Abgebildete Personen
Aufnahme: 1956
25 Jahre Blau-Weiße Funken Oberpleis
Wer sie in ihrem Jubeljahr auf der Bühne bewundert, denkt gewiß nicht an die "schwierige Geburt" dieses Funkenkorps. Sollte doch dieses Baby ein "Mädchen" werden!!
Wie fing alles an? Die "Närrischen Gesellen" hatten sich schon gefunden, kaum daß der Krieg vorbei war. Aber erst 1954 wurde eine Attraktion im Karneval nötig. Sicher, ein Prinzenpaar wirkt großartig, aber Bewegung fehlte; Einlagen, die die Sitzung auflockern, wurden gesucht.
Vor den Krieg waren im Turnverein einmal Funken aufgestellt worden. Daher holte man die Idee. Tatkräftig vertreten wurde sie von Josef Neuhöfer und Theo Josef Kurenbach, die man -wenn aan so will - als Väter des Funkenkorps bezeichnen kann. Es sollte aber etwas Besonderes sein. Daß es nicht zur Gründung eines Damentanzkorps kam - trotz heftiger Bemühungen einiger Elferratsmitglieder - lag letztlich daran, daß die Damen der damaligen Zeit dieser Neuerung eher skeptisch gegenüberstanden. Nur eine blieb willens mitzumachen: Brunhilde Kraus. Sie wurde das erste unvergessene Tanzmariechen von Oberpleis.
Aufstellung der Funken
Mundpropaganda rief vierzehn Tage vor der Sitzung einige "Freiwillige" zusammen. Bernd Dresen managte die Sache, und das erste Quartier war die Bettenstube unter dem Dachjuche von Dresens. Dort kampierten die auswärtigen und diejenigen der Funken, die aus anderen Gründen nicht nach Hause kamen.
Bernd Dresen und Brunhilde Kraus bildeten das erste Tanzpaar. An einen Kommandanten kam man auf die einfachste Weise. Als Alfons Wegen aus dem Skiurlaub kam - etwa zehn Tage vor der ersten Sitzung - teilte man ihm mit: "Wir haben ein Funkenkorps gegründet, und Du machst den Kommandanten." Und so mußte er, der keine Ahnung von Kommandos hatte, zwei Tage später bei der Generalprobe bei Bramkamp kommandieren. Das war acht Tage vor der Sitzung.
Der Tanz drückte sich mehr in rhythmischer Bewegung aus, nur das Tanzpaar tanzte, ein sogenannter Mariechentanz. Na, das klappte recht und schlecht. Da kommt der "Pitters Er" herein, sieht sich das an und sagt zum Tanzpaar: "Wollt ühr wirklich danze?"
Aber als zur ersten Sitzung die Funken vorgestellt wurden, war die Begeisterung der Bevölkerung groß, und der Beifall war Ansporn zum weiteren Ausbau. Man erzählt sich, die Funken seien genauso begeistert gewesen und immer vollzählig angetreten, vielleicht dank des Stammquartiers, zu dem jeder den Schlüssel immer erreichen konnte.
Die erste Garde soll hier namentlich aufgeführt werden:
Kommandant: Alfons Wegen
Tanzpaar: Bernd Dresen - Brunhilde Kraus
Funken: Dietmar Becker, Dieter Fehlemann, Heinz Gast, Wilfried Kaiser, Richard Krämer Heinrich Losem, Karl-Josef Ruiters, Heinz-Ludwig Zaun.
Tanzen ohne Kostüme? Unmöglich!
Ohne Kostüme konnten die Funken nicht auftreten. Also haben in der kurzen Vorbereitungszeit Fräulein Lena Dohr und Frau Katharina Kaiser blaue Wämser aus Karnevalsseide zusammengezimmert, sogar mit Litze verziert. Dazu trug man weiße Hemden und die Turnerhosen des TUS Oberpleis. Die "Schiffchen", die Kopfbedeckung also, wurde gekauft, natürlich möglichst billig. Holzgewehre erstellten Josef Meuhöfer und Johann Weiler.
Schon im zweiten Jahr ließen sich die Funken weiße Flanellhosen von Herrn Schneidermeister Wenisch maßarbeiten. Dazu trug man Gamaschen.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.