Aufnahme: 1970
„Plees Alaaf“
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Josef und Elisabeth regieren. Oberpleis hat ein neues Prinzenpaar.
Es wurde am letzten Sonntag im „knubbelvollen" Saale Bellinghausen der Öffentlichkeit vorgestellt und proklamiert. Bürgermeister Hank nahm die Proklamation vor und erklärte sich selbst und den Rat für die tollen Tage bis zum Aschermittwoch als abgesetzt. Josef Losem und Frau Elisabeth werden die närrischen Herrscher bis zum Karneval 1971 sein. Josef II. und Elisabeth I. wurden als „Pleeser" Prinzenpaar proklamiert und nicht als Königswinterer: Der Exprinz gab freiwillig das Zepter seiner Macht an Josef II. ab. „Auf Grund der Schönheit Ihrer Lieblichkeit wollen wir die Bühne kampflos räumen, obwohl wir das zuerst nicht vorhatten", sagte der Exprinz mit einem weinenden und einem lachenden Auge bei seiner Abschiedsrede. Präsident Reuter überreichte der neuen „Pleeser" Prinzessin ein Blumenangebinde und gab ihr den ersten Hausorden des Abends. Auch der Exprinz konnte sich ein „Bützchen" Ihrer Lieblichkeit Elisabeth I. nicht entgehen lassen. Dafür überreichte auch er ihr ein schönes Blumenangebinde.
Prinz Josef II. und Prinzessin Elisabeth I. nahmen dann auf ihren erhöhten Thronsesseln Platz. Am Hofe Seiner Tollität lief dann ein närrisches Programm ab. Zunächst tanzten die Blau-Weißen Funken auf die Melodie des Marsches von den Alten Kameraden zu Ehren des Prinzenpaares einen Funkentanz. Prinz Josef II. spendete reichlich Beifall, denn er war viele Jahre Tanzoffizier bei den Blau-Weißen Funken. Franz Klein und Rudolf Pleschka erzählten in einem Zwiegespräch vieles, was man nicht ahnen konnte. Als „Dichter vom Düwels Arsch" stellte sich Erich Neuenfels vor, eine Parodie auf die Feuerwehr lieferte die Jungfeuerwehr mit den Mitgliedern des Club Hupp 17 Bernd Liermann, Peter Krey, Karlheinz Lindlar, Heinz Vogt, Manfred Bosse, Edgar Zens, Peter Schneider, Werner Dohle, Werner Dahm und Hans-Robert Birkenfeld. Mit Sirenengeheul wurde diese Darbietung angekündigt. Dann kam von draußen herein „der Altrüsch" Erich Westhofen. Der erste Teil des Abends wurde beschlossen mit dem Funkentanz der Blau-Weißen Husaren aus Thomasberg. Die vielen Närrinnen und Narren im Saal sangen beim Auszug des Prinzenpaares „Auf Wiedersehen".
Mit dem Radetzkymarsch begann der 2. Teil. Nach dem Tanz und der musikalischen Einlage der Ittenbacher Funken hatte Peter Krey jr. in der Fernsehlotterie gewonnen. Das letzte Wort der beiden Gemeindearbeiter Karlheinz Lindlar und Bernd Liermann war „Schnaps". Ludwig Gast und Franz Klein gründeten die „Blaue Partei". Als Dorfspatzen erschienen Heinz Vogt, Edgar Zens, Werner Dohle, Manfred Bosse und Peter Schneider. Vor der Prinzenproklamation hatte H. R. Mies das närrische Protokoll verlesen. Werner Dohle sorgte mit einem Stimmungslied für den nötigen Schwung, und Rüdiger Dahs war der Eisbrecher in der Bütt als „Ne Bedröövte". Zum Schluss der Sitzung meinten alle Jecken im Saale, dass dieser Abend schön gewesen sei.
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