25 Jahre Blau-Weiße Funken

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1979

25 Jahre Blau-Weiße Funken

 "Die ehemaligen Tanzpaare wurden besonders geehrt - Rangordnung vom Grenadier bis zum Offizier im Generalstab. 

Zum ersten Male erklang in der Aula des neuen Schulzentrums in Oberpleis ein 'Plees Alaaf' und der dreifache Ruf 'Blau-Wieß'. Vor einem närrischen Publikum feierten die Blau-Weißen Funken der Pleismetropole ihr silbernes Jubiläum.
 
Auftakt der Veranstaltungen war ein Festkommers mit Tanzabend. Mit dem Marsch 'Treue Husaren' zog das Funkenkorps in den Saal ein. Kurt-Bruno Wirtz konnte zahlreiche 'Alte Kameraden der ersten Stunde' begrüßen. Von den heutigen Funken wurden die ehemaligen Tanzoffiziere und Funkenmariechen auf die Bühne geholt, wo sie mit einem Mariechenstrauß geehrt wurden. Die Männer des Elferrates gehörten zu den Gratulanten zum Silberjubiläum und überreichten neben einem Fäßchen Bier auch ein lebendes Ferkel. Die Glückwünsche des Elferrates zu diesen Geschenken überbrachte Kurt Hödtke.
 
Zum Jubiläum hatten die Mitglieder des Funkenkorps einen neuen Tanz eingeübt, den französischen 'Marche Lorraine'. Die Dorfspatzen verschönerten den Jubiläumsabend mit der Aufführung des 'Pleeser Windes' und dem Heimatlied 'Wir lieben unsere Heimat, das schöne Oberpleis'. In Reimform blickte Alfons Wegen, der erste Kommandant vor 25 Jahren, auf das vergangene Vierteljahrhundert züriück. Bevor die Funkenfrauen mit einem Tanz den Schlußpunkt des Programms bildeten, sprach Bürgermeister Günter Hank die Glückwünsche der Stadt aus. Er dankte für 25 Jahre Karneval im Oberpleiser Raum, aber auch der Gesellschaft für die schöne Ausschmückung der Bühne und überreichte für jedes Jahr des Bestehens der Funken 10,— DM.
 
25 Jahre Blau-Weiße Funken: TheoJosef Kurenbach und Josef Neuhöfer sind die eigentlichen Gründer des Korps. Daher bezeichnet man sie auch als die Väter. Dass es nicht zur Gründung eines Damentanzkorps kam, trotz aller Bemühungen einiger Elferratsmitglieder, lag letztlich daran, dass die Damen damals dieser Neuerung eher skeptisch gegenüberstanden. Nur eine blieb willens mitzumachen: Brunhilde Kraus. Sie wurde. das erste unvergessene Tanzmariechen von Oberpleis. Bei Dresens wurde geprobt und getagt. Und so wurde denn auch Bernd Dresen der erste Tanzoffizier. Als Alfons Wegen aus dem Skiurlaub kam, zehn Tage vor der ersten Sitzung, teilte man ihm mit, dass man ein Funkenkorps gegründet habe und er den Kommandanten machen sollte. Und so musste er, der bis dahin keine Ahnung von Kommados hatte, zwei Tage später bei Bramkamp kommandieren.
 
Als zur ersten Sitzung die Funken vorgestellt wurden, war die Begeisterung der Bevölkerung groß. Der Beifall war Ansporn zum weiteren Ausbau.
Dem ersten Funkenkorps gehörten an: Dietmar Becker, Dieter Fehlemann, Heinz Gast, Wilfried Kaiser, Richard Krämer, Heinrich Losem, Karl-Josef Ruiters und Heinz-Ludwig Zaun. Die ersten Uniformen: Lena Dohr und Katharina Kaiser stellten blaue Wämser aus Karnevalsseide her, mit Litze verziert. Dazu trug man weiße Hemden und die Turnerhosen des TuS 05 Oberpleis. Holzgewehre stellten Josef Neuhöfer und Johann Weiler. Doch schon im zweiten Jahr wurden die Uniformen verbessert. Die erste vollständige Uniform gab es drei Jahre später, aus echt Aachener Tuch. Da man knapp bei Kasse war, erfolgte die Bezahlung erst ein Jahr später. Mathilde Bellinghausen, Margret Kurenbach und Marita Wirtz fertigten die Uniformen an. Sie wurden aber nicht termingemäß fertig und so mussten einige Funken mit zusammengesteckten Uniformteilen auftreten. Es klappte trotzdem alles tadellos. Die Hüte zu dieser Uniform fertigte Maria Lichtenberg an.

Die letzte 'Staruniform' von 1971 ist Blüchers Uniform nachgearbeitet. Und dazu hatte man dann auch ein Marschlied geschaffen: 'Blau weiße Grenadiere von Blüchers Schrot und Korn, das sind die Pleese Funke, sind heute groß in Form'. Im Laufe der Jahre legte sich das Funkenkorps einige Requisiten zu. So wurde 1958 die Fahne angeschafft, gefertigt von Ursula Losem. Die Standartenhalterung schmiedete Alfons Wegen. Ganz stolz sind die Funken auf ihr Waffenarsenal. Da steht an erster Stelle die 'Große Haubitze' aus dem Jahre 1956. Gebaut wurde
sie von Alfons Wegen und Heinz Gast. Zum zweiten ist da die 'Atom-Anni', ein kleines Kanönchen von 50 Zentimeter. Die schoss so gut, dass bei einer Erstürmung der Raiffeisenbank die Scheiben zersplitterten. Die 'Luftabwehrkanone' wurde bereits 1957 aus dem Verkehr gezogen, da die Schüsse nach hinten losgingen. Maskottchen der Funken ist ein Bär; der erste Bär wurde vor vielen Jahren bei den befreundeten Ittenbachern 'geklaut'. Der jetzige Bär, passend zur neuen Uniform, wurde von Anneliese und Paul Bellinghausen gestiftet.
 
Heute besteht das Funkenkorps aus 29 Karnevalsfreunden. Nach Alfons Wegen ist seit 1978 Rüdiger Dahs der siebte Kommandant in der 25jährigen Geschichte. Aus den Reihen der Funken kommen auch die Adjutanten des Prinzen. Seit 22 Jahren bekleidet Kurt-Bruno Wirtz diesen Posten. Der Aufgaben wurden mehr und so bestallte man 1976 Herbert Landsberg zum zweiten Adjutanten des Prinzen. Verantwortlich für die Mannschaft ist der Spieß. Erster Spieß war Karl Weber. Sein heutiger sechster Nachfolger ist Franz-Rainer Lichtenberg. Seit 16 Jahren haben die Funken auch einen Stabsarzt, Dr. Günter Bussen, der inzwischen zum Oberstabsarzt befördert wurde. Ulrike Pickel und Michael Dahm sind heuer das 14. Tanzpaar.

Im Funkenkorps wird man nach gewissen Jahren der Zugehörigkeit befördert: Im zweiten Jahr zum Grenadier, im dritten zum Gefreiten, im vierten zum Obergefreiten, im sechsten zum Unteroffizier, im siebten zum Wachtmeister, im achten zum Oberwachtmeister, im zehnten zum Leutnant, im zwölften zum Oberleutnant, im vierzehnten zum Hauptmann und im achtzehnten Jahr zum Major. Danach steigt man zum Kommandanten, Adjutanten und in den Generalstab auf.
 
Es gibt auch eine Strafordnung bei den Oberpleiser Funken, So muss man 5,— DM in die Kasse zahlen, wenn man einen Auftritt verschläft, wer aus einem Faß das letzte Glas bekommt soll für dieses Glück 2,— DM bezahlen, wer betrunken angetroffen wird, zahlt 1,— DM und wer , volltrunken erwischt wird sogar 5,— DM. Dann heißt es noch in der Strafordnung: ‚Wer de Sau abgibt‘ zahlt 1,— DM und wer das Mariechen zu dünn küsst hat 1,— DM an Strafe zu zahlen. 

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 5 vom 02.02.1979; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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Karneval Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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