Aufnahme: 1982
Närrische Heerschau bei der Rathauserstürmung
Oberteufel Günter Hank übergibt den Rathausschlüssel an das Vinxele Prinzenpaar.
Acht Tollitätenpaare, angeführt von den hübschen Mädchen der Tanzkorps aus Oberpleis, Eudenbach und Römlinghoven versuchten am Vormittag des Rosenmontags die Beamten des Oberpleiser „Paragraphenbunkers" zu wecken und die „Paragraphenburg " zu stürmen. Unter den Prinzessinnen konnten allein drei mit Namen Anita I. begrüßt werden: die Lieblichkeiten aus Eudenbach, Oberpleis und Vinxel. Aus einem Fenster des „ Schlofbunkers", all diese Bezeichnungen hatte Bürgermeister Günter Hank in seiner Verteidigungsrede parat, versuchte der erste Bürger der Stadt das Rathaus gegen die närrische Übermacht mit seinen „Bleistiftstemmern" zu verteidigen. Vor dem Rathaus feuerte Erich Westhofen die närrische Streitmacht der Siebengebirgskarnevalisten zum Angriff und Sturm an. Während die Ratshausverteidiger Verstärkung durch liberale Freunde aus der Partnerstadt Cleethorpes hatten, stellten die Freunde des rheinischen Brauchtums das Gleichgewicht wieder her, indem sie in diesem Jahr das Vinxeler Prinzenpaar erstmals mit zum Sturm einsetzen konnten.
Bürgermeister Hank versuchte vergeblich, die Angreifer zu entkräften. Die UBG hatte sich nämlich „gespalten". Ein Teil dieser Ratsfraktion schlug sich zur "Rathausverteidigung" während Erich Westhofen Partei für die Karnevalisten ergriff. „Luurt ens do, me hann ene neue Bürjermeester. Janz en ruut. Su hann me dänn jo noch jar net gesinn." Auch die Verstärkung durch Landrat Dr. Frarnz Möller mit Narrenkappe und einem Bierglas und dem stimmgewaltigen Vize, Fritz Becker, konnte das Rathaus nicht vor dem Sturm der Fastelovendsjecken retten. Doch mußten die Angreifer auch eine Niederlage einstecken, bevor sie das Rathaus in ihre Hand bekamen. Die Blauen Funken aus Oberpleis hatten das Rathaus eingenebelt mit dem Gedanken, die Verteidiger würden sich dann kampflos ergeben. Doch weit gefehlt. Man konnte nichts mehr sehen vor Qualm; der Gestank war fürchterlich und die charmanten Mädchen der drei Tanzkorps, die zum Sturm angesetzt hatten, traten fluchtartig den Rückzug an.
Doch als dann der Nebel abgezogen war, holten die Funken mit den Tänzerinnen das Stadtoberhaupt aus dem Rathaus und auf dem Vorplatz übergab der Chef des Rates den Schlüssel an das Vinxeler Prinzenpaar zur Aufbewahrung im Hühnerstall des Gutes Frankenforst. "Da ist der Schlüssel gut aufgehoben und wird höchstens besch . . .". Dann lud Hank die Tollitätenpaare ins Rathaus ein, damit sie einmal sehen konnten, wo und wie die Beamten schlafen. Doch dann ging es im Rathaussaal munter zu und getanzt wurde auch. Grußworte sprach auch der Leiter der Cleethorper Delegation, die von Bürgermeister Hank „Söldnertruppe zur Verteidigung" genannt wurde. Prinz Rüdiger von Plees blickte in Gedichtform auf das Geschehen im vergangenen Jahr zurück. Die Tanzkorps und der Musikzug „Rot-Blau Auelgau" gaben auf dem Podium des Rathausvorplatzes eine Probe ihres Könnens. Den Auftakt machten die Eudenbacher Fünkchen.
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