Aufnahme: 1985
Eudenbacher Frauen spielten Theater
gst. Da blieb kein Auge trocken. Selbst Präses Pfarrer Josef Weiler lachte Tränen und klatschte begeistert Beifall bei der Aufführung eines Lustspiels bei einem bunten Nachmittag der katholischen Frauengemeinschaft im Pfarrheim. Erst vor wenigen Wochen schrieb die Vorsitzende, Annelore Broscheidt, dieses Stück vom Einlaß in den Himmel. Alles in Oberhauer Mundart, nur der Erzengel Gabriel und Seine Heiligkeit, der heilige Petrus, bedienten sich der hochdeutschen Sprache. Annelore Broscheidt kam unvermittelt der Gedanke zu diesem Stück; eine Idee trieb die andere und so war das heitere Spiel schnell zu Papier gebracht. Die Autorin wußte auch gleich, wen sie aus den Reihen der Frauengemeinschaft mit den jeweiligen Rollen betrauen wollte. Die „Stars" waren sofort Feuer und Flamme und nach der Aufführung waren sich alle einig: „Das war Spitze".
An der Himmelspforte klopften Eudenbacher Bürger an. Was sie dort oben so alles erlebten, war das Thema des Stückes. Weitere Aufführungen sind wirklich lohnend. Nach der Vorstellung tellte Annelore Broscheid ihre Truppe vor. So begeisterte Dröckchen Schneuzmann, die im Himmel ihren verstorbenen Mänes sucht, der niemals Widerworte gab und eine so fantastische Knallzupp kochen konnte. Doch weder im Himmel, noch im Fegefeuer, noch in der Hölle war der Mänes zu finden. Als dann Petrus die Frage stellte: „Wie lange waren sie denn mit Ihrem Mänes verheiratet?" antwortete Dröckchen: „55 Johr." Meinte Petrus trocken: „Dann müssen wir in der Liste der Märtyrer nachschauen." Dröckchen Schneuzmann wurde dargestellt von Maria Hombeuel.
Trina Erpelspott, geb. Düvel, verw. Bollmann, verw. Knubbel, verw. Knies, die ihre Männer mit Fliegenpilzen fütterte und zweimal 50 Pfennig an die Caritas stiftete, mimte Hannelore Heinrich. Der rasante Busfahrer von Aaspich (Asbach) bis Bonn und zurück rief „Endstation Himmelspoortz". Petrus ließ den Busfahrer Mattes Kirenschnegger alias Agnes Otto in den Himmel. Er hatte seinen Fahrgästen zwar das Fürchten gelehrt, dadurch aber auch das Beten beigebracht. Monsignore Anton Glovensvoll (Maria Koll) mußte für Jahre noch ins Fegefeuer, denn er hatte mit seinem Gesang die Gläubigen verjagt.
Renate Welter spielte vorzüglich den Klempner Philipp Nippel. Er hatte alle Hände voll zu tun als wachhabender Engel der Frühschicht. Erzengel Gabriel hatte die Befehle Seiner Heilgkeit auszuführen, für Ruhe im Himmelreich zu sorgen und Neuankömmlinge einzuweisen. Im prächtigen weißen Gewand Marlies Meier. Vor dem Himmelsbuch, in dem er alles eingetragen hatte, sowohl die guten als auch die bösen Taten der um Einlaß bittenden Erdenbürger saß St. Petrus in Gestalt von Margarete Fuhr.
Was wäre der Himmel ohne musizierende und singende Engel, einen prächtig klingenden, ganz in Weiß gekleideten Engelschor mit den lieblichen Stimmen von Ida Weber, Käte Schöning, Gretchen Klein und Johanna Becher und dem „Quetschbüggelengel" Irene Weingartz. Und dann ein gellendes Gelächter, als ohne zu wissen was geschah, die Presse vor der „Himmelspoorz" stand und ebenfalls um Einlaß bat, allerdings nur zur Berichterstattung.
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