Braut wurde „entführt" - Sitzung der Narrenzunft

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Aufnahme: 1985

Braut wurde „entführt" - Sitzung der Narrenzunft

gst. "Entführung" in Oberpleis. Befreit wurde die junge Braut Samstagabend auf der Bühne der Aula im Schulzentrum von ihrem Bräutigam und den Trauzeugen und Bekannten der jungen Frau Gisela. Was war geschehen? Eine alte Tradition lebte an diesem Abend wieder auf. Der Blau-Weiße Funke Helmut Hönighausen hatte am Vormittag seine Gisela geheiratet. Kurz vor Beginn der Galaprunksitzung der Narrenzunft wurde die junge Frau von den Pleeser Funken „entführt". Gegen Zahlung von 100 Liter Bier konnte der Bräutigam seine Geliebte aus den Fesseln der Blau-Weißen Funken befreien. Doch zuvor mußte die hübsche Gisela noch im weißen Brautkleid dem Präsidenten Franz Müllenholz ein Bützchen geben. Die „Blau-Wieße Ströpp" eröffneten die Sitzung mit einem anmutigen Tänzchen. Franz Müllenholz war es um die Zukunft des Pleeser Karnevals beim Anblick der Kleinen nicht bange.

Aber auch die „Pleeser Zunftsterne " begeisterten die vielen Jecken mit schmissigen Tänzen. Hans-Gerd Vogt glänzte mit seiner Büttrede „Ene Vereinsmeier" und belichtete auf humoristische Art die Pleeser Ortsgeschehnisse. Nach dem stürmischen Empfang der Tollitäten Heinz II. und Prinzessin Kläre I. legten die Blau-Weißen  Funken Oberpleis einen zünftigen Stadtsoldaten­ und Stippeföttches-Tanz aufs Narrenparkett. Heike Dressel brillierte mit einem hervorragenden Solotanz. Auch Rüdiger Dahs erntete als Büttredner begeisterten Applaus. Herrlich auch die Darbietung des gesamten Elferrates. Im ersten Teil des Abends ging es dann Schlag auf Schlag weiter mit Hans-Willi Laufenberg in der Bütt, den Auelgauer Musikanten, dem Rheinduo Mario Werner und Stephan Bahr und dem Meistertanzcorps „Remm-Flemm" aus Uckerath.

Auch im zweiten Teil stieg das Stimmungsbarometer ständig an. Die Pleeser Funken tanzten nochmal, die Pleistalbläser spielten auf, Walter Jonas glänzte in der Bütt, tosender Beifall für den gemischten Chor, der das Märchenspiel „Dornröschen" im rheinischem Dialekt aufführte, Stephan Gesell in der Bütt, einem musikalischen Beitrag von und mit Achim Kern, Rainer Lichtenberg und Werner Krämer, den „Dorfspatzen", die das Ortsgeschehen im vergangenen Jahr in Musik kleideten und mit dem Vortrag wahre Begeisterungsstürme auslösten. Die Spatzen wurden dargestellt von Wilfried Bellinghausen, Heinz Vogt, Edgar Zens, Werner Dohle, Peter Tamme und Peter Neußer. Das Finale bestritt die Tanzgruppe „Kölsch Hänneschen".

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 7, vom 14.02.1985; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) Et kölsch Dornrüsje
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