Aufnahme: 1970
Elektronenorgel in Eudenbach. An der Orgel Karl-Josef Krahe, langjähriger Organist in Eudenbach
Seit Weihnachten besitzt die katholische Kirche in Eudenbach eine Heinz-Ahlborn-EIektronenorgel. Bei dieser Orgel handelt es sich um ein Erzeugnis der Firma Heinz Ahlborn aus Dransfeld bei Göttingen, die auf die Herstellung von elektronischen Kirchenorgeln spezialisiert ist. Diese Firma baute vor 20 Jahren in Deutschland die erste Elektronenorgel und besitzt daher die längste Erfahrung im Bau solcher Musikinstrumente.
Der Ton wird rein elektronisch erzeugt. Dazu werden elektronische Bauteile wie Kondensatoren Spulen, Transistoren, Röhren und Widerstände in Schaltungseinheiten zusammengebaut, die den Ton erzeugen. Durch Verstärker und Lautsprecher wird dieser Ton hörbar gemacht, eine vielfache Anordnung solcher Tonerzeuger ermöglichen eine Vielzahl von Klangfarben und Registern analog einer Pfeifenorgel. An Stelle einer schwingenden Luftsäule in der Orgelpfeife schwingen in dieser Orgel die Elektronen. Von Bedeutung ist, daß bei den Heinz-Ahlborn-Orgeln eine Einzeltonerzeugung mit einem weichen, natürlichen Tonansatz, auch Einschwingvorgang genannt, vorhanden ist. Einschwinggeneratoren finden dabei Verwendung.
Bei der Orgel in Eudenbach handelt es sich um das Modell F 34. Auf der Orgelbühne stehen die beiden Tonstrahler TS 20 und ES 20, hinter dem Altar befindet sich der große Raumtonstahler V. 0. Dieser Raumtonstrahler wirft den Ton gegen die Decke, von dort aus wird er reflektiert und über das Kirchenschiff verteilt sanft wiedergegeben. Die beiden kleineren Tonstrahler auf der Orgelbühne haben die Aufgabe, bei einem Tutti-Spiel das Gotteshaus von der entgegengesetzten Richtung zu füllen, ferner haben die Abstrahler die Aufgabe, den Kirchenchor zu begleiten. In diesem Falle schaltet der Organist den Raumtonstrahler hinter dem Altar ab. Erklingt dagegen z. B. eine Bach-Trio-Sonate, so können die beiden Tonstrahler auf der Orgelbühne getrennt werden. Bei einer entsprechenden Registrierung ist demnach eine Manualtrennung möglich.
Durch die Vielzahl dieser Schaltungen und Möglichkeiten, verbunden mit den vielen Einstellmöglichkeiten durch die Register, ergeben sich viele reizende Spielmöglichkeiten. Die Orgel ist völlig unempfindlich gegen Kälte, Wärme, Feuchtigkeit und Trockenheit. Klanglich kommt sie einer Pfeifenorgel ziemlich nahe, womit die Möglichkeit besteht, kleinere Gotteshäuser, Kapellen und Wohnungen mit einer solchen Orgel auszustatten. In Oberkassel und Niederdollendorf werden zur Zeit die katholischen Kirchen renoviert, in den Notkirchen werden Heinz-Ahlborn-Orgeln gespielt. Der Platzbedarf für diese Instrumente ist sehr gering, die Aufstellung ist schnell erfolgt, wobei es eine Selbstverständlichkeit ist, daß die Heinz-Ahlborn-Orgel jedem Raum angepaßt werden kann. Die Lautstärke und die Klangfarben sind speziell jedem Raum anpaßbar, außerdem ist jedes der drei Tonstrahler in drei verschiedenen Lautstärken einstellbar.
Der Typ F 34 besitzt 2 Manuale, 28 Register, 3 feste Kombinationen, 1 30-Tasten-Pedal mit Bank und einer Konsole ohne Tonstrahler. Die Kosten betrugen fast DM 18.000. Die Pfarrgemeinde muß für die Finanzierung aufkommen. Zwei unabhängige Generatorensätze zu je 8 Oktaven für Flöten und Prinipale geben dem Instrument eine wunderbare Vielfältigkeit im Ausdruck sowje ein wuchtiges volles Werk. Die Orgel F 34 hat ein Gewicht von 150 Kilogramm. Der Platzbedarf mit Pedal und Bank umfaßt 120 mal 150 cm. Die Orgel ist nur 100 cm hoch, 130 cm breit und hat eine Tiefe von 64 cm. Der elektrische Anschluß beträgt 220 Volt und 400 Watt. St.
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