Karnevalisten stürmten Rathaus

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1983

Karnevalisten stürmten Rathaus

"Acht Tollitätenpaare aus dem Stadtgebiet von Königswinter, angeführt von den hübschen Mädchen der Tanzkorps, erstürmten am Vormittag des Rosenmontages die 'Gedankenburg', wie Bürgermeister Günter Hank die Verwaltung in Oberpleis bezeichnete. Doch Hank ließ sich erst spät am Fenster des Rathauses blicken. Dann aber bat er, das Fenster nicht zu weit zu öffnen, es würde sonst zu kalt. Kalt war übrigens auch den Karnevalisten und den Besuchern, die erst zögernd zu der Rathauserstürmung auf dem Vorplatz erschienen. Auf einem Podest hatten die Prinzenpaare Aufstellung genommen; das Oberpleiser Prinzenpaar hingegen schaute vom Balkon seiner Residenz gegenüber dem Rathaus der Zeremonie zu und kam erst, als der Sturm so richtig losging.
 
Nach einem kurzen Streitgespräch zwischen dem Bürgermeister und Rüdiger Dahs von den Blau-Weißen Funken, versuchten zunächst die Funken mit einem Säckchen Golddukaten die Gunst der Verwaltung zu erringen. Der Bürgermeister stellte seine Verteidiger vor, als da waren: Stadtdirektor Schmitz, Landrat Fritz Becker, die Ratsvertreter mit Ilse Kehren als 'Mutter Courage' und dem Aushilfsmetzger Hans Remig. Ilse Kehren wagte es, nach draußen zu gehen und geriet gleich in die Gefangenschaft der Karnevalisten.

Obwohl Hank die Funken und ihre Hilfskräfte als lächerliche Armee bezeichnet hatte, erlag er der Übermacht der Karnevalisten, angeführt von den ‚Römern‘, hisste die weiße Fahne und kapitulierte zusammen mit Stadtdiretor Schmitz. Gemeinsam trugen sie den riesigen Rathausschlüssel nach draußen und übergaben ihn den närrischen Prinzen als Zeichen der Herrschaft über das Rathaus. Rüdiger Dahs titulierte die beiden als ‚Dotz und Dötzchen‘ und gemeinsam wurde dann in der guten Stube die Friedenspfeife geraucht."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 7 vom 18.02 1983
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter; Foto und Text: Günther Steeg
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Karneval
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