Kurfürst Heinz-Martin und Herbert von Berg zu Hausen ergaben sich - Sonderorden für Fritz Pütz und Pfarrer Woelki

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Aufnahme: 1995

Kurfürst Heinz-Martin und Herbert von Berg zu Hausen ergaben sich - Sonderorden für Fritz Pütz und Pfarrer Woelki

Die versammelte Prinzenschar mit Bürgermeister Krämer nach der Besetzung des Rathauses.

st. Kurfürst Heinz-Martin (Bemert), Herrscher über die  Bebauungspläne von der Strüch, der demnächst seine Residenz an den Rhein verlegt und dann im Haus Bachern oberster Beamter  von  Knüngelswinter tätig wird, versuchte  zusammen mit Herbert von Berg zu Hausen, dem wiedergewählten Meister aller Bürger, die uneinnehmbare Festung zu Plees, der anrückenden als vereinigten Streitmacht der Jecken aus ganz Königswinter zu verteidigen.

Aber während der Bürgermeister in seinem Streitgespräch mit Sebastian, dem Schuster, noch mit letzter Kraft versuchte, den Schloofbunker zu verteidigen, kletterten die Blauuniformierten der Narrenzunft und alle Prinzenpaare der Stadt auf Leitern unbemerkt von den Verteidigern auf die Rathausballustrade, wo mit dem Kamelle-Pitter die letzten Wurfgeschosse abgefeuert wurden. Herbert Krämer und Heinz-Martin Bernert, beide in mittelalterlichen Ratsherrenkostümen, gaben sich geschlagen und übergaben die Schlüssel des Rathauses an die Oberkarnevalisten.

Gemeinsam waren alle Karnevalisten aus ganz Königswinter vom Oberpleiser Busbahnhof zum Rathaus gezogen, vorneweg die Kanone der Oberpleiser Narrenzunft. Auf dem Rathausvorplatz hieß dann der für abgesetzt erklärte Bürgermeister Herbert Krämer alle Tollitätenpaare, Kinderprinzenpaare und das Bockerother Dreigestirn willkommen. Blumen, wärmende Getränke und Süßigkeiten überreichten Krämer, sein Stellvertreter Hans Remig und Sebastian Schuster den Tollitäten. Nach dem offiziellen Rathaussturm versammelten sich die Karnevalisten zu buntem Treiben im Foyer der Beamtenschloofstatt und amüsierten sich noch einige Stunden.

Bürgermeister Herbert Krämer hatte die Ehre, zwei verdiente Karnevalisten mit einem Sonderorden auszuzeichnen: Fritz Pütz und Pfarrer Paul Woelki. Pütz leitete 35 Jahre die Niederdollendorfer Karnevalsgesellschaft „Mer brängen et fädig" als Präsident und Pfarrer Woelki zelebrierte  in Heisterbacherrott eine „kölsche Meß", deren Text er selber in den hiesigen Dialekt übertrug. Für den erkrankten Pfarrer nahm Franz Bellinghausen die Auszeichnung entgegen. Krämer betonte bei der Ordensverleihung an Fritz Pütz, daß der heutige Ehrenpräsident seiner Gesellschaft bei der Altensitzung den Mut gehabt habe, einen Büttenredner, der nur schmutzige Witze erzählen wollte, mitten in seiner Rede aus der Bütt zu holen und ihn des Saales zu verweisen.

 Der Bürgermeister überreicht Fritz Pütz einen Sonderorden.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 9 vom 02.03.1995; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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