Sebastian und Margret regieren das närrische Plees

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Sebastian und Margret regieren das närrische Plees

gst. 25 Tage lang wird nun das bisher jüngste Prinzen paar in der Geschichte des Pleeser Fastelovends die Närrinnen und Narren regieren. Sebastian Schuster und seine Frau Margret wurden als Prinzenpaar inthronisiert. Sebastian I. und Margret I. haben erst im vorigen Jahr den Bund fürs Leben geschlossen und sind noch kinderlos. Taschentuchwinkend empfingen die zahlreichen Fastelovendsjekken im Saal das närrische Herrscherpaar. Vorjahresprinz Adolf musste schweren Herzens das Zepter und den Narrenspiegel an seinen Nachfolger abgeben. Die anschließende - Proklamationsrede hielt in humoristischer Form Bürgermeister Günter Hank. Er tat dies gerade bei Prinz Sebastian mit besonderer Freude, da beide im Berufsleben Kollegen sind. Sowohl Günter Hank als auch Sebastian Schuster sind Rechtsanwälte.

"At widde ene Prinz us de Dollendorfer Stroß", meinte der Bürgermeister, der nach der Inthronisation zusammen mit Stadtdirektor Franz Josef Schmitz bis zum Aschermittwoch aller Macht entbunden wurde. Hank streifte in lustiger Form das Leben von Sebastian und Margret und nahm dabei ein Sterndeuterbuch zur Hilfe. Besonders freute sich Hank über die Tatsache, dass 1965 die Eltern der heutigen Prinzessin bereits in der Karnevalssession die Herrschaft über das Pleeser Land übernommen hatten, Daraus ersehe man, dass sich auch der Bazillus Karneval vererben könne. Prinz Sebastian habe die Grundschule in Sandscheid besucht und dabei durch Kurt Wirtz die erste Bekanntschaft mit dem Karneval gemacht. Sebastian und Margret seien auch das erste Prinzen paar , welches bereits im Kölner Karneval Einzug gehalten hätte mit den bekannten Karnevalsschlagern "Es dat dann nix Marie, es dat dann jarnix, e eege Hüsje, wat net vell koss, ene Stall voll Küchelcher met decke Büchelcher" und dem "Schusterjonge- leed".

Die Ernennungsurkunde zum Prinzenpaar verlas "Diakon" Franzjosef Schmitz. Sebastian I. verlieh dem "Königswinterer- Zweigestirn" Hank und Schmitz sowie seinem Vorgängerpaar den Prinzenorden, der die Wappen der Narrenzunft und des TuS zeigt sowie das Paragraphenzeichen, das auf den Beruf des Prinzen hinweist. Sebastian Schuster ist auch Vorsitzender des TuS 05 Oberpleis, der im Karneval eifrig mitmischt. Als "Pastor" kostümiert eröffnete der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Thomas Lissek, die Sitzung der Narrenzunft. Das fünfstündige Programm begann mit anmutigen Tänzen der .Blau-Wieße Ströpp" und der .Pleeser Zunftsterne", alle in neuen Kostümen, die Marga Klein in vielen Stunden mühsamer Arbeit geschneidert hatte.

Die "Ströpp" überreichten den Elferratsmitgliedern je einen Orden in Form einer roten Nase. Als Vortragende bereicherten die "Muuzepuckele" aus Bad Honnef das närrische Geschehen mit einem Zwiegespräch. Zu Ehren des scheidenden Prinzenpaares Adolf und Liesel sowie des neuen Regentenpaares tanzten die "Blau-Weißen Funken" mit den Tanzpaaren Anne Koch und Mark Siepmann sowie Helke Dressel und Oliver Höcker. Hermann-Josef Hermes präsentierte als "Et Hermännche em Dörp'' heitere - Geschehnisse aus Oberpleis. Bevor Bernd Dahs als "Gelegenheitsarbeiter" die Bühne betrat, gab es tosenden Beifall für das Eudenbacher Tanzcorps.

"Wir sind die Sänger vom Finsterwalde" meinten die "Dorfspatzen" und Werner Dohle, Heinz Vogt, Edgar Zens, Peter Neußer, Peter Tamme und Michael Tamme "flogen" als Spatzen in den Saal. Schlag auf Schlag ging es dann weiter mit dem Funkentanz und der Musikeinlageder Karnevalsgesellschaft "So sind wir" aus Buchholz, mit Stefan Gesell als "Steff vom Ungerdörp", Peter Krey als -"Nassauer", Helke Dressel mit einem Solotanz und Walter Jonas als "Et Schmitze .Antönehe". Zum Schluss ein musikalisches Finale: Die .Köbesse'' aus Oberpleis glänzten mit einem vorzüglichen "Heimspiel".

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 4 vom 28. Jan. 1988
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Karneval Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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