Aufnahme: 2023
Die Totenwache - Eine Betrachtung früherer Handhabungen
Starb jemand, wurde er in zeremoniellem, würdevollem Ritus begleitet.
Die Regel war, daß der Mensch in seinem eigenen Bett, neben sich die Sterbekerze und in den Händen das Sterbekreuz oder den Rosenkranz unter dem Gebet der ihn umgebenden Familienangehörigen verschied.
Es wurde versucht, dem Sterbenden seine letzten Worte oder seine Anweisung an die Zurückbleibenden zu entlocken.
Der Ortspfarrer wurde informiert, um gegebenenfalls noch das Sakrament der Letzten Ölung, heute Krankensalbung genannt, vornehmen und spenden zu können.
Wenn der Tod eingetreten war, wurde das Fenster geöffnet, damit die Seele den Raum ungehindert verlassen konnte. Man schloß dem Toten die Augen, damit sein Blick keinen anderen nachziehen konnte, band das Kinn hoch, wusch den Toten und bekleidete ihn mit einem weißen Totenhemd.
Dann wurden Fenster und Läden geschlossen, die Spiegel verhängt und nach der Einsargung wurde der Sarg mit Kerzen umgeben und Verwandte und Nachbarn zur Totenwache herbeigerufen, wobei vielfach neben dem „Vater-unser“ und „Grüßest seist Du Maria“ der Rosenkranz als sich wiederholendes Gebet gesprochen wurde.
Man betrachtete den Toten als ein hilfsbedürftiges Wesen, das ein permanentes Gebet nötig gehabt habe, um die Gefahren im Jenseits zu überstehen und endlich in den Himmel, den Ort der Seligkeit, übergeleitet zu werden.
Nach dem Eintritt des Todes wurde am nächstfolgenden Mittag die Totenglocke im Hinblick auf die Dreifaltigkeit Gottes durch dreimaligen Anschlag geläutet, damit alle im Dorf vom Ereignis Kenntnis erhielten.
Die Dorffrauen unternahmen dann einen Gebetsrundgang entlang der Straßenkreuze.
(Siehe untenstehenden Link: Datensatz Nr. 9017- Ömm de Kröckse john / Um die Kreuze gehen)
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