Aufnahme: 1981
Karl V. und Gundi I. regieren das närrische Plees
"Prinzenproklamation 1981
Mit todernstem Gesicht stieg Samstagabend Bürgermeister Günter Hank, gefolgt von Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz, auf die Bühne der Oberpleiser Schulaula: 'Was bin ich froh, heil die zu schmale Treppe zu diesem Schulzentrum heraufgekommen zu sein. Nun hege ich die Hoffnung, auch in dieser Nacht wieder heil hinunter zu kommen.'
Damit spielte Hank auf die angeblich an der Schülerzahl gemessen zu schmale Treppe an, die kürzlich in Schule und Rat starke Debatten und Verwirrung ausgelöst hatte. Doch als das Publikum diesen Gag mit Gelächter und Beifall quittierte, lachte auch der Bürgermeister wieder übers ganze Gesicht und stellte sich dann der großen Aufgabe: Das Pleeser Prinzenpaar zu proklamieren. Karl IV. und Gundi I. (Weber) werden die närrische Herrschaft über Plees und sein Hinterland antreten.
Der Vater von Karl IV. war rund 20 Jahre Bürgermeister der damals selbstständigen Gemeinde Oberpleis. Im beruflichen Leben ist der Prinz Bauer. Er habe trotz Datenschutzes herausbekommen, meinte der Bürgermeister scherzhaft, dass Karl IV. keine Hühner, Gänse und Enten habe, dafür aber 39 Stück Rindviecher. Der erste Bürger der Stadt fügte schelmenhaft hinzu: 'Mögen diese Rindviecher so viel Milch geben, dass das Prinzenpaar bis zum Aschermittwoch immer gut aussieht.'
Bei Prinzessin Gundi sei er davon überzeugt, denn sie habe trotz ihres Mädchennamens 'Schenkelberg' eine vortreffliche Figur. Bevor Bürgermeister Hank dann Blumen und das Spiegelzepter dem Tollitätenpaar überreichte, ließ er vom Stadtdirektor die Ernennungsurkunde verlesen, nach der das Prinzenpaar bis zum Aschermittwoch die Schlüsselgewalt erhält. Hank und Schmitz versprachen, bis dahin Karl und Gundi treue Gefolgschaft zu leisten. Tollität Karl IV. gab in seiner närrischen Regierungserklärung das Motto bekannt: 'Hinein in den Karneval mit den drei W's: Wein, Weib und Webers.'
Kurt Wirtz von den Blau-Weißen Funken hatte zuvor als Prinzenmacher in einem verschlüsselten Gedicht das Prinzenpaar angekündigt. Die Prinzenproklamation fand bei einer Veranstaltung der „Narrenzunft“ statt. Präses Josef Weyler hatte in rheinischer Fröhlichkeit und in seiner Heimatsprache den Abend eröffnet. Zu Ehren des neuen Prinzenpaares tanzten die Blau-Weißen Funken mit dem Tanzpaar Elfi Dressel und Uli Höfer. Durch den Abend führte Sitzungspräsident Hans Hillen, der selbst als 'Energiesparer' eine zündende Büttenrede vom Stapel ließ und damit das Spiel am Hofe eröffnete, das ausschließlich von eigenen Kräften gestaltet wurde.
Der 1. Vorsitzender, Hans-Robert Mies, verlas das närrische Protokoll und nahm das örtliche Geschehen unter die karnevalistische Lupe. Die Funkenfauen Marlene Hönighausen, Elisabeth Terstegge, Ursula Jonas, Karin Lichtenberg, Juliane Dohle, Martina Westhofen, Thea Meurer, Inge Kern, Marianne Jonas und Christa Wistoff erfreuten in ihren blauen Kostümen mit zwei Tänzen. Nach der Tanzgruppe ‚Müllemer Jonge‘ stellte sich Siegfried Dübel als 'Minister aus Bonn' vor. Köstlich auch der Sketch des Club ‚Hupp 17‘. Beifall für Hans-Peter Büllesfeld, Werner Dahm, Werner Dohle, Hans-Günter Jonen, Peter Krey, Jürgen Linden, Karli Lindlar, Bernd Liermann, Peter Schneider, Peter Tamme, Ulli Terstegge, Heinz Vogt, Dieter Wistoff und Edgar Zens.
Eerst weit nach Mitternacht endete die Narrenschau, deren zweiter Teil das Korps Rot-Blau Auelgau mit einem musikalischen Vortrag einleitete. Peter Krey ermunterte in einem Büttenvortrag den Trainer sich zu trimmen. Köstlich auch wieder das Berghausener Bubenballett. Schlag auf Schlag ging es dann weiter mit Walter Jonas als 'Scheich', den Westerwaldsternen, den Dorfspatzen und last not least Erich Westhofen als ‚Altrüüsch‘.
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