Aufnahme: 2018

Die Kultur- und Klosterlandschaft St. Pankratius - eine Vision

Hier möchte ich in einer „Vision" darstellen, welche pastoralen Chancen die
„Klosterlandschaft Oberpleiser Propstei" bietet.

Die ehemals zur benediktinischen Abtei Siegburg gehörende Propstei St. Pankratius besteht heute aus der als Pfarrkirche genutzten Propsteikirche (12. Jhd.), den Resten des romanischen Kreuzganges, dem als Pfarrhaus genutzten Propsteigebäude von 1645 und dem Propsteigarten. Benachbart ist der im Privatbesitz befindliche Propsthof.

Dieses Ensemble stellt innerhalb des Königswinterer Stadtteils Oberpleis ein Areal mit höchster kulturgeschichtlicher  Bedeutung dar, das in der Vergangenheit sowohl städtebaulich  als auch  kirchlich  (außerhalb von  Fachkreisen)  nicht die Würdigung bekommen hat, die es verdient. Mit dem Thema der Ortskernsanierung  Oberpleis die Kulturlandschaft/Klosterlandschaft Oberpleiser Propstei wieder in den Blickwinkel der städtebaulichen Politik geraten.

Vielleicht müßte man es so sagen: Oberpleis hat nicht die Propstei hervorgebracht, sondern Oberpleis ist um die Propstei herum gewachsen. Die Propstei in Oberpleis war so etwas wie die Gebühreneinzugszentrale der Abtei Siegburg im Auelgau. Klar, dass die nicht beliebt war - und das erklärt vielleicht auch, warum die Dörfer rund um Oberpleis sich gegenüber Oberpleis bis auf den heutigen Tag eine relative Eigenständigkeit und Unabhängigkeit erhalten haben.

Dennoch stellt diese Propstei ein unverwechselbares Kulturgut in der Stadt König­swinter dar. Dies gilt es sowohl städtebaulich als auch pastoral zu nutzen. Stellen Sie sich bitte eine Oase mitten in der Wüste vor - nur umgekehrt. Sie kommen aus der lauten und hektischen Oberpleiser Einkaufsmeile und betreten mit dem Kirchvorplatz, der Kirche mit ihren Schätzen, dem Propsteigebäude und seinem Kreuzgang, dem Propsteigarten und dem anschließenden Friedhof eine Zone der Ruhe, der Entschleunigung und der Besinnung. Übrigens: die verhaßten Poller auf dem Kirchvorplatz dienen genau diesem Zweck, dass Sie in eine Zone der blechfreien Ruhe und Entschleunigung eintreten können.

Hinter den „Pollern" können Sie (demnächst) verschiedene Angebote wahrnehmen. Rechts des Kircheneingangs bewundern Sie den romanischen und ruhigen Kreuzgang. Oder Sie gehen direkt in die Kirche und genießen das wundervolle Marienretabel  oder  den  Mosaikfußboden  - und  lassen sich davon  zur  Meditation anleiten.

Es könnte auch sein, dass Sie am Hochkreuz vorbei zu unserer Beratungsstation, dem „Lotsenpunkt" zustreben und sich dort verschwiegen an geeignete Beratung­ steilen vermitteln lassen. Vielleicht nehmen Sie ja auch das in denselben Räumen angebotene Trauer-Cafe wahr. Der Friedhof mit dem vom  Ortsausschuss angelegten Gräberfeld der „Sternenkinder" liegt gleich um die Ecke. Wir schaffen Raum für Ihre Trauer.

Wir schaffen aber auch Raum für Lebenskultur. Und zwar mit dem - in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Rhein-Sieg e.V. - rekultivierten Propsteigarten. Dieser befindet sich zwischen der Propsteikirche und dem Friedhof - sozusagen zwischen der Grabstätte unserer Lieben und dem Ort der Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi. Er soll ein „lnklusions-Garten" werden , wo Menschen jeglichen Alters mit und ohne Behinderung Gottes gute Schöpfung über das Säen, pflegen und ernten, das Tasten, Riechen, Schmecken und Genießen erfahren können. Mit­ machen kann dabei jeder, der ein Interesse am „urban gardening" hat.

Das hört sich alles schön an - ist aber noch nicht so schön, weil die Hürden der Verwaltung und der Finanzierung ziemlich hoch sind. Obwohl eigentlich die Bezirks­regierung zuständig ist, hat der Kirchenvorstand von St. Pankratius finanzielle Mittel reit gestellt um noch in dieser Vegetationspause  mit einem Freischnitt des Propsteigartens  beginnen zu können.   Im Frühjahr werden wir dann sehen, wie es mit
der Entwicklung des Propsteigartens weitergehen kann.

Wenn dann noch auf dem am Pleisbach gelegenen Industriegelände, östlich des Friedhofs, eine Wohnanlage für Senioren entsteht, dann ist die kleine Oberpleiser Klosterlandschaft ein wohltuender Ort „zwischen den Welten".

Hier können Menschen sich als Teil der guten Schöpfung  Gottes erfahren und im wahrsten Sinne des Wortes ihr Leben, Lieben und Trauern miteinander teilen. Und genau das macht den Oberpleiser Ortskern lebens- und liebenswert.

Markus Hoitz, Leitender Pfarrer

Quelle
Pfarrbrief von 2018 2019; Bericht: Pfarrer Markus Hoitz; Fotograf unbekannt
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrbüro St. Pankratius Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
Aufrufe
343

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.