Abgebildete Personen
Aufnahme: 1984
Franz-Richard I. und Ulrike I. (Vogt) - Prinzenproklamation und Sitzung der Narrenzunft Oberpleis
"'Hamme döss Johr ejentlich e` Prinzenpaar?" Diese Frage richtete Präsident Franz Müllenholz zu Beginn der Narrenzunft-Prunksitzung in der Aula des Oberpleiser Schulzentrums an den Prinzenmacher Kurt-Bruno Wirtz auf der ansonsten noch leeren Bühne. Meinte der Prinzenmacher: 'Ich hür op däm Uer net jot. Ävver me hatten noch jedes Johr e` Prinzenpaar on esu widd et och döss Johr wedder senn.' Mit diesem Wortgeplänkel wurde eine Narrenschau eröffnet, die die vielen Besucher in eine tolle Stimmung versetzte. Und in der Tat: Die Spannung wuchs bis zum Eintreffen des neuen Prinzenpaares zusammen mit dem Funkenkorps immer weiter an. Dann wusste man Bescheid und das Gerücht, das schon im Umlauf war, wurde zur Wirklichkeit: Franz-Richard Vogt und seine Gattin Ulrike herrschen in dieser Session über die Pleismetropole. Sie wurden von Bürgermeister Günter Hank als Franz-Richard I. und Ulrike I. Inthronisiert. Zuvor jedoch übergab der scheidende Prinz Hans Hillen seinem Nachfolger das Zepter Macht, den Narrenspiegel. Die ersten Orden wurden zwischen dem abgedankten und dem neuen Herrscher ausgetauscht.
Stadtdirektor Schmitz verneinte die Frage des Präsidenten: 'Sind sie mit der Prinzessin verwandt oder verschwägert?' Denn die charmante Lieblichkeit Ulrike Vogt ist eine geborene Schmitz. Die Proklamationsrede des Bürgermeisters gipfelte zur Freude aller Besucher wieder in einer Art Büttenrede. So meinte der erste Bürgermeister der Stadt, dass das Prinzenpaar adeliges Blut habe, denn Vögte seien adelig und der rheinische Name Schmitz deute für die Rheinländer ebenfalls Adel. Konterte der Stadtdirektor 'Uradel'. Bürgermeister Hank zeichnete ein Lebensbild des Prinzenpaares. Beide seien in Oberpleis geboren, der Prinz 1947, im Jahr der Währungsreform im Altenheim Constantiahaus, und die heutige Lieblichkeit ein Jahr nach der Währungsreform im benachbarten Mathildenheim. Sowohl Franz-Richard als auch Ulrike wurden von derselben Hebamme ans Licht der der Welt gebracht und scheinbar schon damals füreinander bestimmt. Prinz Franz-Richard sei zwar kein Horntier, obwohl er im Zeichen des Stieres geboren sei. Die Prinzessin wurde im Sternzeichen des Krebses geboren Franz-Richard sei schon in seiner Jugend brav gewesen, er war Meßdiener. Gerne spielt der Prinz noch heute Klavier. Deshalb müsse er in den Kulturausschuß, erklärte Hank.
Schon in frühester Jugend trat der schmucke Prinz in die Reihen der blau-weißen Karnevalisten ein. Heute gehört er zudem dem Stadtrat an. Der Ehe entstammen zwei Kinder. Hank zum Schluß: 'Und nun müsst ihr drei Wochen lang das Volk zum Grinsen und Lachen bringen, das ist gar nicht so einfach. Ich wünsche dazu viel Glück und Erfolg.' Der Stadtdirektor verlas die Ernennungsurkunde und seine sowie des Bürgermeisters Absetzung bis zum Aschermittwoch. Orden gab es für die Stadtoberen und der Prinz verlas seine Regierungserklärung, die gemäß seines Berufes als Elektromeister allen Karnevalisten Erleuchtung bringen soll. Franz Müllenholz eröffnete die Funkensitzung am Hofe Seiner Tollität Prinz Franz-Richard und Ihrer Lieblichkeit Ulrike. In einem kurzen, humorvollen und doch 'harten' Protokoll blickte der Präsident dann auf das Geschehen in Oberpleis im letzten Jahr zurück, dabei bedauerte er, dass die Sitzung nicht durch den Präsidenten der Kolpingsfamilie, wie sonst üblich, eröffnet werden konnte, denn bis die sich da oben einig sind, können wir nicht warten. Auch die Kreissparkasse blieb nicht ungeschoren. Infolge des dauernden Wechsels in der Leitung nannte er das Geldinstitut eine 'Wechselbank'.
Mit dem Ausspruch 'trotz allem Ernst dürfen wir den Spaß nicht vergessen' ging es dann in die Vollen. Die 'Blau-Wieße Ströpp' begeisterten die vielen Närrinnen und Narren mit einem zünftigen Tanz. Für ihre Leistungen überreichten die Elferratsmitglieder den 'Pänz' einen Puppenorden. Ein zweites Tänzchen folgte. Einstudiert hatte die Kinderfunkentänze Elke Ciraci. Eisbrecher in der Bütt war das Eigengewächs Walter Jonas als 'Et Schmitze Antönche'. Unter den Klängen des Petersburger Marsches zog das neue Prinzenpaar ein und die Blau-Weißen" Funken erfreuten mit rasanten Tänzen. Und dann eine Überraschung. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Narrenzunft wurde in blauer Farbe der Vereinigung eine neue Fahne überreicht. Sie zeigt zwei Jecken beim Stippeföttchestanz. Am Karnevalssonntag im Gottesdienst um 11.30 Uhr wird die Fahne durch Pfarrer Müller geweiht. Peter Krey erzählte seine Erlebnisse als Kurzurlauber. Die Karnevalsgesellschaft 'Rot-Blau Auelgau' bereicherte das Programm mit einer tollen Musikschau. Hermann-Josef Hermes und Fritz Karl Birkhäuser wussten als 'Fritz und Hermännche' zu begeistern.
Den zweiten Teil der Sitzung verschönerten die Unkeler Karnevalisten mit Musik und Tanz. Köstlich auch die Verzällcher von Stephan Gesell als 'De Steff uss de Altstadt'. Nach einem weiteren Tanz der Pleeser Funken begeisterte Jupp Mieden, aus dem Auelgau importiert, als 'Frauenheld'. In der Bütt auch wieder der liebe Jung Rüdiger Dahs als 'De Lambert‘. Für seine Verdienste um die Narrenzunft wurde Karl-Heinz Dahs mit einem Ehrenorden ausgezeichnet. Das Neueste aus Plees besangen wie alljährlich 'Die Dorfspatzen' mit Wilfried Bellinghausen, Heinz Vogt, Edgar Zens, Werner Dohle und Peter Tamme. Das bunte Finale bestritten die Meisterschaftsgirls aus der Altstadt, die 'Rheingarde von den Sieben Bergen' mit zauberhaften Tänzen."
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