Sturm der Jecken mäßig, dafür Sturm von oben

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1990

Sturm der Jecken mäßig, dafür Sturm von oben

st. Sturm der Jecken aus der gesamten Stadt Königswinter auf das Rathaus in Oberpleis am Rosenmontag. Doch der Narrensturm blieb aus, dafür schickte der Wettergott einen heftigen Sturm. Als „Schnüßschwader" der Oberpleiser Narren, wurde Sebastian Schuster bei einem lustigen Streitgespräch von Bürgermeister Hank, der als Musketier versuchte, das Rathaus vor des „Feindes" Hand zu sichern, tituliert. Schuster forderte die Rathausmannschaft auf, sich zu ergeben, doch Hank meinte, es ist zwar Tradition, aber so kampflos kapitulieren wir nicht. Doch Hank und seine Rathausverteidiger hatten nicht mit der Möhne-List gerechnet, denn die Thomasberger Fastelovendsfrauen hatten herausgefunden, daß der „Lieferanteneingang" des Rathauses unverschlossen geblieben war und so erreichten sie „von hinten" kampflos die Balustrade des Rathauses und überwältigten den Musketierbürgermeister. Er hatte zuvor als seine Verteidiger stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Renate Heck als Wallensteins Frau, Landrat Dr. Franz Möller, der ihm zur Hilfe geeilt war, als Feldmarschall Tilli und schließlich Prof. Peter Gola als „Piccolino" vorgestellt.

Sebastian Schuster, der auf dem Podium des „Kommunikationszentrum" stand, bezeichnete die Ris-Stele mitten auf dem Platz wohl als Abwehrrakete der Rathausverteidigung. Dem abgesetzten Bürgermeister blieb nichts anderes übrig, trotz Kamellen den Riesenrathausschlüssel dem Altstadtprinzen und dem Oberpleiser Narrenherrscher zu übergeben. Wegen des regnerischen und stürmischen Wetters mußten die Tanzvorführungen der einzelnen Corps aus dem Stadtgebiet ausfallen. Der „Sturm" mußte auch deswegen ausfallen, weil die Leiter nicht vorhanden war und so gingen dann auch die karnevalistichen Würdenträger durch den Hintereingang ins Rathaus, wo im proppenvollen Sitzungssaal weitergefeiert wurde. Der entmachtete Bürgermeister hatte die Ehre, alle Tollitätenpaare willkommen zu heißen. Er dankte ihnen für den Frohsinn, den sie in den vergangenen zwei Monaten verbreitet hatten und überreichte Blumen und kleine Präsente. Soweit möglich wurde im Rathaus getanzt und die närrischen Kämpfer und die Zuschauer stärkten sich an Erbsensuppe und Würstchen. Der „Sturm" begann am Busbahnhof mit einem Zug der vereinigten Streitmacht in Richtung des Rathauses, voran die Kanone der Blau-Weißen Funken aus Plees.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 9 vom 01.03.1990; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Karneval Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
Aufrufe
133

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.