Prinz Eugen und Prinzessin Gisela Tollitäten in Eudenbach

Aufnahme: 1975

Prinz Eugen und Prinzessin Gisela Tollitäten in Eudenbach

„Blau, blau, blau ist der Oberhau!“

Das ist das Motto des neuen Prinzenpaares im Königswinterer Oberhau. Präsident Karl Hofmann, der an diesem Abend wieder einmal seinem Redeschwall freien Lauf lassen konnte, hatte die angenehme Aufgabe bei der Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Spitz paß op", das neue Tollitätenpaar zu proklamieren. Er stellte im Festzelt, das auf dem Marktplatz aufgebaut worden war, Eugen und Gisela Roempp als Prinzenpaar 1975 einem närrischen Auditorium vor.

Prinz Eugen I. stammt aus Bayern, genau wie der Präsident, fühlt sich aber auch als „Öggemicher" (Eudenbacher) sehr wohl. Karl Hofmann überreichte dem neuen Eudenbacher Herrscher das Zepter als äußeres Zeichen seiner närrischen Macht und Prinzessin Gisela ein Blumenangebinde. Dann erscholl der dreimalige Schlachtruf der Eudenbacher zum ersten Male in dieser Session: „Spitz paß op". Bevor die Eudenbacher Fünkchen einen großartigen Showtanz aufs Parkett legten, mit dem sie beim Tanzturnier der Bonner „Sternschnuppen" in der Beethovenhalle den Pokal einer Bonner Zeitung erhielten, verlas der neue Prinz seine „Regierungserklärung".

Als erste Regierungsmaßnahme will Prinz Eugen I. den Aufrecht-Gang abschaffen und gestatten, auf allen Vieren zu gehen, wenn der Alkohol zugeschlagen hat. Um das leidige Thema „Promille am Steuer" aus der Welt zu schaffen und damit auch die Ölkrise endgültig zu bereinigen, werden alle Autos durch Sänften ersetzt, die von den geduldigen Ehefrauen getragen werden. Alle Oberhauer Schwimmbecken werden zum Gemeinschaftseigentum erklärt, damit heiße Köpfe Gelegenheit haben, sich abzukühlen. In der Mehrzweckhalle soll ein Heiratsmarkt eröffnet werden, in dem dreimal jährlich die Junggesellen versteigert werden.

Es darf gehascht werden, aber nur nach schönen Frauen. Schließlich soll das Nickelgeld durch eine „Basalt-Währung" ersetzt werden. Damit liege das Geld auf der Straße, und die Wirtschaftskrise könne den Eudenbachern nichts mehr anhaben. Der närrische Eudenbacher Abend begann mit dem Einzug der Elf, der Kapelle der Feuerwehr und dem vorjährigen Prinzenpaar, welches anschließend feierlichst verabschiedet wurde. Durch den Abend führte der bekannte Humorist Charly Hähnchen aus Hamburg. Zu den Mitwirkenden des Abends gehörten auch die Stadtsoldaten und das Kindertanzkorps aus Buchholz, Sänger aus Euskirchen, das Fanfarenkorps Aegidienberg mit einer Shownummer, Hans Remig und die Bockerother „Sternschnuppen". St.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 4 vom 24.01.1975; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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Karneval Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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