Schlüsselübergabe nach dem Rathaussturm

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1996

Schlüsselübergabe nach dem Rathaussturm

"Wegen Geldknappheit saure Gurken verteilt

'Das Rathaus brennt!' So erging der Ruf in Oberpleis. Doch in Wirklichkeit hatten die Karnevalisten die Schlafburg der Verwaltung am Rosenmontag nur eingenebelt. Nach diesem Trick stürmten die Blauen Funken, das Oberpleiser Tanzcorps und unter Anführung des Oberpleiser Prinzenpaares Günther und Resi die übrigen Tollitäten der Stadt Königswinter das Rathaus. Dort ergaben sich Bürgermeister Herbert Krämer und Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert, auf der Balustrade weiße Fahnen schwenkend, der Übermacht der Narren. Dies trotz der hochkarätigen Verteidiger Landrat Dr. Franz Möller, des stellvertretenden Bürgermeisters Hans Remig und der ehemaligen Verwaltungsspitzen Franz-Josef Schmitz, Peter-Josef Kneiseler und Erich Lichtenberg.

Der Rathaussturm erfolgte unter dem Motto 'Mit knappen Moneten können wir noch tröten'. Von der Tröterei ließen sich aber die Narren nicht abschrecken. Das 'Streichorchester' des Rates konnte auch nichts mehr zur Rettung des Rathauses tun. Der abgesetzte Bürgermeister musste notgedrungen den großen Stadtschlüssel an die Karnevalisten aushändigen. Die närrischen Angreifer waren aus ganz Königswinter vom Busbahnhof aus zum Rathaus aufgebrochen. Dort feuerten sie Raketen ab, um die Verteidiger in der Schlafburg der Verwaltung zu vergraulen. Dann entspann sich ein lustiges Streitgespräch zwischen dem Bürgermeister und seinen Helfern mit Sebastian Schuster von der Narrenseite. Und weil die Stadt zur Zeit sauregurkenmäßig lebt, um die wenigen Gröschelchen noch zu sparen, verteilten Ratsmitglieder auf dem Rathausvorplatz saure Gurken mit Brötchen.

Ebenfalls auf dem Rathausvorplatz stellte der Bürgermeister die einzelnen Tollitäten vor. Er meinte, Königswinter habe die schönsten Prinzen und Prinzessinnen des gesamten Rheinlandes. Auch der Eudenbacher Prinz, der Grieche Sokrates, sei überall herzlich empfangen worden. Hans Remig versprach, alle Königswinterer würden demnächst Urlaub in Griechenland machen. Die Bockerother Prinzessin stammt vom Bodensee. Meinte Remig: 'Wenn wir dann aus Griechenland zurückkommen, fahren wir alle zum Bodensee'. Nachdem alle großen Tollitätenpaare vorgestellt waren, kamen die Kinderprinzenpaare an die Reihe. Die beiden stellvertretenden Bürgermeister Hannelore Baukloh-Mayer und Hans Remig überreichten Blumen an die erwachsenen Tollitäten und Süßigkeiten an die Kinderpaare. Nach dem offiziellen Sturm auf das Rathaus versammelten sich die Karnevalisten noch für einige Stunden zu einem bunten Treiben im Foyer des Rathauses."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 8 vom 22.02.1996
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Karneval Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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