Aufnahme: 1992
Ratshaussturm der Jecken - Orden für Wolfgang Heisterbach
st. Schon lange bevor die vereinten Streitkräfte der Karnevalisten vom Busbahnhof zum Rathausvorplatz marschierten, um zum Generalangriff auf das Rathaus zu stürmen, schossen die Verteidiger mit dem „Kamellen-Pitter" von der Balustrade aus in das närrische Publikum. Bedient wurde die Kanone von den Fidelen Freunden Postalia. Als der Bürgermeister in „Scharfrichterkostüm" sich mal an der Kanone versuchte, gelang dies erst beim zweiten Versuch. Auch die Kanone der Oberpleiser Narrenzunft wurde in Stellung gebracht, und es kam zu einem lebhaften Schußwechsel. Andere Narren nebelten das Rathaus ein. Aber die Besatzung ließ sich nicht einschüchtern. Ob man die Hintertür vergessen hatte abzuschließen? Auf jeden Fall drangen die Karnevalisten von hinten in das Rathaus ein und verhafteten Bürgermeister Herbert Krämer und Stadtdirektor Schmitz. Beide ergaben sich mit weißen Fahnen, und der Bürgermeister überreichte dem Ratskollegen Prinz Jopa den Rathausschlüssel.
Als „Schnüßschwader" der Oberpleiser Narren betätigte sich Sebastian Schuster beim Streitgespräch mit Herbert Krämer. Die Tanzcorps aus Groß-Königswinter zeigten auf einer überdachten Bühne ihr Können. Proppevoll war der Sitzungssaal, wo die Tollitätenpaare sich ein Stelldichein gaben. Der entmachtete Bürgermeister hieß sie herzlich willkommen. Dem Jeck der Session 1992 verlieh der Bürgermeister erstmalig einen eigens angefertigten Sonderorden, den Bernd Pickel schuf. Er zeigt die aus einem Sarg auferstandene Altstadtprinzessin und das Siebengebirge mit dem Jeck Wolfgang Heisterbach, der diesen Orden erhielt, weil er angeregt hatte, bei der Karnevalsfreude auch an die Randgruppen zu denken. Einen Ein-Pfennig-Orden aus Karton hatte die Stadtverwaltung herausgegeben: „Mit Sparhaushalt und knapper Kasse - Rosenmontags-Rathaussturm trotzdem klasse".
Bürgermeister Krämer gibt die Stadtschlüssel an das Oberpleiser Prinzenpaar, Jopa I. und Renate I. (Vedders), ab.
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