Aufnahme: 1983
Hans I. und Inge II. (Hillen)
"Vom Präsidenten zum Prinzen
Groß war das in Rätselraten in der Pleismetropole, wer wohl neuer Prinz von Oberpleis werden würde. An Hans Hillen und seine Gattin Inge dachte wohl keiner, weil Hans Hillen zu Beginn der närrischen Sitzung der Oberpleiser Narrenzunft in der Schulaula noch in die Bütt stieg und als 'Vereinsmeier' eine zündende Büttenrede vom Stapel ließ, bei der er als Eisbrecher besonders glänzte. Doch dann verließ Hans Hillen die närrische Szenerie. Wie schon seit Jahren kündigte der 'Prinzengeburtshelfer' Kurt-Bruno Wirtz das neue Prinzenpaar an — und hereinmarschiert kam mit großen Gefolge Prinz Hans I. (Hillen), im vorigen Jahr noch Präsident der Narrenzunft, mit seiner Gattin Ihre Lieblichkeit Inge II. Beide wurden stürmisch begrüßt.
Bürgermeister Günter Hank oblag die Ehre, den Pleseer Herrscher zu proklamieren. Dies tat der erste Bürger der Stadt in seiner launigen Art. Er verband die Proklamationsrede mit einer Art Büttenrede und zeichnete ein Lebensbild des Prinzenpaares. Danach erblickte der Prinz am 12. Juni 1939 im Oberpleiser Constantiahaus das Licht der Welt. Seine Erziehung stand ganz im religiösen Zeichen. Bei Nönnchen aufgewachsen erhielt er seine schulische Bildung bei den Jesuiten und verbrachte dann einige Zeit in Köln im Kolpinghaus. In Köln lernte er auch seine Frau kennen.
Prinzessin Inge wurde im Januar des Kriegsjahrs 1940 geboren und zwar im Pommernland. Heute betreiben Hans und Inge Hillen ein Kaufhaus in Oberpleis und in Aegidienberg. Mit der Prinzenwürde erreichte nun Hans I. die Krönung seiner karnevalistischen Laufbahn. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz verlas die Absetzungsurkunde des Bürgerrmeisters und des Stadtdirektors sowie die Ernennungsurkunde von Hans und Inge zum Herrscherpaar bis zum Aschermittwoch. Hank und Schmitz gaben damit die schwere Bürde ihrer Ämter an das Tollitätenpaar auf dem Berge zeitweilig ab.
Vorjahresprinz Rüdiger übergab das Zepter seiner Macht an seinen Nachfolger. Orden wurden ausgetauscht und Blumen gab es von der Narrenzunft und der Stadt für das neue Prinzenpaar. Rüdiger und Anita wurden mit Dankesworten und Blumen feierlichst verabschiedet und Exprinz Rüdiger erhielt zusätzlich noch den Abschiedshut auf den Kopf gesetzt. 'Wir sind nicht durch einen Sturz oder eine Wende an die Macht gelangt', meinte der neue Prinz in seiner närrischen Regierungserklärung. Da in Königswinter das Jahr 1983 zum 'Jahr des Esels' proklamiert worden sei, forderte der Narrenherrscher nun die Verwaltung der Stadt auf, die Amtsschimmel durch Goldesel zu ersetzen. Der Prinz warf ganze Säckchen mit 'Goldgeld' in den Saal und ließ durch seinen Pagen je einen Sack auch an Hank und Schmitz überreichen, wobei er die beiden Abgesetzten als 'Dotz und Dötzchen‘ titulierte. Sich selbst ernannte Hans I. zum Prinzen auf Lebenszeit, damit endlich das jährliche Raten um den neuen Prinz aufhöre.
Der Abend begann mit Willkommensworte des Präses der Kolpingsfamilie, aus der der Narrenzunft hervorging, Kaplan Georg Bunse dem Präsidenten Franz Müllenholz. Die 'Blau-Wieße Ströpp' gaben an diesem Abend ihr Debüt mit einem vorzüglichen Tanz. Zu Ehren des neuen Prinzenpaares legten die ‚Blau-Weißen Funken‘ einen zünftigen Tanz aufs Parkett, doch zuvor nahm Prinz Hans die Parade ab. Zu den Gestaltern der Sitzung bei Hofe gehörten das Musikkorps 'Rot-Blau Auelgau', Ludwig Gast als 'Flurschütz', Walter Jonas als 'Schmitz Antönnche', Karl-Fritz Birkhäuser und Rudolf Neuenfels als 'Lehrer und Schüler', das Berghausener Bubenballett, das Unkeler Karnevalskorps, Rüdiger Dahs als 'Lambert', Peter Krey, die heimischen Dorfspatzen und die Westerwaldsterne aus Uckerath mit einem herrlichen Tanz. Die Blau-Weißen Funken erfreuten das Prinzenpaar und die vielen Besucher im Laufe des Abends noch mit einem ausgezeichneten Mariechentanz. Alle Darbietungen wurden mit tosendem Beifall und zündenden Raketen belohnt."
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