Zweimal Sitzung der Auelgauer Narren

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1982

Zweimal Sitzung der Auelgauer Narren

"Vollbesetzt war die 'gute Stube' im Auel. In dem zur Narhalla umgewandelten 'Gertrudenhof' starteten die 'Rot-Blauen' vom Auelgau mit Sitzungen in die närrische Session. 'Blömchewerfend' zog der schwarzbefrackte Elferrat mit dem örtlichen Musikcorps in den Saal ein, wo ihm bereits der erste Beifallssturm der Närrinnen und Narren entgegenbrauste. Präsident Matthias Müllenholz mit der Narrenschelle sprach herzliche Begrüßungsworte, auch an die Vertreter der Parteien sowie an den buntkostümierten Kaplan Georg Bunse.

Bernd Pickel bestieg als Protokollarius die närrische Bühne. Er hatte mit spitzer Feder die Ereignisse aus dem Auelgau festgehalten und nahm das Geschehen unter die kritische Lupe. Er bezeichnete den Auelgau, wo der 'rote' Ulrich Tepper einen Ahornbaum gepflanzt hatte als Zentrum der Stadt Königswinter. Der Protokollarius forderte nun Peter Räcker (CDU) es doch seinem „Bruder" nachzumachen und eine 'schwarze' Kiefer zu setzen.

Gemeinsam wurde das ‚Rot-Blau-Auelgauer‘ Lied gesungen. Ludwig Otto erschien in der Bütt als 'geplagte Hausfrau'. Köstlich die Erzählungen von Willi Dietz als 'Masseur'. Bei ihm hatten sich fast alle Auelgauer massieren lassen. Besonders die Männerwelt strahlte bei den herrlichen Tänzen der 'Siebengebirgssterne'.

Die Sitzungen wurden fast ausschließlich mit Eigengewächs beschickt. So erlebte man Michael Kupser und Karl Buhr als Aueljäucher.' Aus der Bütt sprühte Stefan Gesell als der 'Steff' Witz und Humor. Beifall spendeten die Besucher der Narrensitzung dem 'Riesen' Hans-Werner Selzer, der als 'Meßdiener Hanjo mit dem Weihrauchfaß' in die Bütt stieg. Als 'Anstreicher' stellte sich Stefan Pickel vor. Den ersten Teil beendete das eigene Bläserkorps mit einem Potpourri bekannter Melodien.

Zu Beginn des zweiten Teiles wurde das Oberpleiser Prinzenpaar stürmisch empfangen. Als Geschenk an die Auelgauer hatte das Prinzenpaar die Funken mitgebracht, die auf der viel zu engen Bühne einen Funkentanz zeigten. Kein Auge blieb trocken bei Agnes Bellinghausen als 'Italienische Gastarbeiterin'. Dass es in einer Ehe auch lustig sein kann, wusste Jupp Mieden zu erzählen und last not least kam Ludwig Gast, der zum Finale als 'Buur' op 'Jeeßehandel' (Ziegenhandel) ging. Walburga Hochstetter 'fuppte' als Funkenmariechen durch den Saal und holte die Vortragenden auf die Bühne."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 6 vom 12.02.1982; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinte
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