Aufnahme: 1994
Heinz III. und Adelheid I. (Vogt) regieren im närrischen Plees
st. Auf einmal war der Präsident Heinz Vogt vom Elferratstisch bei der Proklamationssitzung der „Narrenzunft" der Oberpleiser Kolpingfamilie in der Aula des Schulzentrums verschwunden. Das löste scheinbar ein großes Rätselraten unter den Elferratsmitgliedern aus. Heinz Vogt kleidete sich jedoch nur schnell um, denn wenige Minuten später zog er mit seiner Lieblichkeit Adelheid unter dem Jubel der Oberpleiser Jecken als Prinz in die Aula ein, begleitet von den Funken und der Tanzgarde. Den Elferrat vervollständigte indes Franz Müllenholz, der das Präsidentenamt für seinen Freund Heinz Vogt noch einmal übernahm. Vorjahresprinz Peter und seine Prinzessin Marion gaben das Zepter an ihre Nachfolger ab. Der Exprinz betonte, er habe mit allem gerechnet, nur nicht mit Heinz III. als seinem Nachfolger. Das Geheimnis sei gut behütet gewesen.
An der Seite von Heinz III. wird Adelheid I. regieren. Franz Müllenholz und Herbert Krämer proklamierten das neue Prinzenpaar. Beide wohnen im Zentrum von Oberpleis, waren früher bereits Nachbarkinder und hätten sich vor der Hochzeit oft heimlich im Garten vom „Post-Mattes Hein", dem Vater von Adelheid, getroffen, wußte Bürgermeister Krämer zu erzählen. Heinz Vogt hat im Karneval bereits etliche Stationen durchlaufen. Als Sänger fing er an, wurde dann Vorstands- und Elferratsmitglied, 1. Vorsitzender, Präsident und nun Prinz von Plees. Krämer: „Peter war im vergangenen Jahr der Prinz der 10000 Hühner, Heinz ist nun der Prinz der Millionen Pillen (Apotheker) und zaubert wohl jetzt eine Antikarnevalspille aus dem Ärmel." Als Geschenk hatte Krämer eine Schüssel zur Salbenbereitung mitgebracht. Mit auf der Bühne war zur Urkundenüberreichung auch Stadtkämmerer Herbert Losem, der laut Versprechen des Bürgermeisters 200 DM locker machen muß, aber nur 80 DM bei sich hatte.
Natürlich gab es auch Blumen für das Prinzenzenpaar, und der Bürgermeister erhielt den ersten Prinzenorden. Von der Prinzessin geehrt wurde die Gattin des Bürgermeisters. Sie war das Kindermädchen von Adelheid I. Prinz Heinz verlas seine Regierungserklärung in Reimform. Die Sitzung begann mit einer Rede von „Selzer, dem Langen", als Protokollarius. Sie gipfelte in dem Tenor „Plees wird runderneuert, womit die vielen Bauvorhaben gemeint waren. Ins karnevalistische Licht rückte Hans-Werner Selzer auch die vielen Ärzte und Apotheken in Oberpleis, er kritisierte die geplanten Parkgebühren in der Tiefgarage und den Abbruch der Sparkasse. Die Kommunalpolitiker ermahnte er, die Bürgernähe zu bewahren und sich nicht rundzuerneuern, damit bei den kommenden Wahlen nicht die Radikalen die Oberhand gewinnen. Mit einem Augen blinzelte Selzer auch nach Bonn: „Wie kommen in Bonn die Dollen dazu nach Berlin zu wollen?".
40 Jahre bestehen in dieser Session die Blau-Weißen Funken. 25 Jahre dabei sind Reinhold Bellinghausen, Werner Bellinghausen und Werner Dohle. Die Elferratsmitglieder zeigten sich in neuen Narrenkappen. Eröffnet wurde die Sitzung von Hermann-Josef Hermes. Dann tanzten die „Dilledöppchen", und eine tolle Stimmung brachte die Big Band der Prinzengarde Mechernich mit einem Potpourri rheinischer Melodien in die Aula. Zu Ehren der prinzlichen Hoheiten tanzten die „Zunftsterne" und die Blau-Weißen Funken. Kein Auge blieb trocken beim Zwiegespräch der „Zwei Plääteköpp" Hans-Gerd Vogt und Wolfgang Schmitz. In der Bütt auch Hermann-Josef Hermes als „Et Hermännche" und Walter Jonas als „Et Schmitze Antönche". Artistische Tänze zeigten die Bockerother „Sternschnuppen". Wolfgang Dahm strapazierte die Lachmuskeln als „Ne jecke Jong". Nach der Musikgruppe „Die Bröckemännche" erfreute Exprinz Peter Krey mit einem Vortrag als „Gastarbeitender Fernfahrer". Eine Augenweide waren die herrlichen Tänze der Heisterbaclierrotter „Siebengebirgsperlen". Nach Willi Armbröster in der Bütt bestritt die Musikgruppe „De Höhnerküken" das musikalische Finale und zum Schluß erklangen die Lieder „Pleeser Wend" und „So ein Tag, so wunderschön wie heute".
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