Rathauserstürmung am Karnevalsmontag 1989

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Aufnahme: 1989

Rathauserstürmung am Karnevalsmontag 1989

gst. Das Rathaus mit der schönen Balustrade, eigens für den Rathaussturm errichtet, wie Bürgermeister Günter Hank als Clown verkleidet in seiner Verteidigungsrede erklärte, hielt dem Ansturm der vereinigten Jecken aus Königswinter nicht stand. Gegen die Übermacht der Karnevalisten waren die Rathausverteidiger mit ihren Gummihämmern völlig machtlos. Vor allem als der Bürgermeister und mit ihm der Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz die schönen Mädchen beim Tanz beobachtete, waren sie so hingerissen, daß sie sich von den Oberpleiser Stadtsoldaten freiwillig abführen ließen, nachdem sie vorher die weiße Fahne gehißt hatten. Am Rosenmontag ab 11.11 Uhr war das Rathaus fest in der Hand der Jecken. Während die Bockerother Sternschnuppen ihren Tanz vor dem Rathauseingang zeigten, stiegen die Blau-Weißen Funken über eine Leiter ins Rathaus ein. Doch der schlaue und weitsichtige Bürgermeister hatte die Absicht erkannt und meinte treuherzig: „Tut die Leiter weg, die stört mich." Auch die zwei Kamellen, die der Stadtdirektor warf, schreckten die Funken nicht ab.

Die Kanone der Funken sollte mit ihrem Getöse den Bürgermeister irritieren. Das heftige, aber lustige Streitgespräch führten der Bürgermeister und der vorjährige Prinz Sebastian Schuster, der auch durch das Programm führte, denn zwischendurch tanzten die Blau-Wieße Ströpp und die Pleeser Zunftsterne zur Freude der vielen Besucher, der Narren und der inzwischen entmachteten Verteidigung des Rathauses. Auf dem Podium hatten die närrischen großen und kleinen Herrscherpaare Aufstellung genommen und schauten dem Treiben ihrer närrischen Untertanen zu. Oberritter Hank und der abgesetzte Stadtdirektor Schmitz wurden von den Funken abgeführt nach draußen auf das Podium. Dort mußten sie ihre Niederlage bekennen und dem Oberpleiser Prinzen die Stadtschlüssel übergeben.

Im Rathaussaal wurde dann gefeiert. Die Narren drängten sich, um etwas von der Fröhlichkeit mitzubekommen.  Der entmachtete Bürgermeister hatte die Ehre, alle Tollitäten paare willkommen zu heißen. Er überreichte den Prinzessinnen herrliche Blumensträuße. Die Kindertollitäten gingen auch nicht leer aus. Sie bekamen süße Geschenke. Dann wurde im Rathaus getanzt und auf dem Vorplatz stärkten sich die närrischen Kämpfer und die vielen Zuschauer an Erbsensuppe und Würstchen.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 6, vom 09.02.1989; Foto 2 - 3 und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Virtuelles Brückenhofmuseum: Foto 1 - Fotograf unbekannt; Rudolf Pieper: SZ
Räume & Galerien
Karneval Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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