Aufnahme: 1975
Stimmung im Auelgau
Närrische Töne erklangen in der Gaststätte „Im Aue!" bei der ersten Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Rot-Blau-Auelgau". Unter den Klängen des heimischen Fanfarenkorps zog der Elferrat, der nur aus acht Jecken bestand, in den Saal ein. Mit weißen Chrysanthemen an den Rockaufschlägen geschmückt, nahmen die Acht auf der Bühne Platz. Präsident Matthias Müllenholz sprach herzliche Begrüßungsworte. Erstmals war der Saal bei einer karnevalistischen Veranstaltung nicht voll besetzt. Das Fanfarenkorps eröffnete den Reigen der Darbietungen mit einer Premiere: Der "Auelgauer Marsch" wurde gespielt. Dann führte Funkenmariechen Ulla Dreseler die Gäste aus Oberpleis in den Saal. Jubel brandete auf, als das Oberpleiser Tollilätenpaar Kurt und Martha mit seinem Gefolge blümchenwerfend einzog.
Prinz Kurt II. hielt eine humorvolle Ansprache und überreichte dem Präsident einen Sonderorden sowie Karl Buhr, von Beruf Polizist, ebenfalls einen besonderen Orden. Prinz Kurt und Karl Buhr, rechte Hand des Auelgauer Präsidenten, sind "Kollegen" geworden. Bei der Proklamation wurde Kurt II. vom Polizeichef zum "Hilfssheriff" von Oberpleis ernannt. Blumen hatte Seine Tollität der Tochter des Präsidenten mitgebracht. Vorsitzender Robert Mies von der Oberpleiser Narrenzunft erzählte humorvolle Erlebnisse. Die Karnevalisten aus dem „Auelgauer Vorort" blieben in der ersten Halbzeit bei den Auelgauer Narren.
Willi Dietz hatte in seinem närrischen Protokoll Ereignisse des vergangenen Jahres aus der großen Politik und aus der Heimat festgehalten. Nach einem kurzen Lieder- und Schunkelpotpourri betrat Michael Kupser als „Dörpsmöbbel" das närrische Podium und verstand es vorzüglich, das Eis zu brechen. Dann ging es Schlag auf Schlag in der Bütt und auf der närrischen Bühne weiter. Josef Mieden und Ludwig Otto hatten die Lacher auf ihrer Seite. Sie stellten sich als Miss Minnis" vor. Auch Hella Kessler wurde für ihren Vortrag als "Schwaatlappen" mit Beifall belohnt. Eine Augenweide für die Männerwelt waren die Aufführungen des Tanzkorps Oelingboven. Als Strohwitwer" hatte es Norbert Gratzfeld schwer, durchs Leben zu kommen.
Nach dem Besuch der Oberpleiser Funken hörte und sah man in der Bütt Reinhold Kurenbadl als "Jungvermählter", Karl Jürgens als „Jeck Schlötchen", Josef Buchholz als „Urlaubsgeschädigter", Josef Gratzfeld als „Jeck Schößchen" sowie Willi Dietz, Bernd und Stephan Pickel in einem Sketch betitelt „Die Kuh". - Viele Raketen stiegen in den nächtlichen Himmel. Der Elferrat präsentierte sich in neuen Narrenkappen und das Fanfarenkorps "Rot-Blau-Auelgau" trat im 2.Teil des Abends in neuen Clownkostümen auf.
Elisabeth Buhr und Helmut Zimmer stellten in Heim- und Eigenarbeit die diesjährigen 100 Orden her. Auf Metall malten die fleißigen Handwerker das Emblem der Auelgauer auf. Der Hase ist das Sinnbild für Hasenboseroth, der Keller mit dem Faß soll Kellersboseroth darstellen. Im Hintergrund sieht man den Olberg, der früher Auelberg hieß. Der Orden trägt die Inschrift: „Vereinigte Boserother KG, Rot-Blau-Auelgau". Ab Mitternacht konnte zu den Klängen der Kapelle „Harmonics" das Tanzbein geschwungen werden. St
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.