathaussturm

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1998

Burgherren und Burgfräulein als Dreigestirn beim Rathaussturm

"st. Zwar versuchten die beiden Burgherren, Bürgermeister Herbert Krämer und sein Vize Hans Remig sowie das Burgfräulein von der Drachenburg, Hannelore Baukloh-Mayer, das Rathaus in Oberpleis siegreich zu verteidigen.
Sie glaubten auch fest an den Sieg, zumal ihnen Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert als Koch ein leckeres Süppchen servierte. Zur Hilfe hatten sich die Verwaltungsstrategen und die Kommunalpolitiker Kämmerer Herbert Losem, verkleidet als Matrose, und Peter Wirtz als 'Schwarzer Pitter' herangeholt. Obwohl die Ritter Mann für Mann standen und Burgherr Herbert Krämer voran ging und das charmante Burgfräulein Hannelore hinterher trabte, hatten sie es schwer.

Sie kämpften, Süßigkeiten werfend, täuschten Kampfesmut vor und verloren am Ende doch, obwohl Ratsmitglieder, Kreistagsabgeordnete und Mitarbeiter der Verwaltung und der Bauhöfe sowie die Pressevertreter eifrig den 'Schloofbunker' verteidigten. Schließlich gelang es den vereinigten karnevalistischen Streitkräften der gesamten Stadt Königswinter doch, den Eingang zu stürmen, und der Pleeser Prinz Wolfgang II. kletterte unter Kanonendonner die aufgestellte Leiter an der Ballustrade hoch und nahm dort den riesigen Stadtschlüssel und die weiße Fahne entgegen. Dann trugen Pleeser Stadtsoldaten den geschlagenen und entmachteten Bürgermeister auf Händen nach draußen, wo ihm noch eine Amtshandlung zugestanden wurde: Er hieß alle Tollitäten, Prinzenpaare und das Bockerother Dreigestirn, einschließlich der drei Kinderprinzenpaare, willkommen.

Die kleinen Tollitäten erhielten süße Geschenke und die erwachsenen Würdenträger bekamen Blumen. Zuvor verteilte das Rathausdreigestirn Krämer, Baukloh-Mayer und Remig an die zahlreichen Pänz auf dem Rathaus-
vorplatz Überraschungseier. Doch bevor sich der Bürgermeister mit seiner Rathausmannschaft geschlagen gab, lieferte er sich mit Sebastian Schuster ein lustiges Streitgespräch. Gemeinsam waren alle Königswinterer Karnevalisten vom Oberpleiser Busbahnhof zum Rathaus gezogen, vorneweg die Kanone der Oberpleiser Narrenzunft. Nach dem offiziellen Rathaussturm versammelten sich die Karnevalisten zu buntem Treiben im Foyer des Rathauses und amüsierten sich noch einige Stunden. Doch bevor es ins Rathaus zurückging, schnappte sich Burgherr Herbert sein Burgfräulein Hannelore noch zu einem Tänzchen auf dem Cognacplatz vor dem Rathaus."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 9 vom 26.02 1998
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Karneval Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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