Abgebildete Personen
Aufnahme: 1993
Bürgermeister Herbert Krämer auf einer Trage verhaftet
st. Der „Kamellen-Pitter", die Kanone der Rathausverteidiger, durfte nicht in Tätigkeit treten. Der Polizeipräsident hatte es verboten, erst müsse sie TÜV-abgenommen werden. So ernst ist der Karneval. Deshalb mußten die Rathausfederfuchser, an der Spitze Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz, Bürgermeister Herbert Krämer und Landrat Dr. Franz Möller, den sich der Bürgermeister zum Rathaussturm in Oberpleis am Rosenmontagvormittag zur Hilfe geholt hatte, die Kamelle mit der Hand werfen. Doch alles hatte keinen Zweck. Während des „Jeschwads" von Krämer und dem Anführer der vereinigten karnevalistischen Streitkräfte aus dem gesamten Stadtgebiet, Sebastian Schuster, gelangten auf heimlichen Wegen die Pleeer Funken mithilfe der Thomasberger „Blauen Frauen", die eine Schubkarre mitgebracht hatten, durch den Hintereingang in das Rathaus.
Die Funken hatten zwei Tragen dabei. Dem Bürgermeister blieb nichts anderes übrig, als zu kapitulieren, die weiße Fahne zu hissen und den riesigen goldenen Rathausschlüssel an die Karnevalisten zu übergeben. Damit aber nicht genug. Krämer und Möller wurden mit der längsten Serviette der Welt (Klopapier) gefesselt und dann mit den Tragen nach draußen aufs überdachte Podium getragen, zum Gaudi der nicht gerade zahlreichen Zuschauer. Dann zeigten sich die kleinen und großen Tollitäten auf der Bühne, wurden vom entmachteten Bürgermeister vorgestellt und erhielten Geschenke der Stadt. Seit 20 Jahren ist Josef Wicharz der Bauer des Bockerother Dreigestirns.
Dafür erhielt er nun einen eigens angefertigten Orden. Nach dem offiziellen Rathaussturm versammelten sich alle auf dem Podium und im Eingangsfoyer zu buntem Treiben. Die Veranstaltung fand unter dem Motto „Ist der Kanalbau auch erste Pflicht, vergessen wir doch das närrische Feiern nicht. Drum amüsiert euch Rosenmontag im Pleeser Rathaus ganz toll, denn wir haben den Kanal noch lange nicht voll." Und so hatten sich einige der Rathausverteidiger denn auch als Kanalbauarbeiter verkleidet. Das gemütliche Treffen von Karnevalsvereinen, Prinzenpaaren sowie Tanzcorps aus dem ganzen Stadtgebiet untermalten Peter-Josef Euskirchen und die Gruppe "Köbes" musikalisch und gesanglich.
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