Abgebildete Personen
Aufnahme: 1979
Die Blau-Weissen Funken im Jubiläumsjahr 1979
In Neuhöfers Laden
Nach der Rathauserstürmung wurde meist durchgehalten bis zum Ball am Abend. Eines Montags wurde nachmittags schon die Parole herausgegeben ‚Letztes Biwak bei Neuhöfers im Schaufenster‘. In der Nacht allerdings fand sich nur der Rest in Neuhöfers ausgeräumtem Laden ein. Luftmatratzen wurden vom Speicher geholt, aufgeblasen, die Jacken fein säuberlich im Schaufenster drapiert - und dann verteilte man sich in den weißen Funkenhosen auf die "relativ" sauberen Lagen. Der Benjamin (Rainer Hermes) kam in ein noch vorhandenes Kinderbett. Am anderen Morgen standen Kirchgänger vor dem Schaufenster, und einer rief: "Da lijen die doch verdammp en de Ungerbotze!" Die Funken taten, als ob sie fest schliefen - sie wagten nicht aufzustehen.
Ein neues Opfer ist gefunden
Es war 1965 nach der Rathauserstürmung, als einige Funken am "Post-Matthes-Hein" nicht vorbei konnten. Sie setzten sich ans Fenster und paßten auf, ob ein Funke vorbeikam. Kam einer, so wurde er durchs Fenster hereingerufen. Und so bekamen sie tatsächlich fast alle Funken zusammen. Inzwischen war es schon 16 Uhr geworden, und die Bürger hatten ihren Mittagsschlaf beendet und kam einer nach dem anderen zur Theke - eben zum "Post-Matthes-Hein". Wenn nun einer zur Türe hereinkam, brüllte der ganze Funkenhaufen: "Ein neues Opfer ist gefunden!" Das mußte dann eine Runde stiften. Es muß hart gewesen sein, so etwa 40 Mann kamen! Natürlich blieb man nicht stehen, sondern holte Stühle um die Theke herum. (So konnte auch keiner in den Saal entwischen.) Verschiedene Funken bekamen Schwierigkeiten, weil sie zuviel getrunken hatten; sie bekamen rote Gesichter. Man sagte: "Der hat den Rotlauf!" Dann wurde der Puls gefühlt, und wenn der nocn einigermaßen ging, hieß es: "Du darfst weitertrinken!" Ansonsten mußte er eine Runde aussetzen. Erst gegen 19.30 Uhr, als die Tanzlustigen in den Saal strömten, wurde die Runde aufgelöst. Alle Funken sind abends noch aufgetreten. An diesem Nachmittag haben die Funken hereinkommende Prominenz gefragt, ob sie eine Trompete spendieren würden. Man hatte beinahe eine Kapelle zusammen, doch das waren alles leere Versprechungen.
Cola
Beim Bühnenbau im "Post-Matthes-Hein Saal" war es immer recht kalt. Hein gab den Funken großzügig schon mal eine Kinokarte, auch mal ein Schnäpschen, aber geheizt wurde nicht. Dennoch verließen eines Abends die Funken ausgelassen, in angeheitertem Zustand den Saal, sehr zum Erstaunen des Hein, bei dem sie nur Cola bestellt hatten.
Große Haubitze
Von der "Großen Haubitze" gibt es wahre Wunderdinge zu berichten. Sie wird von hinten mit Krachern geladen, vorn werden Apfelsinen oder Konfetti in das Rohr gestopft, und dann wird abgeschossen. Bei einem Versuch vor der Oberpleiser Kirche schoß eine Apfelsine an Kochs vorbei und zersprang an der Giebelwand von Dreesens in tausend Stücke. Einmal hat die "Große Haubitze" auf dem Funkenwagen gestanden. Beim Abschießen fiel ein Feuerfunke in die Munitionskiste. Da wurden einige Funkenhosen in Mitleidenschaft gezogen. Seitdem wird die Munitionskiste hinter dem Wagen hergetragen.
Funkentouren
Zur Gepflogenheit der Funken gehört es, jedes Jahr eine Funkentour zu machen. Hier sollen nicht alle Touren beschrieben werden, aber nette Begebenheiten ruft man sich gern in Erinnerung zurück. Hier einige davon: Bei einer Fahrt suchte man einen Rastplatz. Da fuhr Brunhilde Kraus in die nächste Wiese. Jupp Losem wies den Fahrer des folgenden Wagens an: "Fahr hinterher, die Brunhilde hat einen Parkplatz!" Aber der wehrte sich: "Besde verröck, die hät doch ne Steen ömjefahre!" Kundige Funken brachten das Auto wieder auf die Landstraße und beulten auch den Kotflügel aus. Immerhin war das Auto noch relativ neu.
Hammelsprung
Josef Zimmermann hatte den "Hammelsprung" eingeführt. Der ging vom Kleiderschrank ins Bett. Auf einer Funkentour passierte es. Das Bett krachte bei einem solchen Sprung durch. Da war guter Rat teuer. Aber ein cleverer Funke schnappte sich eine Aktentasche, lief zur nächsten Baustelle und holte sich ein paar Steine - mit denen wurde das Bett wieder aufgerichtet. Bei einer anderen Tour schliefen jeweils drei Funken auf einem Zimmer. Man hatte einiges getrunken und entsprechend lange geschlafen. Als zwei wach wurden, blinzelten sie sich an, und der eine sagte: "Morgen Schwager!" Da sprang der dritte aus dem Bett: "Wer hat hier ne Runde gegeben?" Bei der Wandertour im letzten Jahr, bei der man 15 km zurücklegte, kamen einige erst im Morgengrauen auf Socken ins Hotel. Aber die erste, die "in de Soot" lag und nicht besoffen war, war Bussens Elisabeth - sie war ausgerutscht.
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